Alba Berlin

Tim Schneiders wichtigstes Jahr mit Alba Berlin

Nach langer Verletzungspause will Tim Schneider bei Alba Berlin neu angreifen. Und diesmal auch bei den Titelgewinnen dabei sein.

Tim Schneider wurde bei Alba Berlin zu einem Bundesliga- und Euroleague-Spieler. Sogar ins Nationalteam wurde der 22-Jährige bereits berufen.

Tim Schneider wurde bei Alba Berlin zu einem Bundesliga- und Euroleague-Spieler. Sogar ins Nationalteam wurde der 22-Jährige bereits berufen.

Foto: Fotostand / Schmitt / picture alliance / Fotostand

Berlin. „Definitiv“ – Tim Schneider benutzt dieses Wort gern, um Zustimmung zu signalisieren. Oder um zu betonen, was er gerade sagt. Da der Basketball-Profi von Alba Berlin keine Quasselstrippe ist und auch kein Lautsprecher, tut diese Untermalung ganz gut, um hervorzuheben, dass es meist kluge Gedanken sind, die der 22-Jährige äußert. Neben seinem Beruf bereitet er sich schon auf die Zeit danach vor, studiert an der University of Applied Science in Berlin Sport- und Eventmanagement. In einem Jahr soll das erledigt sein. Sicher ist sicher. Der Klügere baut vor.

Tim Schneider stammt aus Alba Berlins Jugendprogramm

Aber noch steht die Basketball-Karriere im Vordergrund, sie hat ja genau genommen gerade erst richtig Fahrt aufgenommen. Vor einem Monat haben die Berliner den Vertrag mit dem gebürtigen Schöneberger um zwei Jahre verlängert. Wie Kapitän Niels Giffey und Jonas Mattisseck ist auch Schneider ein Vorzeigeobjekt für den Verein. „Wir sind stolz darauf, dass Spieler aus unserem eigenen Programm wie Tim es schaffen, auf dem höchsten Level Europas zu spielen“, sagt Sportdirektor Himar Ojeda. Der Spieler selbst ergänzt: „Es macht mich megastolz, hier groß geworden zu sein und für den Verein zu spielen, für den ich auch schon in der Jugend angetreten bin.“

Schneider hat sich hochgearbeitet. Ist in der JBBL bei Alba eingestiegen und war von da an immer einer der Leistungsträger. Bei den Erwachsenen noch nicht, doch auch da hat er sich Stückchen für Stückchen weiterentwickelt und einen festen Platz in der Rotation. Der 2,08 Meter große Flügelspieler verfügt über einen sehr guten Wurf und hat einen hohen Basketball-IQ. Aber so, wie er im Gespräch nicht aufdreht, bleibt er auch auf dem Feld eher der wertvolle, doch unauffällige Typ. Bundestrainer Henrik Rödl hat ihn trotzdem zweimal fürs Nationalteam nominiert. Das Trikot hat er seiner Mutter mitgebracht. Die war noch stolzer als er. Definitiv.

Lungenentzündung und Bandscheibenvorfall stoppen Schneider

Auch die vergangene Saison begann verheißungsvoll für ihn, mit zehn Punkten gegen Vechta, gar 15 gegen Frankfurt. „Tim hatte einen guten Start, aber dann großes Verletzungspech“, sagt Ojeda. Erst bremste ihn eine Lungenentzündung, dann ein Bandscheibenvorfall, der gleich operiert werden musste – eher ungewöhnliche Stoppsignale im Leben eines so jungen Mannes. Alba gewann den Pokal, Schneider schaute halb glücklich, halb traurig zu. Alba gewann die Meisterschaft, Schneider saß auf der Tribüne. Die Krönung der Entwicklung seines Teams erlebte er nicht auf dem Feld mit. Bittersüß.

Um so motivierter bereitete er seine Rückkehr vor. Nach der Bandscheiben-OP musste er erst wieder Vertrauen in seinen Körper gewinnen. „Ich bin allen dankbar, die mir geholfen haben, fit zu werden“, sagt er, „Rückschläge gab es keine.“ Auch wenn er im Kopf „immer noch nicht ganz frei“ ist, beim ersten Teamtraining am Donnerstag war er ebenso dabei wie alle anderen. „Ich will nichts erzwingen“, sagt Schneider, ein Bandscheibenvorfall ist ja kein Schnupfen. Doch seinen Weg will er konsequent fortsetzen.

Wichtiges Jahr für Tim Schneider bei Alba Berlin

„Dieses Jahr ist relativ wichtig“, das weiß er. Nur zehn Tage Urlaub am Atlantik hat er sich gegönnt, um den physischen Rückstand aufzuholen. Doch die Corona-Krise bringt eine zusätzliche Erschwernis: sich auf etwas einzustellen, von dem man gar nicht weiß, wann und wie es losgeht. Diesmal gibt es kein Trainingslager und keine Testspiele im Ausland. Aber all das und körperliche Probleme sollen Schneider diesmal nicht stoppen. „Ich habe Riesenbock auf Basketball“, sagt er und gibt ungewohnt forsch Ziele aus: „Wir sollten da angreifen, wo wir aufgehört haben. Wir wollen Titel in Deutschland holen.“

Diesmal allerdings mit Tim Schneider auf dem Spielfeld und nicht auf der Tribüne. Definitiv.

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