Tennis

Petzschner gewinnt sensationell Turnier in Wien

| Lesedauer: 2 Minuten

Foto: AFP

Mit 24 Jahren hat Tennisprofi Philipp Petzschner endlich den Übergang vom Jungen zum Mann geschafft. Als Qualifikant gewann der frühere Junioren-Europameister das ATP-Turnier in Wien. Im Endspiel setzte sich Petzschner gegen den Franzoen Gael Monfils durch, der in diesem Jahr das French-Open-Halbfinale erreicht hatte.

Ebenso sensationell wie deutlich hat Philipp Petzschner in Wien sein erstes ATP-Turnier gewonnen. Der deutsche Tennisspieler besiegte im Finale den hochfavorisierten Franzosen Gael Monfils 6:4 und 6:4.

Bis dahin war es ein langer Weg für Petzschner gewesen. Als sein Name am 10. Juli 2000 erstmals in der Weltrangliste auftauchte, belegte er Platz 1304. Im ersten Jahr machte er rund 550 Plätze gut, im zweiten noch einmal 400. Der 17-jährige Junioren-Europameister galt damals als bestes deutsches Talent nach Nicolas Kiefer, bevor seine Entwicklung jäh stoppte. Als er 2007 bei den US Open gegen Tommy Haas in der zweiten Runde nach einem spektakulären Match rausflog, staunte dieser nach einem Blick auf die Rangliste: „Der müsste viel besser platziert sein.“ Doch wie viele andere seines Alters hatte Petzschner Schwierigkeiten bei der Umstellung, die Jungs von Männern unterscheidet. Und die andere besser bewältigt haben, ohne unbedingt mehr Talent zu besitzen.

So trafen Sonntag in Wien zwei einstmals schwer Zähmbare aufeinander. Mit dem Unterschied, dass der 22-jährige Monfils seinen Weg bis ins jüngste Halbfinale der French Open und auf Platz 28 der Weltrangliste gemacht hat, während Petzschners Einzug in sein erstes Männerfinale schon als Sensation gefeiert wurde.

„Ich hatte einen hohen Trainerverschleiß“, gab der Deutsche jüngst gegenüber dem „Tennismagazin“ zu. Mal sei er menschlich mit ihnen nicht zurechtgekommen, mal hatten diese von ihm Disziplin eingefordert, die er nicht aufbringen konnte. Oder nicht wollte: „Wenn ich Lust auf ein Steak hatte, habe ich auch eins gegessen.“

Erst als sich Philipp Petzschner im Sommer 2006 unter die Fittiche von Klaus Langenbach begab, begann er sein Talent auch wieder in zählbare Erfolge umzumünzen. Lag er damals auf Platz 362 der Welt, hat er in den vergangen beiden Jahren 237 Plätze gutgemacht. Wäre 2007 nicht ein doppelter Bänderriss hinzugekommen, Petzschner wäre längst im einstelligen Bereich. Aber was nicht ist, kann ja noch werden.

( bel )