Alba Berlin

Corona-Fall bei Alba Berlin überschattet Basketball-Pokal

Ein Spieler von Alba Berlin ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Liga sagt das für Sonntag geplante Pokalspiel ab.

Welcher Spieler von Alba Berlin positiv getestet wurde, ist unklar.

Welcher Spieler von Alba Berlin positiv getestet wurde, ist unklar.

Foto: Andreas Gora / dpa

Bonn. Ein Corona-Fall bei Titelverteidiger Alba Berlin hat dem deutschen Basketball gleich beim ersten Höhepunkt die Unwägbarkeiten einer womöglich turbulenten Saison aufgezeigt. Weil ein Spieler des Meisters am Sonnabend positiv auf das Coronavirus getestet wurde, musste die Auftaktbegegnung der Basketballer aus der Hauptstadt im Pokal gegen Braunschweig abgesagt werden.

Der Spieler sei isoliert worden, teilten Liga und Klub mit. „Die zuständige Gesundheitsbehörde ist kontaktiert worden, deren Entscheidung über das weitere Vorgehen steht noch aus“, hieß es in der Mitteilung. Um welchen Spieler es sich handelt, gaben Liga und Verein nicht bekannt.

Alba hatte noch am Freitag in der Euroleague überraschend bei ZSKA Moskau in Russland gewonnen und sollte am Sonntagabend (18 Uhr) in Bonn gegen die Löwen Braunschweig zu seinem ersten Gruppenspiel antreten.

Spielplan-Verschiebungen hat der Basketball einkalkuliert

Dass es in dieser Spielzeit zu coronabedingten Verschiebungen kommen kann, hatte Liga-Boss Stefan Holz bereits zwei Tage vor dem Pokal-Turnier prophezeit. „Es wird Einschläge geben“, sagte Holz. Dass es so schnell passiert, beweist aber die möglichen Schwierigkeiten einer Saison, deren Terminplan bereits eng ist und für die Europapokal-Starter Reisen in ausländische Risikogebiete beinhaltet.

In Bonn sollte Alba bereits vor leeren Rängen spielen. Doch immerhin waren für die Gruppenspiele am Standort Weißenfels 500 Fans zugelassen. Ein Fakt, der bei aller Freude der Klubs, im Nachhinein neue Fragen und Herausforderungen mit sich brachte. Denn bei den ersten nationalen Pflichtspielen vor Publikum seit März rissen sich die Fans zunächst nicht gerade um die Tickets. „Es ist klar, dass das kein Selbstläufer wird“, sagte Philipp Galewski, Geschäftsführer von Brose Bamberg. Dessen Auftaktsieg gegen Ulm - immerhin beides Halbfinalisten des Vorjahres - sahen in Weißenfels nur 150 Fans.

Pokal-Turnier ist kein Zuschauermagnet

„Als Verein ist man verwöhnt und erwartet, dass man die Plätze schnell verkauft bekommt. Aber diese Zeiten sind vorbei“, meinte Galewski. „Die Fans sind nicht mehr gewohnt, in die Halle zu kommen. Da ist sehr viel Kommunikation erforderlich.“ Ähnliche Erfahrungen hatten bereits die Handball-Bundesligisten gemacht. Bamberg selbst hatte kürzlich 1200 Fans für ein Testspiel genehmigt bekommen, aber nur gut die Hälfte der Karten abgesetzt.

Nach Meinung seines Weißenfelser Amtskollegen Martin Geissler sind in der Kommunikation nicht ausschließlich die Vereine gefragt. „Wenn von Behörden und Politik von einer erhöhten Gefahrenlage gesprochen wird, würde ich mir auch überlegen, zu einem Großereignis zu gehen“, sagte der 35-Jährige. Als Klub könne man zeigen, dass man alles für die Sicherheit der Zuschauer tue und sie so überzeugen.

Steigende Infektionszahlen bereiten dem Basketball Sorgen

Was das konkret bedeutet, war am Wochenende in der Stadthalle zu erleben. Diese war strikt in aktive (Teams) und passive (Zuschauer) Zonen unterteilt, es sah durch fast zwei Meter hohe Plexiglaswände zwischen Tribüne und Spielfeld teilweise aus wie beim Eishockey. Am Eingang bestand die Pflicht zum Fiebermessen, die Sitzanordnung in Zehnergruppen sollte die schnelle Nachverfolgbarkeit von Kontakten gewährleisten. Zwischen den Spielen wurden Plätze, Geländer, Gänge und selbst die Polsterungen der Werbebanden desinfiziert.

Dennoch könnten aufgrund der steigenden Infektionszahlen schon am nächsten Wochenende, wenn die Pokal-Spieltage zwei und drei ausgetragen werden, erneut Geisterspiele anstehen. Bei den Pokal-Turnieren in Bonn und Vechta war das bereits an diesem Wochenende der Fall. Für die Klubs dürfte das wirtschaftlich nur einen kleinen Unterschied machen. „Wir nehmen die momentan erlaubten 20 Prozent gerne an. Aber finanziell ist das ehrlicherweise zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel“, sagte Galewski.