Alba Berlin

Alba Berlins Mission Cupverteidigung muss warten

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Dietmar Wenck
Enttäuscht, weil sie nicht in München antreten können: die Alba Spieler Mattisseck, Granger, Thiemann, Olinde und Schneider (v.l.).

Enttäuscht, weil sie nicht in München antreten können: die Alba Spieler Mattisseck, Granger, Thiemann, Olinde und Schneider (v.l.).

Foto: Andreas Gora / dpa

Alba Berlin muss auf die Cupverteidigung warten. Wegen zwei Corona-Fällen wurde das Top Four um den deutschen Pokal abgesagt.

Berlin. Die meisten Spieler von Alba Berlin waren in Gedanken schon beim Halbfinale um den deutschen Basketball-Pokal gegen die BG Göttingen. Einige schliefen auch. Im Münchner Hotel Leonardo Royal wartete jeder auf seine Art darauf, dass die letzten Stunden bis zur Abfahrt in den Audi Dome vergingen.

Dann kam die Nachricht, dass es Corona-Fälle im Team der Niedersachsen gebe und dass in der Konsequenz das komplette Top Four von der veranstaltenden Basketball-Bundesliga abgesagt worden war. Statt um 19.30 Uhr gegen Göttingen anzutreten, saß der Berliner Reisetross bereits um 16 Uhr im Zug vom Münchner Hauptbahnhof heim in die Hauptstadt.

Spieler Alba Berlins werden von der Absage überrascht

„Ich hatte mich richtig auf das Spiel gefreut“, berichtete Spielmacher Peyton Siva, „der Pokal ist immer ein Ereignis, das Spaß macht. Ich habe noch geschlafen, als Tim (Alba-Spieler Tim Schneider, Anm.d.Red.) an meine Tür klopfte und sagte, dass alles abgesagt sei. Ich wollte es erst gar nicht glauben.“ Aber es ist so: Die Berliner müssen ihre Mission Titelverteidigung verschieben. Zeitpunkt ungewiss.

Die Liga will das Top Four mit den Halbfinals zwischen Bayern München und Ulm sowie Göttingen gegen Alba und dem Endspiel zu einem späteren Zeitpunkt austragen. „Klar ist man enttäuscht“, erklärte Alba-Center Johannes Thiemann, „und bis kurz vor der offiziellen Absage dachten wir auch noch, dass wir spielen.“ Aber die Umstände ließen keine andere Entscheidung zu.

Unter der Woche waren alle Corona-Tests noch negativ

Die Teammitglieder aller vier Turnierteilnehmer waren unter der Woche zweimal getestet worden – ohne ein positives Ergebnis. Bei der Ankunft am Freitag in München gab es einen weiteren Abstrich, diesmal mit einem Treffer im Göttinger Team. Nach Absprache mit dem Münchner Gesundheitsamt hätte das Top Four dennoch stattfinden können, wären alle weiteren Tests am Sonnabend negativ ausgefallen. Aber erneut fiel ein Göttinger Teammitglied durch. Die BG Göttingen beantragte daraufhin die Verlegung, die Liga stimmte dem zu.

„Das ganz klare Ziel ist, den Pokal diese Saison noch zu Ende zu spielen“, sagte BBL-Geschäftsführer Stefan Holz. Die Spielzeit muss bis zum 13. Juni beendet sein. Als einziges Team werden vermutlich die Gastgeber nicht ganz unglücklich sein, denn Bayern München startet am Dienstag ins Viertelfinale der Euroleague gegen Mailand und war mit dem Termin so kurz davor ohnehin unzufrieden. Die Münchner spielten sich schon für ihr Halbfinale gegen Ulm ein, als die Absage kam.

Auch bei der ersten Verlegung war Alba Berlin beteiligt

Das Top Four um den deutschen Pokal steht also unter keinem guten Stern. Ursprünglich sollte es bereits Anfang November stattfinden. Damals wurde es verlegt, weil es bei Alba acht Corona-Fälle gab und die Berliner Mannschaft ihre Qualifikationsspiele nicht bestreiten konnte. Und nun ist der Cupverteidiger erneut betroffen. Wenn auch diesmal nur indirekt. Immerhin ein schwacher Trost.

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