Basketball

Alba-Kapitän Giffey: Yoga bis zur Entscheidung

Geht es für Alba in dieser Saison noch einmal aufs Parkett? Am Montag soll in der Basketball-Bundesliga ein Entschluss gefasst werden.

Albas Kapitän Niels Giffey.

Albas Kapitän Niels Giffey.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Die alltäglichen Herausforderungen haben sich auch für Niels Giffey während der Corona-Krise stark verändert. „Ich brauche auf jeden Fall mal wieder einen Haarschnitt“, sagt der Kapitän des deutschen Basketball-Pokalsiegers Alba Berlin. Dieses Problem dürfte sich für den Nationalspieler erst Anfang Mai lösen, wenn die Friseure in der Hauptstadt wieder öffnen. Eine drängendere Frage wird schon am Montag beantwortet: Dann soll sich entscheiden, ob der Spielbetrieb in der Bundesliga wieder aufgenommen wird oder es zum Abbruch kommt.

Die aktuelle BBL-Saison ist bis zum 30. April ausgesetzt. In einer Videoschalte wollen sich die 17 Klubs und die Ligaspitze nun darüber abstimmen, wie es weitergeht. BBL-Geschäftsführer Stefan Holz hatte bereits erklärt, dass es „deutlich mehr Sinn“ mache, weiterzuspielen als abzubrechen. Und was sagt Giffey? „Wenn es eine Entscheidung gibt und ich meine Meinung dazu ausdrücken kann, setze ich mich damit auseinander“, erklärt er: „Aber nur, wenn es eine klare Situation gibt.“

Einige Spieler müssten erst einmal wieder nach Deutschland kommen

Bei Alba halten sich die Profis weiterhin eigenständig fit. Doch nicht alle sind überhaupt in Berlin. Spielmacher Martin Hermannsson flog zu seiner Familie nach Island, Luke Sikma und Peyton Siva befinden sich in den USA. Fraglich scheint, wie sie überhaupt nach Deutschland kommen könnten, sollte es wieder losgehen. Andere Klubs haben bereits viele Spielerverträge aufgelöst. Die Lage ist schwierig. Auch ein entsprechender Trainings-Vorlauf wäre nötig, damit im Falle von Alba wieder auf hohem Niveau um die Meisterschaft gespielt werden könnte. Sollte es dazu kommen, sind zweifelsohne nur Geisterspiele ohne Fans denkbar.

Bei Giffey hat sich der gewöhnliche Tagesablauf in den vergangenen Wochen verändert. Auch wenn täglich um acht Uhr morgens der Wecker klingele, heiße das nicht, „dass ich da auch sofort aufstehe“, sagt der 28 Jahre alte Flügelspieler und lacht: „Aber ich bin zumindest schon mal wach und dann geht’s los.“ Gemeinsam mit seiner Frau habe er in der Coronavirus-Pandemie neben dem Kochen auch Yoga für sich entdeckt. „Nicht unbedingt das Yoga zur Mobilität, sondern auch das zur Stärkung. Dazu braucht man nicht mehr als zwei Meter Platz.“

Gespaltenes Meinungsbild bei den einzelnen Klubs

Untätig ist Giffey nicht, beschäftigt sich stattdessen auch schon mal mit der Karriere nach der Karriere. „Ich habe mich jetzt wieder mehr mit Business-Kursen auseinandergesetzt. Da habe ich versucht, mich weiter zu informieren, weiter zu lernen“, so der frühere Student der University of Connecticut. An ein Ende seiner Profilaufbahn denke er nicht, aber: „Die Zeit muss man nutzen.“

Vor der Entscheidung ab Montag um zwölf Uhr gibt es in der Bundesliga ein gespaltenes Stimmungsbild. Klubs wie der frühere Serienmeister Brose Bamberg und medi Bayreuth plädieren öffentlich für einen Abbruch, beispielsweise Tabellenführer FC Bayern und die EWE Baskets Oldenburg wollen weitermachen.