Kommentar

Alba Berlin feiert einen Sieg für die Moral

Alba Berlin hat sich gegen Villeurbanne aus schwieriger Lage mit viel Mut zurückgekämpft. Typisch Alba, findet Dietmar Wenck.

Peyton Sivas Dreier kurz vor dem Ende des Spiels gegen Villeurbanne ist sehr wichtig für Moral von Alba Berlin, sagt Dietmar Wenck.

Peyton Sivas Dreier kurz vor dem Ende des Spiels gegen Villeurbanne ist sehr wichtig für Moral von Alba Berlin, sagt Dietmar Wenck.

Foto: picture alliance/Reto Klar

Berlin. Mit einem einzigen Satz brachte Peyton Siva alles zum Ausdruck. So, wie der Amerikaner mit einem einzigen Wurf seine Mannschaft von Alba Berlin soeben vor großer Frustration bewahrt und sie in Siegerlaune versetzt hatte. Siva sagte: „Wir haben gezeigt, dass wir uns zurückkämpfen können.“ Das galt für dieses Spiel gegen Asvel Villeurbanne, das Alba nach hohem Rückstand durch seinen Dreipunktewurf 76:75 gewonnen hatte. Das galt für die bisherige Saison, in der sein Verein durch sechs mit dem Coronavirus infizierte Profis ziemlich aus der Spur gebracht wurde. Und das galt natürlich für ihn selbst.

Alba Berlin ist in Europa wieder im Geschäft

Der 30-Jährige ist ja einer der der sechs, und zwar der, den es am härtesten getroffen hatte. Niemand brauchte länger, um nach der Krankheit wieder auf die Beine zu kommen. So war es auch gegen die Franzosen. Siva gelang längst nicht alles, er musste sich durchkämpfen. Aber am Ende der Partie war er eine treibende, immer an sich glaubende Kraft. Sein Auftrag lautete, bei der letzten Aktion des Spiels beim Stand von 73:75 zum Korb zu ziehen und zum 75:75 auszugleichen. Mit ein bisschen Glück würde er dabei sogar gefoult und könnte einen weiteren Punkt hinzufügen. So der Plan. Er ging nicht auf. Alle Wege für Siva waren versperrt. Er musste werfen und traf, obwohl er vorher all seine fünf Distanzwürfe vergeben hatte.

Highlights vom Alba-Sieg

Alba ist damit in dieser durch Corona schon jetzt zerstörten Saison wieder im sportlichen Geschäft. Hätten die Berliner verloren – nun ja, das wäre schon trist gewesen. Sie müssen sich gerade allen Rückschlägen und dem Mangel an Trainingseinheiten zum Trotz zu einer Mannschaft entwickeln, die wettbewerbsfähig ist, nicht nur in Europa. Und dabei ihrem Stil, ihrem Basketball treu bleiben. Sie sind jetzt auf einem guten Weg nach diesem Sieg für die Moral, der enorm bedeutsam für das angekratzte Selbstbewusstsein ist. Und neue Sicherheit gibt.

Die etablierten Kräfte beweisen ihren Wert für Alba Berlin

Nachdem in den vergangenen Wochen die neuen Spieler so prächtig eingeschlagen und Scharfschütze Marcus Eriksson so gut getroffen hatte, war es nun für die Teamchemie wichtig, dass diesmal die etablierten Siva, Luke Sikma, Niels Giffey und Johannes Thiemann mehr Anteil am Erfolg hatten. Alba kämpft sich zurück zu dem, was Alba vergangene Saison war: schwer auszurechnen durch den bis zur Waghalsigkeit offensiven Basketball, bei dem jeder eine tragende Rolle übernehmen kann. Aber auch gut verteidigend, wenn es sein muss. Und immer entschlossen, selbst wenn vorher nicht alles geklappt hat.

Siva und seine Kollegen haben das am Mittwoch gegen Villeurbanne mutig vorgelebt. Es heißt ja, dem Mutigen gehöre die Welt. Ganz bestimmt trifft das auch auf die Basketball-Welt zu.

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