Formel 1

Vettel startet in Shanghai von der Pole Position

Zum dritten Mal in dieser Saison steht Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel auf der Pole Position. In der Qualifikation für den Großen Preis von China in Shanghai verwies er seinen Teamkollegen Mark Webber auf Rang zwei. Nico Rosberg wurde Vierter, Michael Schumacher kam gerade so unter die besten zehn Fahrer.

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Dritte Pole Position im vierten Rennen für Sebastian Vettel, nur Platz neun für Michael Schumacher: Beim Start des Großen Preises von China am Sonntag wird der Rekordweltmeister seinen „Kronprinzen“ nur von Weitem sehen. Während Vettel in der Qualifikation dank einer Zusatzschicht seines Teams wieder im entscheidenden Moment alle hinter sich ließ und in der allseits erwarteten Regenschlacht seine Gala-Vorstellung vom Vorjahr wiederholen will, haderte Schumacher mit einer Fehleinschätzung bei der Wahl seines Heckflügels.

„Nico hat zum Schluss auf die ältere Version gewechselt, und der Abstand war noch nie so groß“, sagte Schumacher mit Blick auf seinen vierplatzierten Mercedes-Kollegen Nico Rosberg, der im Gegensatz zu ihm auf den neu entwickelten Heckflügel verzichtet hatte und sieben Zehntelsekunden schneller war.

„Ich weiß ja, wo die sieben Zehntel liegen. Daher kann ich schon damit umgehen, aber es ist schade. Wir haben ein gutes Auto, Nico hat das sehr gut umsgesetzt und gezeigt. Offenbar sind wir sogar vor den McLaren, insofern wäre es schön gewesen, wenn ich das auch hätte umsetzen können“, meinte Schumacher, der am Freitag im Training noch einen guten Eindruck vom neuen Flügel gehabt hatte.

Rosberg war „natürlich happy, dass ich vor Michael stehe“ und freute sich über einen guten Fortschritt. „Von dieser Position können wir richtig angreifen“, sagte er und nahm schon den auf Rang drei nur eine Zehntelsekunde schnelleren Ferrari-Piloten Fernando Alonso ins Visier: „Ein Podium muss wieder drin sein.“

Vettel war dagegen wieder mal eine Klasse für sich, bedankte sich nach der insgesamt achten Pole Position seiner Karriere aber auch bei seinen Mechanikern. „Sie haben die ganze Mittagspause durchgearbeitet“, sagte der 22-Jährige, der im Training am Vormittag noch deutlich langsamer war als Teamkollege Mark Webber und danach sein Auto umbauen ließ. „Das hat funktioniert, und am Ende hatte ich eine fantastische Runde“, meinte Vettel, der in der Qualifikation mit der letzten Runde dann Webber auf Rang zwei verwies: „Aber wichtig ist das Rennen, nur da gibt es Punkte.“

In Bahrain (am Ende Platz vier) und Australien (Ausfall) hatten Vettel jeweils technische Probleme den möglichen Sieg geholt. Den ersten Saisonerfolg zuletzt in Malaysia hatte er von Startplatz drei herausgefahren, nachdem er den von Platz eins gestarteten Webber schon in der ersten Kurve überholt hatte.

Vor dem 4. von 19 WM-Läufen hat Vettel als Dritter hinter dem punktgleichen Alonso (beide 37) zwei Zähler Rückstand auf WM-Spitzenreiter Felipe Massa (39), der nur auf Startplatz sieben steht. Rosberg (35) folgt mit weiteren zwei Punkten Abstand auf Position fünf, Schumacher hat bislang erst neun Punkte gesammelt.

Mit einem Sieg am Sonntag würde Vettel zum ersten Mal in seiner Karriere die WM-Führung übernehmen. Daran soll ihn auch das Wetter nicht hindern. „Die Frage ist eigentlich nur, wann es regnet“, sagte der Red-Bull-Pilot, der an seinen China-Sieg 2009 bei gleichen Bedingungen „gute Erinnerungen“ hat. „Wenn der Regen kommt, ist es gut, ganz vorne zu stehen“, meinte Vettel: „Aber egal ob trocken oder naß: Wir sind für alles gut gerüstet.“

Schumacher, der zahlreiche seiner 91 GP-Siege auf nasser Strecke herausgefahren hat, hofft auf jeden Fall auf Unterstützung von oben. „Ich glaube, das wäre in der jetzigen Position hilfreich und eine Option, sich nach vorne zu kämpfen“, sagte er.

Allerdings ist auch der unmittelbar hinter ihm auf Rang zehn stehende Force-India-Pilot Adrian Sutil ein guter Regenfahrer. Formel-1-Einsteiger Nico Hülkenberg kam im Williams-Cosworth nicht über Platz 16 hinaus. Drei Plätze dahinter bildete Virgin-Pilot Timo Glock auf Position 19 das deutsche Schlusslicht, er war damit aber der beste Fahrer aus einem der drei neuen Teams.