Basketball

Alba Berlin nähert sich der Vollbeschäftigung

Die Niederlage gegen Maccabi tat weh, der Blick auf die Bank Alba Berlins tut aber gut: Fast alle Spieler sind wieder an Bord.

Alba Berlins Center Tyler Cavanaugh (M.), gegen Maccabi bereits auf dem Weg zu alter Stärke, wird vermutlich am Sonntag in Bamberg wieder aussetzen müssen. Diesmal aber nicht wegen einer Verletzung.

Alba Berlins Center Tyler Cavanaugh (M.), gegen Maccabi bereits auf dem Weg zu alter Stärke, wird vermutlich am Sonntag in Bamberg wieder aussetzen müssen. Diesmal aber nicht wegen einer Verletzung.

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Berlin. Natürlich waren alle enttäuscht. Jeder einzelne hatte dazu beigetragen, eines der Schwergewichte des europäischen Basketballs an den Rand einer Niederlage zu bringen. Diesmal fehlten beim 89:95 (45:50) sieben Punkte gegen Maccabi Tel Aviv. Alles gegeben und dennoch verloren, stand in den Gesichtern der Spieler auf dem Gang in die Kabine. Nicht zum ersten Mal, denn in dieser Saison hatten sie sich in der Euroleague bereits dreimal nach Verlängerungen geschlagen geben müssen.

Der Frust bei Alba Berlin weicht bald Erleichterung

Mit dem Blick nach vorn hellten sich die Mienen in Albas Team aber bald auf. Nicht nur, weil sie sich angesichts ihres gedrängten Terminkalenders ein schnelles Vergessen antrainiert haben. Vielmehr waren erstmals in dieser Saison alle bis auf Stefan Peno, der nunmehr seit knapp einem Jahr verletzt fehlt, gesund und einsatzbereit. Die Center Johannes Thiemann und Tyler Cavanaugh hatten sich bereits kurz zuvor nach sechs beziehungsweise acht Wochen zurückgemeldet, gegen Maccabi war es Spielmacher Peyton Siva. Der Frust, verloren zu haben, mischte sich bald mit einer Art Erleichterung, dass sich die Unruhe, die das Ende der Improvisation und das erneute Umverteilen der Rollen zwangsläufig mit sich bringen, in Grenzen gehalten hatte. Ein Dreier, ein Ballverlust oder Rebound hüben oder drüben und …

Egal! „So schlimm es war, verletzt zusehen zu müssen, so schön ist es, wieder dabei zu sein“, sagte Thiemann. „Den Rhythmus wiederzufinden, dauert natürlich, aber ich bin mir sicher, dass wir drei der Mannschaft schnell helfen können.“

Plus an Willen an Energie ist schon zu spüren

Wobei das Plus an Willen und Energie schon gegen Maccabi zu spüren war. „Mehr an Einstellung geht nicht“, bilanzierte Marco Baldi dann auch zufrieden. Seit Langem habe er beim Blick auf die Bank nicht mehr „nur Jugendliche gesehen, sondern Leistungsträger, mit denen wir für diese Saison fest geplant hatten. So können wir zuversichtlich in die nächsten Spiele gehen.“ Endlich müssten die Coaches um Cheftrainer Aito Reneses dem Krankenstand gehorchend „nicht immer nur Löcher stopfen“. Jetzt könnten sie vielmehr „auch taktische Varianten ausspielen“.

Was bereits am Sonntag beim prestige-beladenen Pokal-Halbfinale in Bamberg (18 Uhr, Magentasport) gefordert sein wird. Denn die Partie gegen Maccabi hatte Alba mit sieben Ausländern bestritten. Tim Schneider hatte pausiert, damit die Rückkehrer Cavanaugh (22 Minuten) und Siva (13) Spielpraxis sammeln konnten. In nationalen Wettbewerben sind jedoch nur sechs Ausländer erlaubt. Vieles spricht dafür, dass Schneider für Cavanaugh zurückkehren wird und Landry Nnoko neben Thiemann als Center auflaufen wird.

In Bamberg hat Alba diese Saison schon gewonnen

„Egal wer spielt, wir sind heiß“, verspricht Thiemann vor der Rückkehr nach Bamberg, wo er mit Alba vergangene Saison das Pokalendspiel verloren hat. Ist lange her. In dieser Saison haben die Berliner in der selbsternannten Frankenhölle bereits gewonnen, mit 78:74, ohne Peno, ohne Siva und ohne Thiemann.

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