Basketball

Alba Berlin schimpft nach Niederlage auf Schiedsrichter

Alba Berlin ist nicht mehr damit zufrieden, in der Euroleague mitzuhalten. Nach dem 80:84 gegen Barcelona übte Manager Baldi Kritik.

Verstecktes Foul: Barcelonas Kyle Kuric (l.) fasst Alba Berlins Marcus Eriksson in die Arme.

Verstecktes Foul: Barcelonas Kyle Kuric (l.) fasst Alba Berlins Marcus Eriksson in die Arme.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Zwei große Basketball-Trainer – zwei übereinstimmende Meinungen. „Wir gewinnen immer mehr Respekt in der Euroleague, weil wir in jedem Spiel mithalten“, sagte Aito Garcia Reneses nach dem 80:84 seines Teams Alba Berlin gegen den FC Barcelona, „ich bin stolz auf meine Spieler.“ Das konnte er auch sein, fand sein Gegenüber Svetislav Pesic, der in den 1990er-Jahren großen Anteil am Berliner Aufstieg vom Mauerblümchen zur europäischen Topadresse hatte: „Ohne jede Diskussion gehört Alba in die Euroleague. Alle Teams in der Liga profitieren davon, wenn sie dabei sind.“

Alba Berlin aktuell ein besserer Werbeträger als die Bayern

Es dürfte keine Frage sein, dass Alba in dieser Saison mit seinem attraktiven Spiel ein besserer Werbeträger für den deutschen Basketball ist als der enttäuschende Meister Bayern München, der das Viertelfinale der Königsklasse anpeilen wollte und nun Tabellenvorletzter der 18 europäischen Topteams ist, einen Rang hinter den Neulingen aus der Hauptstadt. Doch die sind auch nicht zufrieden damit, nur ein positives Erscheinungsbild abzugeben: Sie wollen unbedingt mehr Spiele gewinnen als die bisher neun (von 27).

„Erst mal ist man frustriert“, gab Kapitän Niels Giffey kurz nach der Niederlage gegen Barcelona zu. „Enttäuschend“, war das erste Wort von Luke Sikma. „Du bist nie glücklich, wenn du verlierst“, fügte Martin Hermannsson hinzu, „vor allem, wenn du gegen ein so gutes Team wie dieses am Ende ein bisschen zu viele kleine Fehler gemacht hast.“ Jonas Mattisseck sagte auf die Frage, was seine Mannschaft noch besser machen müsse, um einen der ganz großen Kontrahenten Europas auch einmal wirklich in die Knie zu zwingen, schnörkellos: „Dass wir gewinnen.“

Alba-Manager Baldi sauer auf die Schiedsrichter

Zumindest einer mochte sich mit solchen Erklärungen nicht zufrieden geben. Geschäftsführer Marco Baldi war sauer auf die Unparteiischen Carmelo Paternico (Italien), Tomasz Trawicki (Polen) und Rain Peerandi (Estland). Auf die Frage, was seinem Team diesmal noch gefehlt habe, antwortete er trocken: „Nichts. Wir

waren absolut auf Augenhöhe. Heute haben die Entscheidungen der Schiedsrichter großen Einfluss gehabt. In der Schlussphase gab es drei krasse Fehlentscheidungen, alle gegen uns.“ Er könne nicht von seiner Mannschaft verlangen, dass sie „mit fünf verletzten Spielern besser sind als Barcelona und auch noch falsche Schiedsrichter-Entscheidungen kompensieren“.

Sein Zorn ist verständlich, aber neu ist für den erfahrenen Manager die Situation nicht. Im Basketball sind Entscheidungen oft schwer zu treffen. „Im Zweifel lieber für den Etablierten“ ist in solcher Not der Referees Devise, die natürlich in keinem Regelbuch steht. Von der aber in Europa oft Klubs wie Real Madrid, Barcelona, Anadolu Istanbul oder ZSKA Moskau profitieren. Und in der Bundesliga: Bayern oder Alba. Das ist bitter für die Emporkömmlinge, beruhigend für die Großen, die sich diesen Bonus über die Jahre erarbeitet haben.

Alba Berlin ist als Team gewachsen

Und trotzdem gab es auch von Berliner Seite sehr viele positive Äußerungen zur eigenen Leistung. „Wir lernen von Spiel zu Spiel: Wenn wir unser Bestes geben, sind wir eine sehr gute Mannschaft“, sagte Hermannsson. Dem pflichtete Giffey bei: „Man hat gesehen, dass wir uns entwickeln. Wir werden als Team eine immer bessere Einheit.“ Man dürfe nicht vergessen, sagte der gerade 20-Jährige Mattisseck, „wie viele Verletzte wir haben. Dass wir trotzdem auf einem solchen Niveau spielen können gegen eine voll besetzte Mannschaft wie Barcelona, ist etwas sehr Positives.“ So sah es auch Baldi: „Das Schöne ist, dass man sehen kann, dass dieses Team über die Saison gewachsen ist.“ Vielleicht so sehr, dass irgendwann auch die Schiedsrichter Alba Berlin als etabliert in der Basketball-Euroleague anerkennt. Vielleicht schon an diesem Freitag (21 Uhr, Magentasport) bei Baskonia Vitoria.

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