Basketball

Alba Berlin hat Bilder von Bamberg noch in den Köpfen

Alba Berlin hat eine Scharte auszuwetzen. Im Vorjahr verlor das Team das Pokalfinale in Bamberg. An diesem Sonntag will es Revanche.

Mit weit aufgerissenen Augen feierte Nikos Zisis seinen entscheidenden Treffer gegen Alba Berlin im Pokalfinale 2019.

Mit weit aufgerissenen Augen feierte Nikos Zisis seinen entscheidenden Treffer gegen Alba Berlin im Pokalfinale 2019.

Foto: Fotostand / Schmitt / picture alliance / Fotostand

Berlin. Die Bilder vom 17. Februar 2019 hat Rokas Giedraitis immer noch im Kopf. Wie er unter dem Korb von Alba Berlin steht, nach oben schaut und den Ball hineinrauschen sieht. Den Ball, den Nikos Zisis zwei Sekunden vor dem Ende des Pokalfinales aus der Dreierdistanz zum 83:82 für Brose Bamberg versenkt. Niemand erlebte das Grauen näher als Giedraitis. Eine bittere Erinnerung. Kurz vorher hatte der Litauer sein Team noch mit einem Dunking in Führung gebracht, der zehnte Cup-Gewinn war für Alba zum Greifen nah. Stattdessen jubelten am Ende die Franken über ihren sechsten Triumph in diesem Wettbewerb. Die Berliner beobachteten das Treiben fassungslos. „Dafür“, sagt er, „wollen wir jetzt Revanche.“

Den Dreier von Nikos Zisis noch vor Augen

An diesem Sonntag (18 Uhr, Magentasport) besteht die Möglichkeit, diesmal im Halbfinale des BBL-Pokals,

wieder in der Brose-Arena. „Dieses Spiel ist sehr bedeutend für uns“, sagt Albas gerade von einer Verletzung zurückgekehrte Spielmacher Peyton Siva. Es ist noch kein Finale, nur die Chance, erneut ins Endspiel einzuziehen. Das andere Vorschlussrundenspiel bestreiten Ratiopharm Ulm und die Baskets Oldenburg. „Der Pokal hat sehr wehgetan letztes Jahr“, erinnert sich auch Center Johannes Thiemann. „Natürlich habe ich diesen Dreier von Zisis noch vor Augen. Mit wie viel Glück der Ball überhaupt bei ihm gelandet ist.“ Er fügt hinzu: „Da haben wir definitiv einen liegen gelassen.“

Der Center meint: einen Titel. Das, wonach sich dieses Team, das im dritten Jahr unter Trainer Aito Reneses zusammenspielt, immer mehr sehnt nach fünf verlorenen Endspielen. Keine Trophäe lässt sich, rein rechnerisch, leichter gewinnen. Nur vier Siege sind dafür nötig. Und ein wenig Glück. Das hatten die Berliner erneut nicht; in Bamberg antreten zu müssen, war das schwerste Los, das sie ziehen konnten. „Wir schielen auf diesen Titel“, gibt Kapitän Niels Giffey zu, „das ist unsere Mission. Wir wollen jetzt auf jeden Fall gemeinsam einen Titel gewinnen.“

Brose Bamberg ist nicht mehr Brose Bamberg

Mit der Revanche ist es ohnehin so eine Sache. Bamberg ist gar nicht mehr Bamberg. Der Etat wurde heftig gekürzt, der Grieche Zisis wirft seine Dreier mittlerweile in Spanien für Joventut Badalona. Tyrese Rice trägt das Trikot von Panathinaikos Athen, Augustine Rubit von Olympiakos Piräus. Ricky Hickman ist in Italien untergekommen, Cliff Alexander in Frankreich, Patrick Heckmann in Ulm. Trainer Federico Perego wurde trotz des Pokalsieges erst in Bamberg gefeuert, in dieser Saison in Pesaro/Italien. Viel leichter ist es, die Spieler aufzuzählen, die geblieben sind: Elias Harris, Louis Olinde, Bryce Taylor. Mehr nicht. Alba hat neun Spieler behalten.

„Es ist jetzt eine andere Mannschaft, aber man denkt trotzdem so“, sagt Thiemann, „wir haben noch eine Rechnung offen.“ Obwohl es nicht das erste Aufeinandertreffen in der Frankenhölle genannten Arena seit jenem Tag im Februar ist. In der Bundesliga gewann Alba dort inzwischen zweimal, vergangene Saison 69:66, in dieser Saison 78:74. Die Resultate lassen ahnen, dass es auch diesmal schwierig wird, von den eigenen Gesetzen des Pokals einmal ganz abgesehen.

Die Aggressivität ist geblieben

Auch die neue Brose-Mannschaft, deutlich jünger, hat es in sich. Sie wird jetzt angeführt vom belgischen Trainer Roel Moors und Spielmacher Paris Lee; der Amerikaner war in der vergangenen Spielzeit wertvollster Spieler der belgischen Liga – unter Coach Moors bei den Giants Antwerpen. Eines aber ist wie immer in Bamberg: „Sie spielen mit einer sehr guten Aggressivität“, weiß Reneses. Martin Hermannsson ist klar: „Wir müssen unser Bestes zeigen, um dort zu gewinnen.“ Mehr als vor einem Jahr.

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