Alba Berlin

Thiemann ist Alba Berlins Matchwinner

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Dietmar Wenck
Der Mann des Abends: Johannes Thiemann (l.), hier beim Versuch des Korblegers. Aus der Distanz traf der Center besser.

Der Mann des Abends: Johannes Thiemann (l.), hier beim Versuch des Korblegers. Aus der Distanz traf der Center besser.

Foto: Andreas Gora / dpa

Alba Berlin hat in der Basketball-Euroleague mit dem 74:65 (28:34) gegen Panathinaikos Athen seinen neunten Sieg geholt.

Berlin. Dort, wo sonst die verletzten Spieler von Alba Berlin sitzen und wo auch am Freitagabend Jayson Granger (Handbruch) und Louis Olinde (Kapselverletzung) Platz nahmen, gesellte sich diesmal ein kerngesunder Profi zu ihnen. Christ Koumadje, am Vortag verpflichtet, schaute dem Treiben seiner neuen Mannschaft zu. Der 2,21 Meter große Mann aus dem Tschad sah, dass sein neuer Center-Kollege Johannes Thiemann ein famoser Distanzschütze ist. Und er sah, wie Alba gegen Panathinaikos Athen 74:65 (28:34) gewann.

Alba Berlin findet schwer in seinen Rhythmus

Nicht mehr hinter der Bande saß Niels Giffey: Der Kapitän des Teams hatte in diesem Jahr noch keine Partie bestritten, nun aber seine Fußverletzung auskuriert. Er wurde auch schon im ersten Viertel eingesetzt. Allerdings begann das Spiel so, als kämen alle Profis aus längeren Pausen zurück. Es klappte gerade in der Offensive nicht viel gegen eine Mannschaft aus Griechenland, die gerade erst eine zweiwöchige Corona-Quarantäne (acht infizierte Spieler) hinter sich hatte und deren bester Mann Nemanja Nedovic auch noch in Athen geblieben war.

Aber die Griechen verstehen es, gut zu verteidigen. Alba kam kaum einmal zu einem geordneten Angriff beziehungsweise zu einem geplant wirkenden Abschluss. Dazu gesellten sich viele Ballverluste, Schwächen beim Rebound und miserable Wurfquoten – kein Wunder, dass Panathinaikos nach einer 10-0- und einer wenig später folgenden 9:0-Punkteserie das Geschehen anfangs kontrollierte.

Doch je länger das Spiel dauerte, desto besser klappte es für die Gastgeber. Elf Punkte im ersten Viertel, 17 im zweiten, 22 im dritten und 24 im Schlussabschnitt – die Steigerung war an nackten Zahlen zu messen. „Wir sind ein bisschen schlapp gestartet“, sagte Peyton Siva, „erst in der zweiten Halbzeit haben wir unseren Rhythmus gefunden.“ Thiemann fand: „Wir waren anfangs einfach unkonzentriert.“

Endlich treffen Alba Berlins Distanzschützen

Allerdings verteidigten auch die Berliner sehr aufmerksam, Panathinaikos konnte seine stärksten Waffen kaum einsetzen, den langen Center Georgios Papagiannis oder Ioannis Papapetrou, der Alba sonst in fast jedem Spiel große Probleme bereitet. War das zweite Viertel schon ausgeglichen verlaufen, machte sich ein ganz anderes Gefühl breit, als Albas Distanzschützen endlich trafen. Marcus Eriksson (12 Punkte), Maodo Lo (11), Simone Fontecchio (8).

Und dann: Johannes Thiemann. Mit einer 53:50-Führung gingen die Gäste ins letzte Viertel. Dann warf der 27-Jährige den ersten Dreier, den zweiten, den dritten, den vierten. Plötzlich lag Alba 62:55 vorn, hatte das Geschehen komplett gedreht. Weil der Center seine Würfe traumwandlerisch sicher versenkte. „Johannes hat uns offensiv das Spiel gewonnen“, lobte Giffey. Auf 16 Punkte kommt Thiemann auch nicht in jedem Spiel, bei sieben lag sein Schnitt bisher.

Doch diesmal war es sein Abend. „Ich freue mich, dass es ein gutes Spiel von mir war“, sagte der deutsche Nationalspieler, „aber noch mehr freue ich mich darüber, dass wir gewonnen haben.“ Gut getan hat das nach zuvor vier Niederlagen in Folge in der Euroleague. Alba hat nach 26 Spielen jetzt immerhin neun Siege, bleibt aber 16. in der Tabelle. Trotzdem gut für die Stimmung, mit einem Erfolgserlebnis in das Bundesligaspiel am Sonntag (18 Uhr, Magentasport) gegen Crailsheim gehen zu können.

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