Uefa-Pokal

Bremen wieder Endstation für den Hamburger SV

Werder Bremen steht im Endspiel des Uefa-Cups. Die Mannschaft von Trainer Thomas Schaaf gewann nach dem DFB-Pokal erneut beim Hamburger SV und machte damit das 0:1 aus dem Halbfinal-Hinspiel wett. Aber in Istanbul müssen die Grün-Weißen auf ihren Spielmacher verzichten. Dem HSV droht jetzt die nächste Saison ohne Titel.

Werder Bremen hat erneut über den Nordrivalen Hamburger SV triumphiert und ist erstmals in das Endspiel um den Uefa-Cup eingezogen. Die Elf von Trainer Thomas Schaaf setzte sich in einem turbulenten Halbfinal-Rückspiel in der HSV-Arena mit 3:2 (1:1) durch und machte damit den 0:1-Rückstand aus dem Hinspiel wett. Ein bitterer Wermutstropfen ist für Werder jedoch, dass es im Endspiel am 20. Mai in Istanbul gegen Schachtjor Donezk (Ukraine) auf seinen nach einer Rangelei mit Alex Silva gelbgesperrten Superstar Diego verzichten muss. Auch Stürmer Hugo Almeida ist für das Endspiel im Sükrü-Saracoglu-Stadion gesperrt.

„Es war ein tolles und offenes Spiel, sensationell. Wir haben immer dran geglaubt und immer wieder nachgesetzt, immer wieder nach vorne gespielt. Jetzt müssen wir uns für das Finale sammeln. Für Diego ist es natürlich ein Albtraum. Wir hätten ihn im Endspiel gut gebrauchen können“, sagte Schaaf.

„Wir sind natürlich sehr enttäuscht. Mit etwas Glück hätten wir auch noch mehr Tore erzielen und ins Finale kommen können. Aber Werder war etwas akkurater", meinte HSV-Coach Martin Jol. "Der Schiedsrichter hat leider zweimal nicht aufgepasst: Es war ein reguläres Tor von Gravgaard und ein klarer Elfmeter gegen Jarolim. Wir haben ein großes Gefecht geliefert.“

Frank Baumann (83.) sorgte mit seinem Tor zum 3:1 für den Bremer Finaleinzug. Claudio Pizarro (66.) hatte Werder mit einem haltbar scheinenden Aufsetzer aus 20 Metern zuvor auf Kurs Richtung Endspiel gebracht. Vorher glich Diego (29.) vor 52.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion die Hamburger Führung durch Ivica Olic (12.) aus. Das 2:3 von Olic (87.) ließ Bremen bis zum Ende zittern.

Offenes Spiel

Werder hat sich damit erneut als Albtraum für das Team von HSV-Coach Martin Jol erwiesen. Vor 15 Tagen hatte sich Bremen an gleicher Stelle im Halbfinale des DFB-Pokals im Elfmeterschießen durchgesetzt. „Wir sind sehr unglücklich und wären gern ins Finale gegangen“, sagte ein restlos frustrierter HSV-Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer: „Wir haben zwei, drei Fehler gemacht, die man sich in so einem Spiel nicht leisten darf.“

Die HSV-Fans hatten das Stadion mit Papptafeln fast komplett in die Hamburger Vereinsfarben getaucht. Beide Mannschaften suchten von der ersten Minute an den Weg zum gegnerischen Tor, so dass sich in der ersten Halbzeit ein offenes Spiel mit zahlreichen Zweikämpfen entwickelte.

Jol hatte auf Außenverteidiger Dennis Aogo verzichtet und dafür Marcell Jansen wieder auf die Position links in der Vierer-Abwehrkette gestellt. Bei den Gästen spielten erwartungsgemäß Diego und Mesut Özil mit, die am vergangenen Sonntag im Bundesliga-Spiel beim 1. FC Köln geschont worden waren. Beim HSV stand Torjäger Mladen Petric nach überstandener Verletzung wieder in der Anfangself. Er ersetzte den gelbgesperrten Paolo Guerrero.

Die Bremer hatten die erste große Torgelegenheit. Pizarro setzte einen Kopfball nach einer Flanke von Sebastian Boenisch in der zwölften Minute über das Tor. Dabei wurde er von Joris Mathijsen behindert. Der Niederländer setzte noch in derselben Minute einen weiteren entscheidenden Akzent. Aus der eigenen Hälfte heraus lief er mit dem Ball fast über das halbe Spielfeld und bediente Olic mit einem mustergültigen Steilpass. Der Kroate lupfte freistehend über den herauslaufenden Tim Wiese zur HSV-Führung ins Tor.

In der 27. Minute hätte Olic dann schon fast für eine Vorentscheidung sorgen können. Er scheiterte nach einem Pass von Guy Demel freistehend am glänzend reagierenden Wiese. Nur zwei Minuten später schafften die Bremer den verdienten Ausgleich. Diego, über dessen möglichen Wechsel zu Juventus Turin zur Zeit verhandelt wird, vollendete nach einem Doppelpass mit Pizarro.

Nach Wiederbeginn drängte zunächst Werder auf das zweite Tor. Der HSV wurde tief in die eigene Abwehr gedrängt und versuchte sein Heil in Kontern. „Hamburg ist nervös“, skandierten die rund 5000 mitgereisten Werder-Fans nicht zu Unrecht. Bremen hatte zunächst noch Pech, dass Pizarro bei seinem Treffer in der 52. Minute knapp im Abseits stand. Auf der anderen Seite verpasste Jonathan Pitroipa (60.) eine Eingabe von Jansen um Zentimeter - den anschließenden Nachschuss von Piotr Trochowski parierte Wiese großartig.

In der turbulenten Schlussphase setzte der HSV alles auf eine Karte, war dadurch aber für Konter anfällig. Der Bremer Keeper Wiese war neben dem überragenden Diego bester Spieler in einer starken Mannschaft. Bei den Hamburgern ragten Olic und Jansen heraus.