Alba Berlin

Alba Berlin verliert Clasico gegen Bayern München

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Dietmar Wenck
Bester Mann bei Alba Berlin gegen Bayern München: Maodo Lo (r.) kämpft gegen Ognjen Jaramaz.

Bester Mann bei Alba Berlin gegen Bayern München: Maodo Lo (r.) kämpft gegen Ognjen Jaramaz.

Foto: Andreas Gora / dpa

Alba Berlin kassierte in der Euroleague die fünfte Niederlage. Gegen Bayern München setzte es im deutschen Clasico ein 69:82.

Berlin. Wieder eine gute Leistung gezeigt in der Basketball-Euroleague, wieder eine realistische Chance gehabt und dennoch am Ende verloren: Alba Berlin unterlag im deutschen Clasico Bayern München in eigener Halle 69:82 (36:37) und hat nun zwei Siege und fünf Niederlagen in der Königsklasse auf dem Konto. Die Bayern feierten ihren dritten Sieg in Serie. „Wir haben einen Schritt nach vorn gemacht“, fand der Berliner Louis Olinde, „aber wir wollen auch mal Spiele gewinnen.“

Es gehört schon zur Tradition der deutschen Topduelle, dass Vladimir Lucic in Berlin gnadenlos ausgepfiffen, in München dagegen innig geliebt wird. Er ist der Bayern-Anführer, fehlte seinem Team sehr wegen seiner Covid-Erkrankung. Seit er wieder da ist, geht es mit dem Team von Andrea Trinchieri aufwärts: drei Siege in der Euroleague – kein Wunder, dass sie ihn bei den Bayern in seiner sechsten Saison so schätzen.

Maodo Lo punktet für Alba Berlin am besten

In Berlin blieb Lucic allerdings eher unauffällig, er hatte genug damit zu tun, Olinde (neun Punkte, neun Rebounds) zu bremsen. Der 23-Jährige Alba-Flügel kommt immer besser in Form, kämpfte auch am Donnerstag um jeden Rebound und punktete zudem neben Maodo Lo (23) am zuverlässigsten. Die Gäste, bei denen Zan Mark Zisko nach einem positiven Corona-Test fehlte, ließen sich von einem 7:0-Lauf Berlins nicht schocken (9:4), konterten sofort mit einem 10:0 (9:14). Danach blieben solche Serien lange aus, es blieb eng, die Führungen wechselten.

Alba musste sie sich oft an der Freiwurflinie erkämpfen, die Münchner spielten gewohnt physisch. Aber zumindest war der Plan des deutschen Meisters aufgegangen, nicht die Anfangsphase zu verschlafen und nur noch hinterherzurennen. Zur Pause trennte die Teams nur ein Punkt.

Alba Berlin spielt mutig, macht aber zu viele Fehler

Die Berliner spielten mutig, versuchten mit schnellen Pässen zum Korberfolg zu kommen. Die Bayern setzten mehr auf ihre Physis. Hatte vor der Pause vor allem Othello Hunter (13) damit gepunktet, drehte in der zweiten Hälfte Darrun Hilliard (25) auf. Der NBA-erfahrene Amerikaner netzte Alba in schneller Abfolge drei Distanzwürfe ein. Das sah leicht und geschmeidig aus und tat den Gastgebern weh. Noch mehr, als kurz darauf Andreas Obst ebenfalls per Dreier zum 53:46 für die Bayern traf.

Das größte Problem bereiteten sich die Münchner selbst. Dashaun Thomas und Augustine Rubit kassierten viele Fouls und schwächten so ihr Team. Alba bekam wieder mehr Kontrolle und war nach knapp drei Vierteln Spielzeit beim 55:55 dran. Sehr unglücklich wirkte Jaleen Smith, wertvollster Spieler der vergangenen Saison. Der Ex-Ludwigsburger hat noch nicht seine Rolle in der Berliner Mannschaft gefunden, leistet sich vor allem zu viele Ballverluste (7).

Alba Berlin macht zu wenig aus seinen Chancen

Aber, wie immer in dieser Saison: Alba kämpfte, zwang München zu Turnovern. „Wir haben nie aufgegeben“, sagte Center Johannes Thiemann. Nur machte der Meister nichts aus seinen Ballgewinnen. Die 4658 Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena tobten, weil die Schiedsrichter in kniffligen Situationen mehrfach gegen die Gastgeber pfiffen. Es dauerte fast drei Minuten im Schlussabschnitt, bis die ersten Punkte fielen – für die Gäste. Durch Nick Weiler-Babb, der jetzt Alba ins Herz traf, mit zwölf Punkten im letzten Viertel. Bei Alba klappte nichts mehr, München feierte seinen vierten Sieg gegen Alba in der Euroleague.

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