Basketball

Alba steht im Pokalfinale - nur die Halle fehlt

Das Basketball-Pokalfinale soll in Berlin stattfinden. Doch die beiden möglichen Spielstätten sind belegt. Eine Lösung wird gesucht.

Wiedersehen im Pokalfinale: Alba Berlins Niels Giffey (M.) gegen Oldenburgs  Kevin McClain (l.) und Justin Sears. Die Frage ist nur: Wo findet es statt?

Wiedersehen im Pokalfinale: Alba Berlins Niels Giffey (M.) gegen Oldenburgs Kevin McClain (l.) und Justin Sears. Die Frage ist nur: Wo findet es statt?

Foto: Andreas Gora / picture alliance/dpa

Berlin. Es hätte eine so entspannte Reise nach Athen werden können, wo Alba Berlin an diesem Dienstag (20 Uhr/Magentasport) sein Spiel der Basketball-Euroleague bei Olympiakos Piräus bestreitet. Gerade hatte sich die Mannschaft von Trainer Aito Garcia Reneses mit einem spektakulären 82:66 bei Brose Bamberg für das deutsche Pokal-Endspiel gegen Oldenburg qualifiziert. Und weil nichts anderes zu einem so schönen Berliner Basketball-Sonntag gepasst hätte, kam auch noch Glück hinzu. Kunstrad-Weltmeister Lukas Kohl zog bei der anschließenden Zeremonie zuerst die Kugel mit Alba Berlin aus der Lostrommel, was bedeutete: Alba Berlin hat am 16. Februar im Cup-Finale Heimrecht.

Eishockeyspiel gegen Mannheim ist ausverkauft

Allein: Noch wissen die Berliner nicht, wo dieser Saisonhöhepunkt stattfinden wird. Die Mercedes-Benz Arena, seit 2008 die Heimstatt Albas, die der Verein sich allerdings mit den Eisbären teilt, ist am 16. Februar schon an das Eishockeyteam vergeben. Das tritt laut Spielplan um 14 Uhr gegen den deutschen Meister Adler Mannheim an. Die Partie ist mit 14.200 Zuschauern nahezu ausverkauft. Gut 800 bis 1000 Gäste-Fans werden allein per Sonderzug erwartet.

Zum Glück gibt es ja noch die Schmeling-Halle, wohin Alba früher bereits ausgewichen ist. Dumm nur: Am 16. Februar bestreiten dort die Füchse Berlin das Ostderby der Handball-Bundesliga gegen den SC Magdeburg. Der Beginn des Spiels ist noch offen. Die Fans sind in Sorge. Muss der Berliner Basketball-Topklub nun das Heimrecht an die Baskets Oldenburg abgeben, wie es die Liga-Regularien vorsehen, wenn der gastgebende Verein keine den Standards entsprechende Halle vorweisen kann?

Doppelspieltag wird als Option geprüft

Die Krux ist: Bis Sonntag hatten weder Alba noch Oldenburg noch die Basketball-Bundesliga die Gewissheit, Beteiligte an diesem Pokalfinale zu sein – so ist das im Sport. „Wir wissen natürlich schon seit Monaten“, sagt Alba-Manager Marco Baldi, „dass das auf uns zukommen kann und haben das entsprechend hinterlegt.“ Jetzt gehe man in die zweite Runde, „erst jetzt ist das operative Geschäft möglich. Wir fahren schon seit geraumer Zeit mehrgleisig, jetzt geht es in die Umsetzung.“

Moritz Hillebrand, Sprecher der Anschutz Entertainment Group (AEG), der die Mercedes-Benz Arena gehört, sagt: „Es ist nicht der erste Terminkonflikt, den wir in der Arena haben, und es wird auch nicht der letzte sein. Natürlich ist es gerade eine besonders vertrackte Situation, obwohl wir seit einigen Wochen Gespräche führen und versuchen, eine gangbare Lösung für alle Seiten zu finden. Hierfür prüfen wir alle möglichen Optionen.“ Eisbären-Geschäftsführer Peter John Lee ergänzt: „Wir sind in Gesprächen und überdenken verschiedene Lösungen.“

Füchse-Manager Bob Hanning signalisiert Hilfsbereitschaft

Hintergrund des Dilemmas ist, dass die AEG nicht zu viele Termine blocken will für Veranstaltungen, die am Ende gar nicht stattfinden. Das bedeutet finanziell einen hohen Verlust. Ein gesperrtes, jedoch nicht erreichtes Pokalfinale ist dafür ein Beispiel, ebenso ein fünftes Play-off-Spiel in einer Serie „Best of five“ oder ein fünftes und ein siebtes in einer Serie nach dem Modus „Best of seven“. Trotzdem wird nun im Falle des Pokalfinales versucht, eine Lösung zu finden. Die erste Option der Gespräche ist, dass am Sonntag erst die Eisbären die Arena nutzen und am Abend das Pokalfinale steigt – oder andersherum. Es wäre ein Novum. In jedem Fall spricht dieser Terminstress dafür, das Basketball-Pokalfinale zukünftig fest an einen Ort zu vergeben, wie im Fußball (Berlin) oder Volleyball (Mannheim). Das gäbe Planungssicherheit.

Sollte die Lösung am Mercedes-Platz nicht gefunden werden, hat allerdings bereits ein anderer Ortsrivale seine Hilfe zugesagt. „Marco Baldi ist auf uns zugekommen, und wir haben Hilfestellung zugesagt, wenn wir können“, sagte Füchse-Manager Bob Hanning der Berliner Morgenpost. Fakt sei, dass zuerst nach einer Lösung zwischen Eisbären und Alba gesucht werden müsse. „Aber ein solches Basketball-Finale gehört nach Berlin. Alles andere wäre für die Fans und den Basketball ein Debakel“, so Hanning. Man mache sich Gedanken über ein „Frühschoppenspiel“ der Füchse gegen Magdeburg, „ich würde alles mitmachen, was geht.“ Diese Partie ist übrigens auch schon ausverkauft.

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