Coronavirus

Coronavirus: Die NBA erlebt eine Welle der Solidarität

Wegen der Unterbrechung des Spielbetriebs zeigt die NBA Solidarität mit den Angestellten in den Arenen - aber nicht nur sie.

Giannis Antetokounmpo spendet 100.000 US-Dollar an die Mitarbeiter des Fiserv Forum in Milwaukee.

Giannis Antetokounmpo spendet 100.000 US-Dollar an die Mitarbeiter des Fiserv Forum in Milwaukee.

Foto: Franck Fife / AFP

Berlin. Im Zweifel helfen auch Videospiele. Um die Zeit ohne Basketball zu überstehen. Luka Doncic und Trae Young vertreiben sich die unerwartete Freizeit, die das Coronavirus und die Einstellung des Spielbetriebs der nordamerikanischen Profiliga NBA mit sich bringt, jedenfalls an der Konsole. „Durch das Virus lerne ich wirklich, wie man all diese Videospiele spielt“, schrieb NBA-Profi Young von den Atlanta Hawks bei Twitter.

Während die Wettkampftypen ihrem Gewinner-Gen nachgehen, kümmern sich andere um die Verlierer der Pandemie. Um das Personal der bis auf Weiteres geschlossenen Arenen. „Das ist größer als Basketball. In diesen schwierigen Zeiten möchte ich den Menschen helfen, die mein Leben, das meiner Familie und das meiner Teamkollegen einfacher machen“, twitterte Giannis Antetokounmpo von den Milwaukee Bucks, der 100.000 Dollar (rund 90.000 Euro) spendet.

NBA-Champion Golden State richtet Hilfspaket über eine Million US-Dollar ein

Die identische Summe machen Kevin Love von den Cleveland Cavaliers oder Blake Griffin (Detroit Pistons) locker. Top-Rookie Zion Williamson von den New Orleans Pelicans kündigte an, die Gehälter aller Angestellten des Smoothie King Center für den nächsten Monat zu übernehmen. „Erst diese Leute machen unser Spiel möglich“, schrieb Williamson in den sozialen Netzwerken. In dieser Arena wie in vielen weiteren Hallen des Landes fallen aber nicht nur Sportevents, sondern auch Konzerte erst mal aus. Das bedeutet: Tausenden Menschen in den USA bricht die wesentliche Einnahmequelle weg.

Der sechsmalige NBA-Champion Golden State Warriors und seine Spieler wollen deswegen einen Katastrophenhilfe-Fonds über eine Million US-Dollar einrichten, um den mehr als 1000 Beschäftigten des Chase Center in San Francisco zu helfen. Superstar Curry erklärte: „Als Spieler wollten wir zusammen mit unseren Eigentümern und Trainern etwas tun, um die Schmerzen in dieser Zeit zu lindern.“

Zwei Profis der Utah Jazz waren positiv getestet worden

Auch Mark Cuban, Besitzer der Dallas Mavericks um den deutschen Nationalspieler Maxi Kleber, lässt seine Mitarbeiter im American Airlines Center nicht im Stich. So erhalten alle nach Stunden Beschäftigten zunächst denselben Lohn, den sie verdient hätten, wenn die kommenden vier Heimspiele der Mavericks stattgefunden hätten. Auch viele weitere Teams arbeiten an entsprechenden Notfallplänen.

Es ist eine Welle der Solidarität, die die Superstars der NBA losgetreten haben. Während die millionenschweren Klubs – anders als in Deutschland – keine größeren finanziellen Schäden fürchten, ist die Krise vor allem für die Angestellten schwierig. Je länger sie dauert, desto bedrohlicher wird es. Schließlich stehen auf der einen Seite nur Ausgaben, auf der anderen aber keine Einnahmen.

Nach eigenen Angaben rechnet die NBA mit einer Pause bis Mitte April. Die Liga hatte ihren Spielbetrieb am Mittwoch mit sofortiger Wirkung ausgesetzt, nachdem Rudy Gobert und Donovan Mitchell von Utah Jazz positiv auf das Virus getestet worden waren.

Auch im Eishockey wird den Angestellten geholfen

Ähnlich solidarisch geht es in der NHL zu. Dort haben die Pittsburgh Penguins einen Fonds zugunsten der Voll- und Teilzeitangestellten eingerichtet, auch die Anaheim Ducks, San Jose Sharks und Toronto Maple Leafs kündigten nach der Unterbrechung der Saison finanzielle Hilfen an. Wie lange die beste Eishockey-Liga der Welt pausiert, in der Deutschlands Top-Star Leon Draisaitl die Scorerwertung anführt, ist noch unklar.

Alles hängt daran, wie schnell sich die Coronavirus-Krise überwinden lässt. Derzeit spricht wenig für eine baldige Wiederaufnahme. Erst am Freitag erklärte US-Präsident Trump den nationalen Notstand.