Kommentar

Alba Berlin meldet sich in Europa zurück

Mit einem beeindruckenden Sieg bei ZSKA Moskau hat Alba Berlin gezeigt: Das neue Team ist stark genug, in Europa mitzuhalten.

Alba-Grüße aus Moskau: Maodo Lo, Niels Giffey, Luke Sikma (v.l.) und ihre Kollegen von Alba Berlin gewannen sensationell bei ZSKA.

Alba-Grüße aus Moskau: Maodo Lo, Niels Giffey, Luke Sikma (v.l.) und ihre Kollegen von Alba Berlin gewannen sensationell bei ZSKA.

Foto: Vladimir Astapkovich / picture alliance/dpa

Manche Kommentare nach den ersten drei Niederlagen klangen schon sehr negativ. Alba Berlin sei nicht stark genug, in der gerade begonnenen Saison der Euroleague mitzuhalten. Die Abgänge an guten Spielern aus der vergangenen, erfolgreichen Spielzeit seien nicht kompensiert worden. Und wann kommt eigentlich endlich Ersatz für Center Landry Nnoko? Sogar bei den Berlinern selbst machten sich leise Zweifel breit.

Die sind jetzt erst mal vom Tisch. So wie Alba in der vergangenen Saison bei Panathinaikos Athen, Olympiakos Piräus oder Armani Mailand verblüffende Siege einfuhr, so kam am Freitag wie aus dem Nichts das 93:88 bei ZSKA Moskau. Es war zwar nicht der erste Triumph in Moskau. Auch 1996/97 und 1999/2000 hat der deutsche Meister schon die Punkte aus der russischen Hauptstadt mitgebracht. In jedem Fall war der neuerliche Erfolg aber der überraschendste. Besonders die Art, wie er zustande kam.

Alba Berlin spielte zum ersten Mal wieder wie Alba Berlin

Denn es war genau die Art der letzten Saison. Mit mutigem, schnellem Offensiv-Basketball wurde der Favorit in die Knie gezwungen. „Wie früher“ möchte man fast sagen. Der neue Alba-Spieler Simone Fontecchio sagte: „Wir haben in unserem Stil gespielt.“ Er hat ihn nach vier Partien offenbar schon verinnerlicht. Und bei anderen im Team klappt das plötzlich auch schon viel besser als noch wenige Tage zuvor. Maodo Lo etwa zeigte sein bestes Spiel im Alba-Trikot. Beinahe noch erfreulicher war allerdings: Das galt auch für Luke Sikma und Peyton Siva, die ihrer Rolle als Anführer der Mannschaft erstmals gerecht wurden.

Es war klar, dass diese Entwicklung mit der Integration von insgesamt fünf Neuen ein Prozess sein würde. Und Vorsicht: Er ist auch noch in vollem Gange. Wer jetzt glaubt, der Knoten sei geplatzt und nun müsse sich die Konkurrenz aber warm anziehen, wird schon bald wieder enttäuscht werden. Zu viel Euphorie ist genauso unangebracht wie zu viel Pessimismus. Rückschläge werden ganz sicher kommen. Das ändert nichts an dem guten Gefühl, dass die Alba-Mannschaft jetzt einmal bewiesen hat, wozu sie im Stande ist.

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