Alba Berlin

Alba Berlin ist müde, aber im Finale

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Großer Bestandteil des Alba-Erfolgs: Christ Koumadje (l.) steuerte neun Punkte und fünf Rebounds bei.

Großer Bestandteil des Alba-Erfolgs: Christ Koumadje (l.) steuerte neun Punkte und fünf Rebounds bei.

Foto: Stefan Puchner / dpa

Alba Berlin hat sich mit letzter Kraft ins Finale um die deutsche Basketball-Meisterschaft gekämpft. Gegner dort ist Bayern München.

Ulm/Berlin. Jedem Spieler von Alba Berlin war die Müdigkeit anzusehen. Jubelsprünge? Nicht dran zu denken. Ein Freudentänzchen? Vielleicht nächstes Mal. Statt dessen einfach nur durchatmen und erleichtert sein. Der Titelverteidiger gewann das vierte Halbfinalduell um die deutsche Basketball-Meisterschaft nach dem Modus „Best of five“ mit 77:75 (36:36) bei Ratiopharm Ulm. Die Serie ist nach dem Fehlstart in Berlin und den drei darauffolgenden Siegen 3:1 gewonnen. Jetzt geht es um den Titel.

Gegner in der Endspielserie, erneut nach dem Modus „Best of five“, ist Bayern München, das sich gegen die Riesen Ludwigsburg durchgesetzt hatte. Alba hat den Heimvorteil. Die ersten beiden Finals finden am Mittwoch und Donnerstag (jeweils 20.30 Uhr) in der Mercedes-Benz Arena statt. „Wir freuen uns darauf“, sagte Kapitän Niels Giffey, gemeinsam mit Simone Fontecchio (je 17 Punkte) bester Werfer seines Teams, „der Heimvorteil wird uns viel Energie geben.“

Alba Berlins Verletzte fallen weiter aus

In Ulm blieb wieder die Hoffnung unerfüllt, dass einer aus dem Kreis der verletzten Spieler zurück zum Team kommen würde. Bei Louis Olinde (Oberschenkel) und Jonas Mattisseck (Schulter) ist sie sowieso nur noch sehr gering. Aber auch bei Luke Sikma und Johannes Thiemann lässt es der Zustand ihrer Muskulatur noch nicht zu, sie einzusetzen. Also musste Trainer Aito Garcia Reneses wieder mit demselben Kader auskommen wie im dritten Spiel.

Berlin hatte einen Traumstart, der erste Distanzwurf von Tim Schneider landete ebenso im Ulmer Korb wie ein Versuch aus der Mitteldistanz von Simone Fontecchio. 5:0 – das könnte Sicherheit geben. Das Gegenteil war der Fall. Alba blieb fast fünfeinhalb Minuten ohne Punkte, die Berliner vergaben elf Würfe in Folge, Dreier, einfache Korbleger, sogar Tipp-in-Versuche. Hätten sie nicht die beste Defensive der Liga, die Gastgeber hätten daraus viel mehr Kapital schlagen können. Alba machte aus seinen Ballgewinnen ebenfalls viel zu wenig.

Alba Berlins Glück war, dass Ulm auch schlecht traf

Erst als Reneses den 2,21-Meter-Riesen Christ Koumadje einwechselte, änderte sich das. Der von manchen gescholtene Mann aus dem Tschad sammelte fünf Zähler in Folge. Danach lief es etwas besser, weil der immer stärker werdende Niels Giffey und Fontecchio zwei Dreier zum 18:12 verwandelten. Doch diese Phase der Treffsicherheit war auch gleich wieder vorüber. Bis zur Halbzeit landete nur bei elf Berliner Würfen der Ball im Ulmer Korb – bei 32 Versuchen. Eine schwache Bilanz. Albas Glück war bis dahin, dass der Kontrahent es auch nicht viel besser machte (13/31). So war das Resultat nach 20 Minuten ausgeglichen.

Auch danach hatten beide Teams ihre guten und ihre schlechten Phasen. Meist lagen die Gäste vorn, weil Giffey, Fontecchio, auch Tim Schneider (8 Punkte) und am Ende vor allem Jayson Granger (10) wichtige Würfe trafen. Die Quoten blieben wegen der spürbaren Erschöpfung unter dem Normalniveau - außer bei Ulms Andreas Obst (24 Punkte), der zu großer Form auflief und sein Team am Leben hielt.

Am Ende war es ein anderer Deutscher, der Ulms letzte Siegchance vergab. Patrick Heckmanns Dreier landete nur am Korb, nicht drin. Alba schleppte sich ins Finale, hat jetzt aber wenigstens ein paar Tage Pause.

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( diw )