Basketball

Albas Giedraitis hat ein Heimspiel in der Fremde

Auf die Berliner wartet im Euroleague-Match in Kaunas ein Hexenkessel. Albas Litauer Rokas Giedraitis kann es kaum abwarten.

Spektakulär: Albas Euroleague-Topscorer Rokas Giedraitis beim Dunking.

Spektakulär: Albas Euroleague-Topscorer Rokas Giedraitis beim Dunking.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Man wird grün tragen am Freitagabend, wie bei jedem Heimspiel von Zalgiris Kaunas und es wird kaum auffallen, dass unter den gut 15.500 Zuschauern in der Zalgirio Arena eine kleine Minderheit ist, die nicht Teil der grünen Wand ist, die hinter ihrem Team steht. Genau 16 werden es sein.

Albas litauischer Nationalspieler Rokas Giedraitis hätte für das Gastspiel der Berliner in seiner Heimat (19 Uhr, Magentasport) gern 20 Tickets haben wollen, 16 hat er bekommen, immerhin. „Meine Familie wird da sein, die meiner Frau und einige Freunde“, sagt der 27-Jährige, der mit 13,5 Punkten pro Partie Albas Topscorer in der Euroleague ist. Und mit 16 Tickets könne er sehr gut leben, „weil die Heimspiele von Zalgiris ohnehin immer ausverkauft sind“.

Alba-Gegner Kaunas ist ein Phänomen

Zalgiris ist der Spitzenklub eines Landes, in dem knapp 2,8 Millionen Einwohner leben (Berlin: 3,75 Mio.) und dessen Nationalmannschaft seit Wiedererlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1990 durchgängig zu den besten Europas gehört. Kein Wunder also, dass der 29-fache litauische Meister in der Euroleague mit einer A-Lizenz gesetzt ist. Zalgiris ist einer von vier Klubs, die seit 19 Jahren kein Spiel in der Königsklasse verpasst haben.

Wie auch Alba gehört der Traditionsklub – beide verfügen über Etats von rund zwölf Millionen Euro – in der Euroleague jedoch zu den eher finanzschwachen Teams. Chancenlos sind beide deswegen noch lange nicht, wie gerade Alba in der vergangenen Woche bewiesen hat.

Alba ist in Litauen zum Thema geworden

Mit den Auswärtssiegen bei Olympiakos Piräus und Roter Stern Belgrad überholten die Berliner (7:13 Siege) im ersten Jahr nach ihrer Rückkehr in die Euroleague nicht nur Zalgiris, sondern auch den FC Bayern (beide 6:14).

„Dass wir als einziges Team aus der unteren Tabellenhälfte zweimal in Folge gewonnen haben, ist in Litauen sehr wohl registriert worden“, schmunzelt Giedraitis. Überhaupt rede man in seiner Heimat über Alba mit großem Respekt. Auch wegen der Art, wie die Mannschaft unter Coach Aito Reneses (73) spielt.

„Wir lieben es, zu rennen und schnell zu spielen“, erklärt Giedraitis. Zalgiris vertraue unter Litauens Legende Sarunas Jasikevicius (43), der einstmals in Barcelona unter Reneses spielte, eher auf klar verabredete Systeme.

Giedraitis trifft gut 40 Prozent seiner Dreier

„Die Atmosphäre wird am Freitag einzigartig sein. Alle in Litauen lieben Basketball und Zalgiris wird uns mit den Fans im Rücken sicherlich massiv unter Druck setzen“, glaubt Giedraitis. Und in eigener Halle werden die Litauer anders als im Hinspiel, das Alba Ende November mit 69:62 gewann, auch besser aus der Distanz treffen.

Damals fanden – völlig untypisch – nur zwei von 23 Dreiern (8,7 Prozent) ihr Ziel. Egal, sagt Giedraitis, der in den 20 Euroleague-Spielen bislang 40,8 Prozent seiner Distanzwürfe versenkte. Sein Team werde nach der Serie zuletzt, zu der ja auch die Machtdemonstration im Pokalhalbfinale in Bamberg gehört, in Kaunas mit breiter Brust auflaufen.

Zudem dürfte die Mannschaft nach einer spielfreien Woche zu neuen Kräften gekommen sein. „Wir haben gut trainiert und die Fitness unserer Rückkehrer Tyler Cavanaugh, Johannes Thiemann und Peyton Siva hat sich deutlich verbessert“, erklärt Reneses. „So darf es bis zum Saisonende ruhig bleiben.“

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