Alba Berlin

Bitteres Ende für Alba Berlin gegen Ludwigsburg

| Lesedauer: 3 Minuten
Dietmar Wenck
Louis Olinde vergab den letzten Wurf des Spiels für Alba Berlin, das gegen Ludwigsburg verlor.

Louis Olinde vergab den letzten Wurf des Spiels für Alba Berlin, das gegen Ludwigsburg verlor.

Foto: Andreas Gora / dpa

Alba Berlin hat nach den Niederlagen gegen Mailand und Madrid auch gegen Ludwigsburg verloren. Aber erst kurz vor Schluss.

Berlin. Am bitteren Ende nahm einer ohne zu zögern die Verantwortung auf seine Schultern. „Ich muss den reinmachen, das war ein ganz freier Wurf“, sagte Louis Olinde. Weil er den Distanzwurf in letzter Sekunde aber nicht „reinmachte“, verlor Alba Berlin sein Basketballspiel gegen die Riesen Ludwigsburg mit 75:76 (38:44). Und verliert zugleich im Spitzenkampf der Bundesliga wertvollen Boden.

Mit Überraschungen warteten die Schwaben nicht auf – dass sie mit sehr intensiver Verteidigungsarbeit den Erfolg suchen, ist bekannt, seit John Patrick 2013 Trainer der Riesen wurde. Der deutsche Meister wusste also, was auf ihn zukommt, und dass die Gäste vor 1600 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena auch noch sehr gut ihre Dreier (elf von 23) trafen, machte die Aufgabe noch unangenehmer.

Alba Berlin läuft fast die ganze Zeit Rückständen hinterher

Fast die ganze Zeit mussten die Gastgeber Rückständen hinterherlaufen. Ludwigsburg beherrschte zu Beginn auch den Rebound, wirkte frischer – kein Wunder, wenn man bedenkt, dass Alba sich in der vergangenen Woche schon mit Armani Mailand und Real Madrid gemessen und verloren hatte. Nach überstandener Corona-Quarantäne sind zwar alle Spieler wieder an Bord, „aber wir müssen sehen, dass wir jetzt so schnell wie möglich wieder den Rhythmus bekommen, den wir vor Corona hatten“, sagte Spielmacher Maodo Lo.

Er selbst hatte auch seinen Anteil daran, dass es nichts wurde aus dem elften Saisonsieg in der Bundesliga, so dass Alba auf Rang sieben der Tabelle bleibt. Dabei sah es schließlich nach einer erfolgreichen Aufholjagd aus, denn er hatte sein Team eine Minute vor dem Ende 75:74 in Führung gebracht. Anschließend verlor Ludwigsburg den Ball, doch auch Lo verdribbelte sich im Gegenzug.

Alba Berlin fehlt es am Ende auch an Energie

„So ist das eine bittere Niederlage“, sagte er enttäuscht, doch Vorwürfe gab es keine. Die Mannschaft hatte sich nach einem Neun-Punkte-Rückstand bravourös zurückgekämpft, bei den Rebounds die Überlegenheit zurückgeholt. „Am Ende war es auch eine Energiefrage, das erklärt die vielen Konzentrationsfehler“, analysierte Geschäftsführer Marco Baldi. Trainer Israel Gonzalez lobte den Kampfgeist seiner Spieler: „Wir haben alles gegeben. Wir haben eine gute Teamchemie.“

Was sich auch an der Aussage Olindes zeigt, der Verantwortung übernahm. Vielleicht hätte nicht ausgerechnet er den Ball an der Dreierlinie bekommen sollen nach vier vorangegangenen Fehlversuchen. Doch so ist es eben im Basketball oft: Ein Treffer entscheidet über Wohl und Wehe. So wie der von Tremmell Darden zehn Sekunden vor Schluss. Der 40-Jährige war mit 22 Punkten der beste Mann des Spiels und führte die Riesen zum verdienten Sieg.

Mehr über Alba Berlin lesen Sie hier.