Basketball

Alba Berlin demonstriert seine Macht

Alba Berlin steht nach einem klaren Sieg über Ludwigsburg im ersten Finale dicht vor dem Gewinn der Meisterschaft.

Luke Sikma (l.) und seine Mannschaft von Alba Berlin beherrschten Ludwigsburg beinahe nach Belieben.

Luke Sikma (l.) und seine Mannschaft von Alba Berlin beherrschten Ludwigsburg beinahe nach Belieben.

Foto: Adam Pretty / AFP

Berlin. Schon nach dem ersten Finale um die deutsche Basketball-Meisterschaft beim Finalturnier in München bestehen kaum Zweifel, wer die Trophäe am Sonntag in die Höhe stemmen darf. Alba Berlin bezwang die Riesen Ludwigsburg mit 88:65 (46:29). Es war im neunten Spiel der Veranstaltung der neunte Sieg für das Team von Trainer Aito Garcia Reneses. Das zweite Finale findet am Sonntag (15 Uhr, Magentasport und Sport1) statt. Meister wird, wer in der Addition beider Ergebnisse besser ist.

Das Finale begann schon mit einer Enttäuschung für den Außenseiter. Marcos Knight erschien in Zivil im Audi Dome. Sein Einsatz war nicht möglich, weil der US-Amerikaner im zweiten Halbfinale gegen Ulm umgeknickt war. Zwar gelang ihm dennoch in der Partie ein sogenanntes Double-Double, zweistellige Werte in Punkten und Rebounds. Doch gegen Alba musste er nun zuschauen. „Es ist schade, er hat eine unglaublich wichtige Rolle in dieser Mannschaft“, sagte Ludwigsburgs Trainer John Patrick, „aber wir werden trotzdem alles probieren. Auf dem Feld stehen immer noch fünf gegen fünf. Komische Dinge passieren.“

Ausfall von Knight trifft Ludwigsburg hart

Die Frage nach bis dahin acht Partien für beide Mannschaften war vor allem, welche Rolle die noch vorhandene Energie spielen würde. Denn ohne Knight mussten Nick Weiler-Babb und Thomas Wimbush noch mehr Last der kraftraubenden Spielweise der Schwaben tragen, mit der in der Verteidigung ständig Druck auf den Kontrahenten ausgeübt wird und im Angriff ebenfalls anstrengende Eins-gegen-eins-Aktionen gesucht werden. Außerdem gingen Jonas Wohlfarth-Bottermann und Hans Brase leicht angeschlagen in das Finale – die Riesen in riesigen Personal-Nöten.

Ganz anders die Berliner. Hier verteilen sich Punkte wie Einsatzzeiten auf viel mehr Profis. Patrick hatte vorher schon gesagt: „Bei Alba gibt es zehn Leute, die 20 Punkte machen können. Sie haben viele Waffen, und du weißt vorher nie, welche sie einsetzen.“ Hinzu kam, dass die Bilanz zwischen beiden Klubs eindeutig für den achtmaligen deutschen Meister sprach: Drei Viertel der bisherigen Begegnungen gewannen sie.

Zwar legten die Schwaben zur Begrüßung eine Art Haka-Tanz nach neuseeländischem Vorbild hin. Doch auf dem Parkett gab sehr bald Alba den Rhythmus vor. Die Berliner hatten dabei etwas Glück, denn sie trafen anfangs schlecht. Peyton Siva und Luke Sikma kassierten je zwei frühe Fouls. Aber bei Ludwigsburg enttäuschten Weiler-Babb und Wimbush, die in der Offensive noch weniger zustande brachten als ihre Gegner. Mit dem einmal mehr treffsicheren Markus Eriksson und dessen verwandelten Dreiern ging der Favorit zum 14:8 erstmals etwas klarer in Führung.

Bis auf 30 Punkte wächst der Vorsprung in Hälfte zwei

Im zweiten Viertel bot zunächst Niels Giffey einen krachenden Rückwärts-Dunking dar, wenig später stellte Landry Nnoko den ersten zweistelligen Vorsprung her (30:20/15. Minute). In der 18. Minute hieß es schon 40:24, und der glänzend Regie führende Siva verwandelte einen Dreier mit der Pausensirene zum 46:29. Kurios: Hätten Trainer-Sohn Jacob Patrick (16 Jahre jung) und Lukas Herzog (18) nicht jeweils zwei Distanzwürfe verwandelt, Ludwigsburg hätte jetzt schon hoffnungslos zurückgelegen.

Die Machtdemonstration Albas wurde in der zweiten Halbzeit noch erdrückender. Bis auf 30 Punkte wuchs der Vorsprung, bei Ludwigsburg gingen die Kräfte aus, die Köpfe gingen nach unten. Alba wechselte in der Verteidigung zwischen Zone und Mann gegen Mann und ließ die Riesen immer kleiner werden. Doch Ludwigsburg ist auch ohne seinen Anführer Marcos Knight keine Mannschaft, die aufgibt. Zu Beginn des Schlussabschnitts ließ ein 9:0-Lauf das Resultat bei 73:53 wieder etwas freundlicher erscheinen. Obwohl Alba am Ende noch einmal zulegte.

„Wir haben versucht, uns nicht zu ergeben“, sagte Ludwigsburgs Topscorer Wohlfarth-Bottermann (11), „aber das wird hart im zweiten Spiel.“ Niels Giffey analysierte: „Es ist sehr gut für uns gelaufen. Wir haben mehr als 30 Minuten sehr gut gespielt und einen ganz guten Puffer herausgeholt.“ Einen, der ziemlich sicher reichen wird.

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