Formel 1

Schumacher – "Habe keinen guten Job gemacht"

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Immer wieder wurde Michael Schumacher in Shanghai durchgereicht. Am Ende musste er sogar Formel-1-Neuling Witali Petrow ziehen lassen. Fast eine Demütigung für den Rekordweltmeister, der früher bei Regen nicht zu schlagen war. Von Niki Lauda wurde er heftig angegriffen – und gab sich selbstkritisch.

In seiner Glanzzeit fuhr Michael Schumacher im Regen einst Kreise um die Konkurrenz, nach dem Chaos-Rennen in Shanghai stand der Rekordweltmeister aber da wie ein begossener Pudel. „Ich habe keinen guten Job gemacht“, gab der Rückkehrer nach Platz zehn beim Großen Preis von China, wo er am 1. Oktober 2006 den bislang letzten seiner 91 Siege gefeiert hatte, ehrlich zu.

Immer wieder wurde der Mercedes-Pilot im Feld durchgereicht. Nach packenden, aber letztlichen vergeblichen Kämpfen mit Jungstars wie Lewis Hamilton oder Sebastian Vettel musste er am Ende sogar Formel-1-Neuling Witali Petrow ziehen lassen - fast eine Demütigung für den einstigen „Regengott“.

Vom dreimaligen Weltmeister Niki Lauda, heute Experte bei RTL, gab es prompt deftige Kritik an der Vorstellung des 41-Jährigen. „Schumi hat eine schwache Leistung im Vergleich zu Nico gebracht“, meinte Lauda mit Blick auf Schumachers Teamkollegen Nico Rosberg, der zum zweiten Mal in Folge auf Platz drei fuhr und in der WM-Wertung mit 50 Punkten jetzt Zweiter ist. Schumacher hat dagegen nur 10 Punkte auf dem Konto.

„Er ist nicht in die Gänge gekommen, obwohl die Bedingungen seine waren“, meinte Lauda und forderte vom Mercedes-Piloten: „Er muss hart an sich und am Auto arbeiten. Er steckt auf einer mittelmäßigen Leistung fest. In Barcelona kann er hoffentlich wieder an seinem normalen Level anknüpfen.“

Die großen Hoffnungen auf den überarbeiteten Silberpfeil beim Europaauftakt am 9. Mai dämpfte Schumacher allerdings ein bisschen. „Ich glaube nicht, dass man das fehlinterprtieren darf. Wir werden sicher Fortschritte machen, es gibt neue Teile. Aber es ist sicherlich kein radikaler Umbau“, sagte Schumacher: „Das darf man nicht erwarten. Was wir aber auch erwarten dürfen, dass die Konkurrenz zulegt.“

Zulegen muss aber auch er selbst. Er schob nämlich die Schuld nicht auf sein Auto, sondern kreidete sich selbst Fehler an. „Das ganze Wochenende war kein gutes Wochenende für mich und wahrscheinlich auch von mir. Insofern muss man das als Erfahrung abhaken und sich auf das nächste Rennen konzentrieren“, meinte er.

„Definitiv war das heute ein Pokerspiel. Die Reifen richtig zu positionieren, war heute für mich das schwierigste“, erklärte der siebenmalige Weltmeister. Er habe die Reifen zu hart rangenommen, sagte er: „Am Ende konnte ich mich nicht mehr wehren. Es hat zwar noch Spaß gemacht, sich mit Felipe Massa in alter Kart-Manier auseinanderzusetzen. Aber es war ziemlich hoffnungslos.“ Sein Freund und früherer Ferrari-Kollege hatte ihn kurz vor Schluss noch auf Rang zehn verdrängt.

Die Zweikämpfe mit Vettel oder Hamilton hatte er zwar genossen. „Es ist aber trotzdem frustrierend, wenn man im Prinzip seine Reifen nicht beisammen halten kann“, sagte er und musste eingestehen, dass man trotz „Superhirn“ Ross Brawn am Kommandostand „auch nicht allzu gut gepokert“ hätte: „Am Ende war ich mit stumpfen Waffen unterwegs.“

Rosberg schreibt seinen erfahrenen Teamkollegen allerdings nicht ab. „Vor Saisonbeginn hatte ich gehofft, auf einem Level mit Michael fahren zu können. Jetzt bin ich vor ihm“, meinte der 24-Jährige: „Das ist großartig, aber ich denke, dass er schon am nächsten Rennwochenende wieder da sein und hart kämpfen wird.“

( sid/jr )