Basketball

Alba Berlin geht in Istanbul die Kraft aus

Im 19. Saisonspiel der Basketball-Euroleague kassierten Alba Berlin mit 76:84 bei Efes Istanbul bereits seine zwölfte Niederlage.

Diesmal nichts zu holen für Alba Berlin: Jayson Granger (v.l.), Trainer Israel Gonzalez, Simone Fontecchio und Tim Schneider verloren in Istanbul.

Diesmal nichts zu holen für Alba Berlin: Jayson Granger (v.l.), Trainer Israel Gonzalez, Simone Fontecchio und Tim Schneider verloren in Istanbul.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Eine Halbzeit lang sah es so aus, als sei Alba Berlin in der Basketball-Euroleague auf gutem Wege, seinen achten Saisonsieg zu schaffen. Aber durch ein miserables drittes Viertel verlor die ersatzgeschwächte Mannschaft von Interims-Cheftrainer Israel Gonzalez bei Anadolu Efes Istanbul mit 76:84 (44:36). Am Donnerstag (20 Uhr) empfängt sie im nächsten Spiel Armani Mailand in der Mercedes-Benz Arena.

14 Spiele hat Anadolu bisher in der türkischen Liga bestritten und alle gewonnen. Doch in der europäischen Königsklasse tut sich das Team des derzeit verletzten deutschen Centers Tibor Pleiss weit schwerer, steht im Mittelfeld der Tabelle und hatte vor der Partie gegen Alba nur bei drei seiner neun Heimspiele das Parkett als Sieger verlassen. Auf der anderen Seite sprach der direkte Vergleich eindeutig für Anadolou: Von den bis dahin vierzehn Duellen mit dem neunmaligen deutschen Meister hatte es 13 für sich entschieden. Der letzte Alba-Erfolg stammt aus dem Jahr 2004. Aus Istanbul hat Berlin noch nie Zählbares heimgebracht.

Bei Alba Berlin gibt Siva sein Comeback

Phasenweise schien es, als sollte dies erstmals gelingen. Zwar verzichteten die Gäste auf Marcus Eriksson, der im Bundesligaspiel am vergangenen Sonntag gegen Gießen schon einsatzbereit schien, aber offensichtlich noch Zeit braucht. Dafür ist Peyton Siva von seiner Oberschenkelverletzung genesen und kam schon im ersten Viertel zu Spielminuten. Dass er eine Weile brauchen wird, wieder ins Team zu finden, wurde dennoch deutlich. Nach wie vor fehlen mit Eriksson, Luke Sikma, Niels Giffey und Lorenz Brenneke vier Profis im Alba-Kader.

Trotzdem starteten die Berliner viel versprechend. Den fehlenden Rhythmus bei den Türken nutzten sie, um sich bis zur Halbzeit eine Acht-Punkte-Führung zu erarbeiten - obwohl auch bei ihnen längst nicht alles nach Plan lief. Sie leisteten sich wenige Fehler, hatten die gefährlichen Distanzschützen des Gegners recht gut im Griff und ließen besonders unter dem eigenen Korb kaum etwas zu. In der Offensive konnten sie sich auf einen glänzend aufgelegten Jayson Granger (17 Punkte) und einen meistens treffsicheren Ben Lammers (14) verlassen.

Im dritten Viertel entscheidet sich die Partie - gegen Alba

Doch im dritten Viertel wurde die Partie entschieden - zu Ungunsten Albas. Mit 26:9 ging es an Anadolou, zählte man die letzten Punkte der ersten Hälfte mit, war es sogar ein 30:9-Lauf der Gastgeber. Schade für die Berliner, die noch 44:32 geführt hatten und nun nach dreißig Minuten 53:62 hinten lagen. Vasilije Micic, Shane Larkin, Adrien Moerman (je 15 Punkte) und Rodrigue Beaubois (11) trafen jetzt aus allen Lagen. Der Verteidigungselan des deutschen Meisters war dahin, und in der Offensive wurden zu viele hektische (Fehl-)Entscheidungen getroffen. Alles Zeichen der nachlassenden Kräfte.

Im vierten Abschnitt wuchs der Vorsprung Istanbuls auf bis zu fünfzehn Punkte (74:59/34. Minute), erst dann ließ der Druck auf Alba etwas nach. Technische Fouls gegen Gonzalez und Granger zeigten ebenfalls, dass die Berliner erschöpft waren - und genervt von schwachen Schiedsrichtern. Am Ende verkürzte vor allem Lo (11) den Rückstand auf einen erträglichen Abstand. Verloren haben die Berliner nur ein Viertel, das dritte. An ihrer verdienten Niederlage gab es aber keinen Zweifel. BM

Mehr über Alba Berlin lesen Sie hier.