Basketball

Alba übt im Endspiel fürs Play-off

Auf Alba Berlin wartet gegen die Riesen Ludwigsburg die erste große Aufgabe beim Finalturnier in München. Es geht um Gruppenplatz eins.

Lufthoheit wie hier von Martin Hermannsson war nicht das einzige Plus Alba Berlins beim klaren Sieg über Vechta. Gegen Ludwigsburg wird das Siegen kaum so leicht fallen.

Lufthoheit wie hier von Martin Hermannsson war nicht das einzige Plus Alba Berlins beim klaren Sieg über Vechta. Gegen Ludwigsburg wird das Siegen kaum so leicht fallen.

Foto: Tilo Wiedensohler / dpa

Berlin. Es wird reichlich gezockt dieser Tage beim Finalturnier der Basketball-Bundesliga in München. Allerdings nur im Leonardo Royal, dem Hotel, in dem die zehn teilnehmenden Mannschaften unter strengsten Hygiene- und Sicherheitsregeln ihre freie Zeit verbringen. Sei es am Golfsimulator, beim Tischtennis oder schlicht beim Kartenspiel. Auf dem Spielfeld nebenan im Audi Dome ist Zocken dagegen keine Option, jedenfalls nicht, wenn es um die günstigsten Ausgangspositionen für das am Mittwoch beginnende Play-off geht.

Das behaupten alle Beteiligten vor dem Aufeinandertreffen von Alba Berlin und den Riesen Ludwigsburg an diesem Montag (20.30 Uhr, Sport1 und Magentasport). Es geht um Platz eins der Gruppe B. „Der ist sehr wichtig“, sagt Ludwigsburgs Trainer John Patrick, „der Gewinner bekommt es im Viertelfinale mit einem Gruppenvierten zu tun, das kann ein Vorteil sein.“ Der steht mit der BG Göttingen sogar schon fest. Der Gruppensieger hat auch einen Tag mehr Pause, muss erst am Donnerstag wieder ran. Außerdem, sagt der Coach, „erzeugen Siege eine eigene Atmosphäre“. Dem pflichtet Alba-Center Johannes Thiemann bei: „Platz eins gibt uns ein gutes Gefühl.“

Ludwigsburg ist für Alba eine Standortbestimmung

Da wird nicht kalkuliert, wie man eventuell dem Titelverteidiger Bayern München erst im Finale begegnen könnte. Es sei gegen Ludwigsburg auch nicht ein Warmspielen für das anschließende Play-off, sagt Berlins Manager Marco Baldi. „Es geht darum, sich von Spiel zu Spiel zu steigern. Jede Partie ist eine Standortbestimmung.“ Und die Riesen sind ein Gegner, an dem sich sehr gut erkennen lässt, wo man steht. Sie zeigen sehr intensiven körperlichen Einsatz, suchen gern das Eins-gegen-eins-Spiel, sind abgezockt und werden gut gecoacht. Sie sind einer der Favoriten des Turniers.

Auf Alba trifft das trotzdem noch ein bisschen mehr zu. Die Mannschaft tritt quasi in Bestbesetzung an, musste keinen Neuen integrieren, muss sich dennoch nach der monatelangen Trainingspause wegen des Coronavirus noch finden. Das müssen alle zehn Teams, doch denen, die nicht groß verändert wurden, fällt es leichter. So hat Baldi auch rasche Fortschritte gesehen: „In den ersten Spielen gegen Frankfurt und Bamberg hatten wir noch große Probleme mit der Team-Defense. Gegen Vechta hat es viel besser geklappt.“ Jeder Sportler weiß, wie wichtig eine funktionierende Verteidigung ist: Sie gewinnt Meisterschaften.

Alba-Manager Baldi warnt davor, auf die Bayern zu schielen

Offensiv hat Alba ohnehin wenig Sorgen, selbst John Patrick sagt: „Ihre Power ist beeindruckend, es macht Spaß, ihnen zuzuschauen.“ Genau das allerdings wird er seinen Profis verbieten. „Es wird sehr physisch“, ahnt Berlins Kapitän Niels Giffey, „und Ludwigsburg wird Bock darauf haben.“ Ein Härtetest im doppelten Sinne nach dem lockeren 102:72 gegen Vechta. Aber keiner, bei dem Kräfte geschont werden für den weiteren Turnierverlauf. Oder gar eine Niederlage billigend in Kauf genommen wird wegen des Blicks auf ein zu frühes Duell mit den Bayern. „Wer hier zockt, kann sehr leicht Schiffbruch erleiden“, warnt Baldi. Das können sich die Spieler für den Golfsimulator aufheben.

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