Basketball

Alba Berlin belohnt sich auch gegen Barcelona nicht

Alba Berlin hat in der Basketball-Euroleague die Chance verpasst, einen großen Gegner zu überraschen. Der FC Barcelona gewann 84:80.

Trainer Aito Reneses trieb seine Mannschaft von Alba Berlin an, doch die Musste Barcelona den Sieg überlassen.

Trainer Aito Reneses trieb seine Mannschaft von Alba Berlin an, doch die Musste Barcelona den Sieg überlassen.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Schon wieder so nah dran und schon wieder ein Finale ohne Happy End: Alba Berlin leistete dem großen FC Barcelona in der Basketball-Euroleague zwar erbitterten Widerstand bis zum Schluss. Doch die Gäste-Mannschaft von Trainer Svetislav Pesic entführte bei ihrem 84:80 (38:46)-Sieg die Punkte vor 8797 Zuschauern aus der Mercedes-Benz Arena. Für Barcelona war es der achte Sieg in der Königsklasse in Folge, für Alba die zweite Niederlage nacheinander.

Luke Sikma macht Mirotic das Leben schwer

Zwar meldeten sich die Center Landry Nnoko, Kresimir Nikic und Johannes Thiemann bei Alba wieder gesund, dafür fehlte neben den schon länger verletzten Stefan Peno, Peyton Siva, Makai Mason und Tim Schneider auch Rokas Giedraitis wegen einer Magenverstimmung. Doch wie schon drei Tage zuvor beim 107:70 gegen Bamberg schien das personelle Dilemma bei den Gastgebern niemanden zu irritieren. Auch nicht, dass die Katalanen das erste Viertel so dominierten, wie es Tabellenrang drei in Europa erwarten lässt.

Alba benötigte eine Weile, um ins Rollen zu kommen. Der mutig werfende und cool das Spiel ankurbelnde Jonas Mattisseck, die unter dem Korb gut harmonierenden Nnoko und Tyler Cavanaugh waren die Triebfedern. Dazu ein gewohnt zuverlässiger Luke Sikma, der dem Barca-Star Nikola Mirotic das Leben sehr schwer machte – beim 30:30 (13. Minute) waren die Berliner nach einem Dreier von Kenneth Ogbe dran. Sie erhöhten noch einmal den Druck, die Distanzwürfe landeten plötzlich in schöner Regelmäßigkeit im Korb der Gäste. Auch zwei Auszeiten von Barcelonas Coach Svetislav Pesic, Albas einstigem Erfolgstrainer, konnten den Berliner Flow nicht stoppen. Das zweite Viertel ging 28:11 an den deutschen Pokalsieger, der zur Pause 46:38 führte.

FC Barcelona befreit sich mit einer 16:2-Punkteserie

Es fühlte sich gut an, erst recht, als Marcus Eriksson seine Mannschaft in der 23. Minute sogar 53:42 nach vorn brachte. Doch nun begann eine vorentscheidende Phase. Alba versäumte es, seinen Vorsprung noch auszubauen, ihn mindestens zu verteidigen, vergab aber unter der härteren Defense der Katalanen zu viele Chancen. Diese wiederum wendeten mit einer 16:2-Serie zum 58:55 das Geschehen und schüttelten ihre vorübergehende Verunsicherung damit ab.

Alba bekam noch eine zweite Gelegenheit, verteidigte verbissen und führte auch im Schlussabschnitt noch einmal bis zum 77:76 zwei Minuten vor dem Ende durch den bärenstarken Nnoko (zwölf Punkte, neun Rebounds). Wieder versäumten es die Berliner aber, in den entscheidenden Momenten die Ruhe zu bewahren, versuchten verrückte Dinge statt ihre Angriffe seriös zum Abschluss zu bringen. Ein Gegner wie der FC Barcelona nutzt das. Auch Martin Hermannsson (17 Punkte) sowie der herausragende Sikma (zehn Punkte, elf Rebounds) konnten das nicht mehr verhindern. Thiemann sagte: „Ärgerlich, das Ding hätten wir gewinnen können.“ Und Sikma ergänzte: „Wir sind enttäuscht. Aber Barcelona hat am Ende sehr gute Entscheidungen getroffen. Das Gute ist, wir haben Freitag schon das nächste Spiel.“ Dann geht es in Spanien gegen Baskonia Vitoria.