Champions League

Messerattacken – Großes Polizeiaufgebot in Rom

Wenige Stunden vor dem Anpfiff des Champions-League-Finals zwischen Manchester United und dem FC Barcelona ist es in Rom ruhig – bis auf zwei Messerattacken, bei den Fußball-Fans verletzt wurden. Schwarzmarkthändler verlangen für ein Ticket im Olympiastadion vierstellige Summen.

Es soll eines der größten Fußballspiele der Europapokalgeschichte werden. Doch die Schlagzeilen vor dem Abpfiff der Partie Manchester United gegen den FC Barcelona bestimmen nicht Cristiano Ronaldo und Lionel Messi, sondern gewaltbereite Besucher.

Leider kam es zu den befürchteten Auseinandersetzungen zwischen Manchester-Fans und Anhängern des AS Rom. Beide Lager sind seit vielen Jahren verfeindet, immer wieder kommt es zu Zwischenfällen. Bis zum Nachmittag wurden drei weitere bekannt.

Am Strand von Ostia wurde ein Amerikaner verprügelt und mit einem Messer verletzt, den seine Angreifer fälschlicher Weise für einen ManU-Anhänger hielten. Die Polizei fand den 23-Jährigen blutend am Boden. Die vier Angreifer aus Rom wurden festgenommen.

In der Innenstadt erwischte es am Mittwoch dann ein echtes Mitglied der „Red Army“. Der Anhänger wurde ins Krankenhaus eingeliefert, sein Zustand soll nicht besorgniserregend sein, teilten die Ärzte mit. Der Mann wurde mit drei Messerstichen und durch eine Flasche verletzt. Über den Täter wurde zunächst nichts bekannt. Bereits am Vorabend war es laut italienischen Medienberichten in Pisa zu einer Schlägerei zwischen zahlreichen Fans von Manchester United und einigen Italienern gekommen.

Solche Ausschreitungen gab es bis zum Nachmittag in Rom nicht, vielleicht lag dies auch am riesigen Polizeiaufgebot von 1500 Beamten – an jeder Straßenecke standen Carabinieri, um die 50.000 zusätzlichen Gäste zu überwachen.

30.000 Menschen reisten aus England an, 20.000 aus Spanien. Deren Treffpunkt war der Trevibrunnen, hunderte Menschen in rotblauen Trikots intonierten immer wieder die Barca-Hymne. Vereinzelt versuchten Schwarzmarkthändler ihr Glück und verlangten für eine Karte wahnwitzige Summen jenseits der 1000 Euro.

Sie hätten vielleicht besser am Kolosseum gehandelt, wo sich zur Mittagszeit ein großer Teil des englischen Anhangs einfand. Rund 10.000 von ihnen sollen ohne Ticket nach Rom gereist sein. Wer ohne blieb oder auf einer der in Umlauf befindlichen Fälschungen hereinfiel, wird sich zum Spiel eine Bar suchen müssen. Die Stadt Rom verzichtet aus Angst vor Krawallen auf ein Public Viewing. Aus dem gleichen Grund wurde auch ein Alkoholverbot in weiten Teilen der Stadt verhängt, an das sich aber kaum jemand hielt. Jede Bar, jeder Kiosk hatte Bier in rauen Mengen im Angebot.

Den niederländischen Biermulti Heineken wird es freuen. Die Firma ist schließlich nicht nur Sponsor der Champions League, sie hat auch im Hauptbahnhof das Kolosseum mit seinen grünen Flaschen nachbauen lassen. Ein eindrucksvolles Werk.

Mühe gaben sich auch die schreibenden Kollegen von der Insel. Fliegende Händler boten in der Innenstadt alle großen englischen Zeitungen zum Verkauf an. So gab es den „Daily Mirror“ mit der Unterzeile „heute in Rom gedruckt“ für 2 Euro zu kaufen. Titel: „Wir werden Europa wieder regieren, sagt United-Ass ROMEALDO.“

Somit bestimmte der portugiesischer Weltfußballer in Diensten Uniteds doch noch die Schlagzeilen. Hoffentlich bleibt es so.