Alba Berlin

Sechs Infizierte: Alba Berlin sitzt in der Corona-Falle

Nach einem Corona-Fall am Wochenende wurden fünf weitere Teammitglieder von Alba positiv getestet. Wie es weitergeht, ist unklar.

Sechs Spieler und andere Teilnehmer von Alba Berlin haben sich bei der Reise nach Moskau mit dem Coronavirus infiziert.

Sechs Spieler und andere Teilnehmer von Alba Berlin haben sich bei der Reise nach Moskau mit dem Coronavirus infiziert.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Jetzt hat das Coronavirus auch den Basketball in Deutschland voll erwischt. Nachdem zunächst besonders Vereine aus Frankreich und Russland betroffen waren, hat die Pandemie nun Alba Berlin erreicht. Am Sonntag musste schon das Pokalspiel gegen Braunschweig wegen eines infizierten Berliner Profis abgesagt werden. Nun wurden fünf weitere Mannschaftsmitglieder positiv auf Covid-19 getestet, wie der Basketball-Bundesligist am Dienstag mitteilte. Ob es sich um weitere Spieler, Betreuer, Trainer oder vielleicht sogar den 73 Jahre alten Cheftrainer Aito Garcia Reneses handelt, gab Alba nicht bekannt.

„Alle sechs wurden isoliert und stehen unter kontinuierlicher medizinischer Beobachtung“, hieß es in einer Mitteilung des deutschen Meisters. Der Klub informierte die Euroleague von der neuen Situation, und die sagte das für Donnerstag geplante Heimspiel der Berliner gegen Baskonia Vitoria-Gasteiz ab. Die zuständige Gesundheitsbehörde wurde vom neunmaligen deutschen Meister informiert und wird nun über das weitere Vorgehen entscheiden, zum Beispiel, wann wieder gemeinsam trainiert werden kann.

Alle anderen Reisemitglieder von Alba Berlin sind in Quarantäne

Der erste Corona-Fall war nach der Euroleague-Reise zum Auswärtsspiel nach Moskau am vergangenen Freitag aufgetreten. Einer der Spieler hatte Symptome der Krankheit gezeigt. Das war ausgerechnet am Tag nach dem umjubelten 93:88-Sieg beim Top-Favoriten ZSKA Moskau geschehen. Alle, die Kontakt zum Reisetross hatten, mussten sich nun in Quarantäne begeben – das sieht die in Berlin-Mitte geltende Verordnung des Gesundheitsamtes so vor. „Es war ja eine klar abgegrenzte Gruppe“, erläuterte Alba Berlins Geschäftsführer Marco Baldi, der selbst nicht bei der Dienstreise nach Russland dabei war.

Wie es sportlich weitergeht, ist völlig offen. Undenkbar ist bei der Infektionslage, dass das nächste Euroleague-Spiel am 30. Oktober in Mailand stattfinden kann. Sicher ist schon, dass Alba auch am Wochenende zu seinen beiden weiteren Gruppenspielen um den deutschen Pokal gegen Gastgeber Telekom Baskets Bonn (Sonnabend) und die EWE Baskets Oldenburg (Sonntag) nicht antreten kann. „Wir werden eine Spielverlegung beantragen“, sagte Baldi am Dienstagnachmittag der Berliner Morgenpost. Die veranstaltende Basketball-Bundesliga (BBL) tagte zur selben Zeit bereits in Köln, um über das Thema zu beraten.

Alba Berlins Geschäftsführer Baldi: Gesundheit an erster Stelle

„Die Reihenfolge ist für uns völlig klar“, führte Baldi weiter aus: „Erst kommen die Menschen, dann alles andere. Es geht in erster Linie um Gesundheit. Hier sind kranke Menschen, und wir müssen alles tun, um deren Gesundheit wiederherzustellen.“ Die hohe Ansteckungsquote innerhalb der Reisegruppe ist auch dadurch zu erklären, dass die rund zwanzig Teilnehmer per Charter nach Moskau geflogen waren und dadurch eine große Enge bestand. Linienflüge konnten nicht gebucht werden.

Zunächst darf Alba nicht mehr reisen. Die Berliner profitieren vordergründig von einer Veränderung der Regeln, die sich die Euroleague selbst auferlegt hat. Anfangs wurden Teams, die wegen Covid-19-Erkrankungen keine acht Profis für eine angesetzte Partie aufs Spielfeld bekamen, mit 0:20-Niederlagen bestraft. Diese Regel wurde mittlerweile gekippt: Jetzt dürfen Spiele bis zu dreimal verlegt werden, erst danach greift die alte Regelung. Baskonia Vitoria kann sich also zwar die Reise nach Berlin erst einmal sparen, die Punkte haben die Spanier aber noch nicht gewonnen. Außerdem sehen die Euroleague-Bestimmungen vor, dass Teams erst zwei Wochen nach dem ersten positiven Test wieder antreten dürfen – wenn sie symptomfrei sind. Andernfalls verlängert sich diese Frist noch.

Wann Alba Berlin wieder spielen kann, ist unklar

Allerdings ist aktuell ohnehin schwer vorstellbar, wie überhaupt noch Termine für Nachholbegegnungen gefunden werden sollen. Der Kalender ist jetzt schon brechend voll im Basketball. Das gilt national ebenso wie im Europapokal. Baldi riet, man solle jetzt weniger über Termine nachdenken, sondern zuerst den Grundgedanken vollziehen: wie man den sportlichen Wettbewerb aufrechterhalten könne. Da sei viel Kreativität und Flexibilität gefragt. „Die BBL hat schon einmal gezeigt, wie es gehen kann“, sagte er mit Bezug auf das Finalturnier am Ende der vergangenen Saison in München.

Allgemein gelte zurzeit, dass die Situation extrem fordernd und anspruchsvoll ist, „nicht nur im Sport“, wie der Manager betont. Im Moment sei nicht klar, wann Alba überhaupt wieder spielen könne: „Das Wesentliche ist, dass alle gesund werden.“

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