Basketball

Alba Berlin ist dem Finale sehr nah

Alba Berlin hat das erste Halbfinale gegen die Baskets Oldenburg 92:63 gewonnen und kann sich schon auf die Endspiele freuen.

Luke Sikma von Alba Berlin hat nicht nur den Ball, sondern auch das Finale vor Augen.

Luke Sikma von Alba Berlin hat nicht nur den Ball, sondern auch das Finale vor Augen.

Foto: via www.imago-images.de / imago images/BBL-Foto

Berlin. An verschiedenen Orten der Welt wird wieder Basketball gespielt. In Deutschland am längsten, wo die Basketball-Bundesliga (BBL) ihre Finalrunde mit zehn Mannschaften bereits seit gut zwei Wochen ohne Corona-Zwischenfälle absolviert – und natürlich ohne Zuschauer. In Israel wurde nun auch damit begonnen, ebenso in Spaniens ACB, wo man zunächst einmal geschaut hat, wie die BBL sich bei ihrem Versuch schlägt. Auch die beste Liga der Welt wollte eigentlich bald einen Re-Start wagen, abgeschottet im Walt Disney World Resort bei Orlando/Florida. Ausgerechnet dort. Im Sunshine State lassen die steigenden Infektionszahlen aber erhebliche Zweifel bei den NBA-Stars aufkommen, ob Sport dort Sinn macht.

In München dagegen, dem Ort der Entscheidung um die deutsche Meisterschaft, ist die „Blase“ bisher nur für sechs Teams geplatzt – weil sie sportlich ausgeschieden sind und die Quarantäne im Leonardo Royal Hotel verlassen mussten. Nur vier sind übrig, und als Favorit auf den Titelgewinn wird von vielen Experten nach dem Scheitern von Bayern München nun Alba Berlin genannt. Im ersten Halbfinale gegen die EWE Baskets Oldenburg hat das Team von Trainer Aito Reneses diese Rolle exzellent ausgefüllt und 92:63 (49:33) gewonnen.

Alba-Gegner Oldenburg leistet zu wenig Widerstand

Dabei begannen die Berliner, als kämen sie aus dem Kühlschrank: Fehlpässe, schlechte Würfe, nicht ein Punkt gelang ihnen in den ersten vier Minuten. Sie hatten Glück, dass ihr Kontrahent diese gute Möglichkeit nicht zu mehr als zu einer 4:0-Führung nutzte. Als Rokas Giedraitis der erste Korbleger gelang, war der Bann jedoch gebrochen. Von nun an dominierte der Pokalsieger das Geschehen. Die Oldenburger leisteten sich Ballverluste, gewährten dem Gegner die Hoheit bei den Rebounds, womit sie ihn in sein gefürchtetes, schnelles Spiel kommen ließen.

Dazu trafen die Baskets schlecht. Bei 22 Versuchen landeten nur zwei Dreier im Alba-Korb. Auf der anderen Seite waren es 13 von 36, was die klare Differenz zum Teil erklärt. Und hätte nicht Rasid Mahalbasic einen starken Auftritt hingelegt (15 Punkte vor der Pause/23 insgesamt), es wäre noch klarer ausgegangen. Die Oldenburger waren frustriert. Trainer Mladen Drijencic handelte sich wegen Reklamierens ein Technisches Foul ein, Rickey Paulding wegen eines Trikotzupfens ein Unsportliches.

Mahalbasic: „Alba ist die bessere Mannschaft“

„Wir sind glücklich“, sagte Albas Scharfschütze Marcus Eriksson, mit 17 Punkten zweitbester Berliner Werfer nach dem einmal mehr überragenden Peyton Siva (19). Gerade auf den Außenpositionen war Alba Oldenburg meilenweit überlegen, dort gab es zu viele Ausfälle bei den Baskets. Doch besonders irritierend war ihr klägliches Verteidigungsverhalten. Sie machten es ihrem Gegner viel zu leicht, zum Korb zu ziehen oder auch nach Fehlwürfen weitere Chancen durch Offensivrebounds zu bekommen. Sie ergaben sich viel zu sehr in die Niederlage.

„Wir haben hier unser Spiel durchgezogen“, sagte Alba-Center Johannes Thiemann, „sind ins Laufen gekommen und haben unsere Würfe getroffen.“ Ein 29-Punkte-Rückstand wird sich für Oldenburg im zweiten Halbfinale am Mittwoch (20.30 Uhr, Magentasport) nicht aufholen lassen – jedenfalls nicht in der Form des ersten Spiels. „Wir haben das heute verschlafen“, gab Mahalbasic zu, „Alba ist definitiv die bessere Mannschaft.“ Und wird sich die Chance auf den Einzug ins Finale nun nicht mehr nehmen lassen und bis zum Sonntag Basketball spielen.

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