Basketball

Platz eins rückt für Alba Berlin in weite Ferne

Alba Berlin hat am Sonnabendabend keine Glanzleistung vollbracht. Gegen die New Yorker Phantoms Braunschweig verloren die Basketballer mit einem Punkt Unterschied. Dabei hatten die Spieler um Trainer Luka Pavicevic zur Halbzeit noch geführt. Fassungslos schlichen die Berliner in die Kabine.

Fassungslos schlichen die Basketballprofis von Alba Berlin vom Parkett: Nach dem 64:65 (36:27) bei den Phantoms Braunschweig ist Platz eins nach der Punkterunde in weite Ferne gerückt. Als Erster dürfte wohl Oldenburg (98:96 in Düsseldorf) ins Play-off gehen.

„Es bringt momentan nichts, nach oben zu schielen“, sagte der enttäuschte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi. „Wir müssen schauen, dass wir Platz zwei sichern, unsere Hausaufgaben machen – und sehen, was dann am Ende dabei rauskommt.“

Ausgerechnet Braunschweig. Die Niedersachsen hatten zuletzt acht Spiele in Serie verloren. Phantoms-Coach Emir Mutapcic, einst bei Lichterfelde und Alba als Spieler und Trainer aktiv, stand in der Kritik. Sein Vertrag läuft zum Ende der Saison aus. Doch sein Team zerriss sich förmlich. Und der umjubelte Held war vor 3160 Zuschauern Dustin Salisbery, eine Sekunden vor Schluss mit einem Dreier traf.

„Das ist bitter, weil wir über lange Strecken das Spiel kontrolliert haben“, sagte Baldi. Doch man sei dafür „bestraft worden, dass wir vorher unsere Möglichkeiten nicht genutzt haben“. Schnell hatte Alba 20:11 geführt. Zwar waren die Berliner bei Freiwürfen oft unkonzentriert (nur 60 Prozent fanden ihr Ziel), konnten ihren Vorsprung jedoch bis auf zwölf Punkte ausbauen (45:33/26. Minute). Elf Minuten vor Ende lag man noch 51:40 vorn, doch dann baute Alba – wie schon drei Tage zuvor in Trier nach einer vermeintlich komfortablen Führung – gewaltig ab.

Nichts ging mehr bei Berlin, der Gegner lief – angeführt von Kyle Visser (22 Punkte) – heiß, das Publikum tobte. Nach einer 6:18-Serie aus Sicht der Berliner lag der Meister auf einmal 57:58 zurück. Zehn Sekunden vor Ende vergab Julius Jenkins (bester Werfer bei Berlin mit 16 Punkten) den zweiten von zwei Freiwürfen, Braunschweig holte den Rebound – und der Ball kam zu Salisbery. „Uns fehlt zurzeit die Frische“, gab Baldi zu. „Da müssen wir uns durchbeißen.“ Doch der Rückschlag ist herb.