Alba Berlin

Alba Berlin kämpft gegen die Verunsicherung

Alba Berlin hat das erste Duell mit Bayern München klar verloren. Trainer Reneses fordert, dass die Spieler Lehren daraus ziehen.

Besorgte Mienen bei Alba Berlins Cheftrainer Aito Reneses und seinem Spielmacher Peyton Siva.

Besorgte Mienen bei Alba Berlins Cheftrainer Aito Reneses und seinem Spielmacher Peyton Siva.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Die Körpersprache sagte mehr als tausend Worte. Auf der einen Seite die Mannschaft von Bayern München, freudestrahlend, selbstbewusst, entschlossen. Auf der anderen Seite Alba Berlin, frustriert, hängende Schultern, verunsichert. Das auch in dieser Höhe verdiente 72:90 im zweiten Spiel der Basketball-Euroleague gegen den Erzrivalen hatte bei den sonst so fröhlichen Berlinern Spuren hinterlassen. Und eine Erkenntnis: „Wir haben gesehen, dass wir noch einen sehr weiten Weg vor uns haben“, sagte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi.

Im ersten Saison-Duell zwischen dem deutschen Meister und Pokalsieger und seinem Vorgänger haben die Jäger aus Bayern reiche Beute gemacht. Es wirkte nicht, als sei ihnen dies besonders schwer gefallen. Auf die Frage nach dem Geheimnis ihres Erfolgs genügte ein Wort: „Defense“, antworteten die Spieler Vladimir Lucic und Nick Weiler-Babb ebenso spontan wie Trainer Andrea Trinchieri. Während Maodo Lo, im Sommer von München nach Berlin gewechselt, erkennen musste: „Wir haben uns in der Verteidigung sehr schlecht angestellt.“ Aber nicht nur dort.

Alba Berlin und die Bayern haben Leistungsträger verloren

Es ist ein bisschen schwer zu erklären, warum das eine Team bereits so eingespielt wirkte, das andere so unkoordiniert. Beide Vereine haben fünf neue Spieler verpflichtet, beide haben drei tragende Säulen verloren - die Berliner Landry Nnoko, Martin Hermannsson und Rokas Giedraitis, die Münchner Greg Monroe, Maodo Lo und Danilo Barthel. Nur scheint das den Bayern weniger auszumachen. „Sie haben sehr gut gespielt, mit großer Energie und guten Wurfquoten“, lobte Alba-Trainer Aito Reneses den Kontrahenten. Was bei den Berlinern Wirkung hinterließ, wie Baldi erkannte: „Sowie wir den Fluss verlieren, geht auch der Mut runter. Wir müssen noch einen Weg finden, wenn wir den Fluss verlieren, dass dann nicht alles runtergeht. Sondern, dass wir alles beieinander halten können.“

Man müsse sich verbessern, das ist auch das naheliegende Ziel von Reneses. Vielleicht fällt der Neustart der voll auf Offensive getrimmten Berliner so schwer, weil sie es nach Maccabi Tel Aviv (73:80) gleich mit dem nächsten knüppelhart verteidigenden Gegner zu tun bekamen. Wobei nicht nur Albas Zugänge am Bayern-Bollwerk verzweifelten. Auch die Anführer Peyton Siva, Luke Sikma oder Niels Giffey wirkten mit der Situation überfordert. Maodo Lo benutzte eine Floskel, die aber sehr treffend war: „Bei uns war noch viel Sand im Getriebe.“ Das Knirschen war förmlich hörbar.

Nicht das letzte Duell Alba gegen Bayern

„Unsere Stärke wird immer im Team liegen. Es dauert, bis sich das findet“, richtete Baldi den Fokus nach vorn. Die Alba-Mannschaft sei unter ihren Möglichkeiten geblieben. Nackenschläge wie jetzt gegen die Bayern sind eher nicht geeignet, das angekratzte Selbstvertrauen zu reparieren. Doch Trainer Aito Reneses (73) hat genug Erfahrung, es möglichst bald wiederherzustellen. „Wir müssen aus diesem Spiel lernen und uns verbessern. Es ist wichtig, zu erkennen, wo wir stehen und welche Probleme wir haben.“ So gesehen, kann die klare Niederlage nur hilfreich sein. Zum Glück war es ja der erste Vergleich mit den Bayern. Und mit Sicherheit nicht der letzte in dieser Saison.

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