Derby-Woche

Elite der Trabrennfahrer kämpft in Mariendorf

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Alexandra Gross

Foto: picture-alliance/ ZB

Pferdesportfans kommen ab Sonnabend in Berlin voll auf ihre Kosten. Die besten Trabrennfahrer kämpfen in einer Woche voller Höhepunkte um ein Preisgeld von insgesamt 900.000 Euro.

Die Rivalität hat Tradition. Wenn sich im Sport Deutsche und Niederländer messen, ist die Leidenschaft stets groß, das ist auch im Trabrennsport nicht anders. Und so dürften sich die Besucher zum Auftakt der Derby-Woche in Mariendorf am Samstag ab 13 Uhr auf spannende Rennen freuen. Das "Derby-Duell Nachwuchs gegen Lehrmeister“ ist quasi eine Art Länderspiel zwischen deutschen und niederländischen Fahrern.

Ein weiterer Höhepunkt sind die vier Vorläufe zum Arthur-Knauer-Rennen, das gemeinhin als Stuten-Derby bezeichnet wird. 28 Pferde bewerben sich in der Ausscheidung für einen Platz im Endlauf am 31. Juli. Am Sonntag finden dann die vier Vorläufe zum 115. Deutschen Traber-Derby statt, nur die besten der 30 Teilnehmer schaffen den Sprung in das begehrte Finale am 1. August, dessen Ausgang als völlig offen gilt.

Als Fahrer geht einmal mehr Heinz Wewering aussichtsreich in die Rennen, der Hamburger ist mit 16.340 Erfolgen der erfolgreichste Trabrennfahrer der Welt. "Die Vorläufe für das Derby sind eine enorme Herausforderung“, sagt der 60-Jährige, "ein einziger taktischer Fehler oder eine Störung durch einen Gegner im Rennen und schon ist alles vorbei.“ Wewering trifft dabei in einigen Vorläufen auf Pferde aus dem Besitz seiner ehemaligen Chefin Marion Jauß. Die Beiden gehen erst seit kurzem getrennte Wege. Einen Großteil der Jauß-Pferde fährt nun Roland Hülskath aus Mönchengladbach. In beiden Derbys erreichen jeweils die beiden Erstplatzierten sowie die zwei zeitschnellsten Dritten die Finalläufe am kommenden Wochenende. In den Derbys geht es um 425.000 Euro, die Gesamtdotierung beträgt rund 900.000 Euro.

Erstmals mit neuem Modus

Zum ersten Mal finden die Ausscheidungen und Finals nicht an einem Tag statt. Der Grund für die viel diskutierte Änderung des Modus war die Zusammenarbeit mit den Franzosen, die das Derby auf ihrem Rennsportsender Equidia zeigen und auch bewetten lassen, was aus ökonomischer Sicht sehr attraktiv ist. Allerdings ist es für die Franzosen unerlässlich, das Starterfeld Tage und nicht nur Stunden vor dem Ereignis zu kennen, so dass die Wettkämpfe entzerrt werden mussten.

Ein weiterer Höhepunkt am Sonntag ist das legendäre Charlie-Mills-Rennen, zu dessen Favoriten mit Unforgettable der Derby-Sieger von 2005 gehört. Der Hengst, der vom niederländischen Spitzencoach Arnold Mollema trainiert wird, konnte das Rennen zuletzt vor zwei Jahren gewinnen und ist morgen der herausragende Starter im Feld von insgesamt 17 Teilnehmern. Mit einer Gewinnsumme von 743.982 Euro hat der achtjährige Unforgettable mehr Prämien gewonnen als die übrigen 16 Pferde zusammen. Im ersten Vorlauf über die Distanz von 2000 Metern muss der Hengst daher als Einziger eine Zulage von 40 Metern wettmachen.

"Die Zulage kann nur dann zum Problem werden, wenn der Rennverlauf gegen uns ist“, sagt Trainer Mollema, der seinen Schützling auch steuern wird. „Die Form von Unforgettable ist sehr gut, das Pferd fühlt sich wohl. Ich fahre optimistisch nach Berlin. Von der Klasse her ist der Hengst das beste Pferd im Feld.“ Im Finale des Charlie-Mills-Rennen werden 30.000 Euro an Prämien ausgeschüttet.

Die Derby-Woche wurde um einen auf sechs Tage ausgeweitet. Damit soll das Umsatzergebnis von 2,2 Millionen Euro im Vorjahr auf nunmehr 2,5 Millionen Euro gesteigert werden.

So laufen die Wetten in der Derby-Woche

Die Besucher haben mehrere Möglichkeiten zu wetten. Die Siegwette gewinnt, wer den Sieger eines Rennens gewettet hat. Die Platzwette gewinnt, wer den Sieger oder das zweit- oder drittplatzierte Pferd gewettet hat. Die Sieg-Platz-Wette ist eine Kombination aus beiden Wetten. Die Zweierwette gewinnt, wer den Sieger und das zweitplatzierte Pferd in der richtigen Reihenfolge gewettet hat. Die Dreierwette gewinnt, wer den Sieger, das zweit- und drittplatzierte Pferd in der richtigen Reihenfolge gewettet hat.

Eintritt: Erwachsene zahlen zehn Euro für das Tagesticket, darin enthalten ist ein Wettgutschein über vier Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben während der Derby-Woche freien Eintritt, erhalten aber keine Wettgutscheine.