Leichtathletik

IOC-Chefmediziner – "Bolt ist absolut sauber"

Der Chefmediziner des Internationalen Olympischen Komitees hat Usain Bolt einen Freibrief ausgestellt. "Usain Bolt ist absolut sauber", sagte der schwedische Professor Arne Ljungqvist. In Monte Carlo wurde der Weltrekordler aus Jamaika zum Leichtathleten des Jahres gekürt. Bei den Frauen wurde diese Ehre Sanya Richars zuteil.

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Die Fabel-Weltrekorde von Sprintstar Usain Bolt werden ähnlich bewundert wie angezweifelt. Doch nun stellt Professor Arne Ljungqvist, oberster Chefmediziner des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und einer der entschiedensten Doping-Gegner im Weltsport, dem alten und neuen Welt-Leichtathleten aus Jamaika einen Freibrief aus. „Usain Bolt ist absolut sauber. Wir haben so viele Daten von ihm erfasst, die können nicht irren“, sagte der Schwede.

Ljungqvist, lange Zeit Chef für die Bereiche Doping und Medizin im Leichtathletik-Weltverband IAAF, sieht auch über die Analysen hinaus optische Anzeichen dafür, dass der 23 Jahre alte Dreifach-Olympiasieger, -Weltmeister- und Weltrekordler mit grandiosen Bestmarken von 9,58 Sekunden (100 m), 19,19 (200) und 37,10 (4x100) sauber ist: „Bolt verkörpert einen ganz anderen Typ als 20 Jahre zuvor die Generation um den muskelbepackten Ben Johnson. Seine Besonderheit ist, dass er lange Beine hat und trotzdem unglaublich trittschnell ist.“

Bolt wurde am Sonntag in Monte Carlo wie 2008 zum Welt-Leichtathleten gewählt. Ebenfalls 100.000 Dollar (67.600 Euro) erhielt Sanya Richards (USA/400 m), wie Bolt WM-Star von Berlin und wie dieser in Jamaika geboren, als neue Welt-Leichtathletin. Nach einer Vorauswahl unter Fachleuten/Journalisten aus aller Welt traf die International Athletics Foundation (IAF) die Entscheidung unter jeweils fünf Kandidaten und Kandidatinnen. Die deutschen Weltmeister Robert Harting (Berlin/Diskus) und Steffi Nerius (Leverkusen/Speer) waren nicht für die Endauswahl nominiert.

Am Sonntagabend verneigte sich die Leichtathletik-Welt in Monte Carlo erneut vor Bolt, der seiner Sportart wieder ein markantes Gesicht gab und mit Einnahmen im zweistelligen Millionenbereich zu den Großverdienern im Weltsport gehört. Schon seit Wochen bestand kein Zweifel daran, dass der stets entspannt wirkende Supersprinter aus der Karibik wie 2009 nach seinem Triple bei Olympia in Peking wieder Welt-Leichtathlet werden würde.

„Auch Kenenisa Bekele und einige andere hätten diese Ehre verdient“, sagt Bolt mit Blick auf Äthiopiens Langstrecken-Star, als er gefragt wird, wie er sich angesichts der zweiten Auszeichnung in Folge fühle. Der 1,95 m lange Ausnahmeathlet bleibt trotz aller Erfolge am Boden. Er traut sich Zeiten um 9,50 und unter 19 Sekunden zu, doch für 2010 sagt er: „Ich will etwas kürzer treten nach diesen beiden anstrengenden Jahren. Schließlich will ich meine Titel 2011 bei der WM und 2012 bei Olympia verteidigen.“

In der neuen Diamond League wird es 2010 zwei oder drei Duelle zwischen Usain Bolt und seinem weltweit größten Rivalen Tyson Gay (USA) geben. Als sicher gilt, dass der Jamaikaner beim Finale der neuen Königsklasse am 27. August in Brüssel über 100 m gegen Gay antreten wird. Am 19. August ist Zürich der andere Schauplatz des zweigeteilten Finals der weltweit 14 Meetings umfassenden Diamond League mit rund 20 Millionen Dollar Preisgeld für die Stars der Szene.

„Beide wollen über 100 oder 200 m je sieben Starts in der Diamond League bestreiten. Bolt wird wohl in erster Linie die kürzere Strecke bevorzugen. Darum werden beide beim 100-m-Finale der Serie gegeneinander antreten“, bestätigte Patrick Magyar, Vize-Präsident der neuen Liga. Der Chef des Züricher Meetings sagt weiter: „Wo die beiden sonst gegeneinander laufen, das sprechen Bolts Manager Ricky Simms und Gays Manager Mark Wetmore in Kürze ab. Uns ist es noch nicht bekannt.“