Niederlage

Die Skyliners bleiben Albas Albtraum

Frankfurt ging ans Limit und Alba hielt nicht mit. So mussten die Berliner sich am Sonntag auswärts mit 66:73 geschlagen geben. Alba zeigte schwache Freiwürfe und verlor zu oft den Ball. Dabei hätte man am Ende mit dem Tabellenführer punktgleich sein können.

Frau Jacobsen wird nicht begeistert gewesen sein, als ihr Gatte Casey Sonntag am späten Abend von der Dienstreise aus Frankfurt nach Hause kam. Der smarte Amerikaner sah schlimm aus, sein linkes Auge war fast völlig zugeschwollen – Spur eines verbissenen Kampfes zwischen den Skyliners und Alba Berlin. Besonders ärgerlich war, dass dieses blaue Auge nicht einmal sinnbildlich stand für das Resultat im Basketball-Spitzenspiel: Eben damit kam sein Team nicht davon. Obwohl der 28-Jährige mit 14 Punkten Albas bester Werfer war, verloren die Berliner in der Frankfurter Ballsporthalle 66:73 (32:32). Zugleich verpassten sie die große Chance, nach Punkten mit Tabellenführer Baskets Oldenburg gleichzuziehen, der am Abend zuvor den Tigers Tübingen mit 79:89 unterlegen war.

Zwei Gründe gab es für die Niederlage der Mannschaft von Trainer Luka Pavicevic. Im dritten Viertel, als ihre kontrollierte Spielweise sich durchzusetzen schien und sie sich ein 51:44 erarbeitete, rächte sich die schwache Freiwurfquote von bis dahin nur 38 Prozent (fünf Treffer bei 13 Versuchen). Hier hätten sich die Berliner entscheidend absetzen können.

So blieb Frankfurt dran und ging kurz vor der letzten Viertelpause beim 54:52 zum ersten Mal im gesamten Spiel in Führung. „Wir haben klasse verteidigt und waren clever in der Offensive“, frohlockte Skyliners-Nationalspieler Konrad Wysocki, der mit seinen zwölf Punkten großen Anteil am Erfolg der Hessen hatte. Dagegen verlor Alba unter der aggressiven Defense der Frankfurter mehr und mehr die Kontrolle – neun Ballverluste allein in den letzten zehn Minuten waren eindeutig zu viel, um die Punkte mitzunehmen.

Traditionell taten sich die Berliner schwer am Main, von den vergangenen elf Aufeinandertreffen dort haben sie nun acht verloren. Obwohl es in dieser Saison in Meisterschaft und Pokal schon zwei Alba-Siege gab – den Skyliners war auch anzumerken, dass das Play-off näher rückt. „Frankfurt hat hart am Limit gespielt“, sagte Albas Sportdirektor Henning Harnisch, „wir haben alles probiert, aber es war ein Stückchen zu wenig.“

Eine Chance hat Alba vergeben, doch Rang eins in der Tabelle bleibt noch immer erreichbar. Gewinnen die Berliner am Mittwoch gegen Paderborn und am Sonnabend mit mehr als neun Punkten Differenz gegen Spitzenreiter Oldenburg, ist die beste Platzierung für den Start ins Play-off sicher. Und genauso sicher wird dann Casey Jacobsens Auge seiner Gattin keinen Kummer mehr bereiten.