Alba Berlin

Alba Berlin verliert zum Auftakt in Tel Aviv

Ein schwaches Viertel verdarb Alba den Auftakt in der Basketball-Euroleague. Die Berliner unterlagen 73:80 in Tel Aviv.

Albas Trainer Aito Reneses konnte mit dem Spiel seiner Mannschaft in Tel Aviv zufrieden sein – nur nicht im zweiten Viertel.

Albas Trainer Aito Reneses konnte mit dem Spiel seiner Mannschaft in Tel Aviv zufrieden sein – nur nicht im zweiten Viertel.

Foto: Soeren Stache / dpa

Berlin. Ein außergewöhnlich schwaches Viertel lässt sich gegen Maccabi Tel Aviv selbst mit einer engagierten kämpferischen Leistung nicht aufholen. Die zweiten zehn Minuten von Alba Berlin in der neuen Saison der Basketball-Euroleague dämpften etwas die großen Hoffnungen auf die nächste begeisternde Spielzeit des deutschen Meisters. Denn nach einer klaren Leistungssteigerung setzte sich der Favorit vor einer zuschauerlosen Kulisse in der sonst so stimmungsvollen Menora Mivtachim Arena mit 80:73 (49:41) durch, obwohl die Gäste durchaus Chancen auf einen Überraschungscoup hatten.

Die skeptischen unter den Alba-Fans werden anfangs ihren Augen kaum getraut haben. Die in der Vorbereitung wegen Verletzungen wenig eingesetzten Zugänge Ben Lammers und Simone Fontecchio traten auf, als gehörten sie bereits seit Jahren zum Alba-Kader. Auch der reboundstarke Louis Olinde feierte ein gutes Pflichtspiel-Debüt. Mit einigen Problemen zu kämpfen hatten anfangs ausgerechnet die Euroleague-erfahrenen Maodo Lo und Jayson Granger.

Alba Berlin spielte im ersten Viertel erstaunlich stark

Der Amerikaner Lammers zeigte einige seiner gefürchteten Blocks, der Italiener Fontecchio ein gutes Händchen. Er traf aus allen Lagen, teilweise auch sehr gut von Niels Giffey oder Peyton Siva eingesetzt. Dazu warf der Schwede Marcus Eriksson so viel wie von ihm erwartet und sammelte ebenfalls sehr ordentlich Punkte. Aus alldem resultierte am Ende des ersten Viertels eine 29:19-Führung, die Giffey sogar zu Beginn des zweiten auf 31:19 erhöhte.

Doch dann brach das bis dahin so schön harmonierende Gefüge auseinander. Nicht etwa, weil bei Maccabi die aus der NBA verpflichteten Riesen Ante Zizic und Dragan Bender Alba unter den Körben beeindruckt hätten. Sie waren eher eine Enttäuschung. Sondern weil Tel Aviv nun wie wachgeküsst in der Verteidigung anzog. „Das war der Schlüssel zum Erfolg“, freute sich Trainer Ioannis Sfairopoulos, „da waren wir großartig in Offense und Defense.“ Die Berliner fanden keinen freien Mitspieler mehr, Maccabi stahl die Bälle beinahe nach Belieben und vollendete im Schnellangriff. Bittere Momente für Alba, 25:2 Punkte für die Gastgeber in Serie. Zwei Dreier von Siva und Eriksson hielten das Resultat in Grenzen.

Alba hatte Chancen zum Überholen, nutzte sie aber nicht

Nach der Pause hatte auch Granger nun mehr lichte Momente und markierte acht Alba-Punkte zum 49:51 aus Berliner Sicht. Doch es zeigte sich, dass der deutsche Meister zwar sehr gut im Aufholen war, nur zum Ein- oder Überholen wollte es nicht mehr reichen. Die Chancen waren dazu da. Tel Aviv war keineswegs komplett überzeugend, leistete sich viele Ballverluste in seinem erst dritten Spiel dieser Saison einschließlich Vorbereitung. Wegen des Lockouts in Israel ist dort quasi kein Sport möglich. Nur mit einer Ausnahmegenehmigung der Regierung darf Maccabi überhaupt an der Euroleague teilnehmen.

Alba musste im Privatflugzeug anreisen und Coronatests vor wie nach der Partie über sich ergehen lassen. Daran lag es aber nicht, das erkannte natürlich auch Reneses. „Ich wünsche mir nicht noch so ein Viertel wie das zweite“, sagte der Spanier zur Halbzeit. Sein Team kämpfte auch in der zweiten Hälfte vorbildlich, aber noch mehr Willen zeigten die Gastgeber. Hinzu kam, dass mit dem früh foulbelasteten Luke Sikma und Niels Giffey zwei Alba-Spieler nicht ihren besten Tag erwischt hatten.

So blieb die Hoffnung auf einen perfekten Saisonstart unerfüllt. Beste Berliner Schützen waren Eriksson (18 Punkte), Fontecchio (16), Granger und Siva (je 10). Das Spiel zeigte aber auch, dass Alba in der Euroleague absolut konkurrenzfähig erscheint. diw

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