Alba Berlin

Eriksson fällt lange aus: Alba Berlin im Teufelskreis

Marcus Eriksson knickt im Spiel gegen St. Petersburg um. Er wird Alba Berlin wegen einer Bänderverletzung wochenlang fehlen.

Verletzte sich im Spiel gegen St. Petersburg: Marcus Erikssons Drei-Punkte-Würfe fehlten Alba Berlin gegen die Russen und fehlen nun auch in den nächsten Spielen.

Verletzte sich im Spiel gegen St. Petersburg: Marcus Erikssons Drei-Punkte-Würfe fehlten Alba Berlin gegen die Russen und fehlen nun auch in den nächsten Spielen.

Foto: nph / Rojahn / picture alliance / nordphoto

Berlin.  Gerade erst hatten sich die Reihen der Zuschauer unter den Profis von Alba Berlin so schön gelichtet. Nur Louis Olinde musste wegen seiner Adduktorenprobleme noch abseits der Mannschaftsbank Platz nehmen, als der deutsche Meister in der Mercedes-Benz Arena Zenit St. Petersburg empfing; die wegen sechs Infektionen mit dem Coronavirus arg zurückgeworfenen Berliner waren also beinah wieder komplett. Doch wie nicht anders zu erwarten: Durch die hohen Belastungen mit den Partien im Zwei-Tages-Rhythmus hat es nun den ersten Alba-Spieler erwischt. Nach 18 Minuten humpelte Marcus Eriksson verletzt in die Kabine. Die Gastgeber unterlagen 66:73.

Alba Berlins Eriksson knickt beim Dribbling übel um

Die Szene war nichts für sensible Gemüter. Der Schwede dribbelte mit dem Ball nach vorn und wollte den sich ihm entgegenstellenden Vitali Fridzon umkurven. Das ging schief, wobei man dem Russen keinen Vorwurf machen konnte. Eriksson knickte übel mit dem linken Fuß um, so heftig, dass die Bänder sehr stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Es war eher ein Konzentrationsverlust denn ein Foul, ein Missgeschick, wie es gerade bei müden Spielern passiert. „Er hat ein Problem mit dem Fußgelenk. Sicher ist, dass er am Sonntag nicht spielen kann“, sagte Trainer Aito Garcia Reneses. Es kam viel schlimmer: Eine Untersuchung ergab, dass Eriksson wochenlang ausfällt.

Highlights von Alba Berlin gegen Zenit

An diesem Sonntag (15 Uhr, Magentasport) wartet schon die nächste Kraftprobe, diesmal in der Bundesliga gegen die Telekom Baskets Bonn. Beide Teams standen sich schon vor knapp zwei Wochen im Pokal gegenüber. Alba siegte in der alten Hauptstadt 90:82. Am längsten auf dem Feld stand bei den Berlinern: Marcus Eriksson.

Alba Berlin ist in einem Teufelskreis

Es gehört keine Schwarzmalerei dazu, um sich Sorgen zu machen, dass es nicht bei dieser einen Verletzung bleiben wird. Alba ist permanent gegen härteste Konkurrenz gefordert. Sonntag gegen Bonn, Donnerstag gegen Khimki Moskau, anschließend folgt eine Serie von fünf Spielen in zehn Tagen, die ersten vier davon allesamt auswärts. Das grenzt an Wahnsinn, zumal die Spieler nach der Corona-Krise keineswegs topfit sind. Es ist wie in einem Teufelskreis. Ist ein Spieler krank oder verletzt, müssen die anderen umso mehr leisten. Tapfer sagte Ben Lammers, mit 15 Punkten, zehn Rebounds und zwei Blocks bester Alba-Spieler gegen St. Petersburg: „Wir versuchen immer zurückzukommen, egal wie müde wir sind. Wir haben sicherlich nicht so viel im Tank wie normalerweise, dennoch geben wir alles.“

Das war auch Freitag in der Euroleague wieder zu sehen, doch aller Einsatz reichte diesmal nicht, wie es noch zwei Tage zuvor gegen Villeurbanne in letzter Sekunde geklappt hatte (76:75). Trainer Garcia Reneses erklärte, warum. „Wir haben in der ersten Hälfte sehr schlecht in der Offense gespielt“, sagte der Spanier. Seine Spieler bräuchten dringend Trainingsphasen, um Spielzüge einzuüben, sie zu automatisieren. „Nur darüber zu sprechen, genügt nicht“, beklagte der 73-Jährige. Aber dafür ist keine Zeit. Dennoch lobte er seine Mannschaft: „Wir haben mit großem Einsatz, Intensität und Stolz gespielt. Wir haben verloren, aber niemals aufgegeben.“

Albas Spieler geben sich kämpferisch

Es ist anzunehmen, dass genau diese Einstellung in den kommenden Wochen immer mehr gefordert sein wird. „Es ist natürlich eine schwere Situation, die Spiele warten nicht auf uns“, kommentierte Alba-Anführer Luke Sikma die Lage. Auch er suchte zugleich nach dem Positiven in der bitteren Niederlage gegen einen Klub, den er und seine Kollegen vergangene Saison noch zweimal geschlagen hatten: „Mir gefällt insgesamt, wie wir das Pensum bislang angenommen haben. So müssen wir weitermachen.“ Solange die Knochen und Bänder mitspielen.

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