Basketball

Alba Berlin geht nach der Pause zu oft die Luft aus

In Valencia hielt Alba Berlin einmal mehr gut mit, führte zur Halbzeit, doch am Ende setzte es die zwölfte Niederlage im 17. Spiel.

Luke Sikma (l.) hatte gegen Louis Labeyrie und Valencia Basket einmal mehr das Nachsehen.

Luke Sikma (l.) hatte gegen Louis Labeyrie und Valencia Basket einmal mehr das Nachsehen.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Die gute Nachricht zuerst: Tyler Cavanaugh konnte bei Albas 77:91 (42:37) in Valencia nach knapp zwei Monaten, die ihn eine Knöchelverletzung zurückgeworfen hatte, wieder die ersten fünf Minuten im Dress der Berliner bestreiten. Die schlechte: Viel helfen konnte der 25-jährige Center, für den ursprünglich eine dreimonatige Pause vorhergesagt war, seinem Team verständlicherweise noch nicht. Vielmehr gelang es den Spaniern, die anders als Alba ihre anfänglichen Verletzungsprobleme hinter sich gelassen haben, bei der Neuauflage des letztjährigen Eurocup-Finales zu zeigen, wie verletzlich die Berliner in Korbnähe sind, wenn nahezu alle Last auf den Schultern von Landry Nnoko liegt. Denn auch Johannes Thiemann fällt wegen einer Gehirnerschütterung seit nunmehr sechs Wochen aus.

Fünf Minuten vor Schluss war Alba Berlin dran

Eine weitere gute Nachricht ist, dass Albas Rumpfteam, in dem ja auch die Regisseure Peyton Siva und Stefan Peno seit Längerem fehlen, in der ersten Halbzeit abermals nachwies, dass es in der Euroleague, der Königsklasse des europäischen Basketballs, angekommen ist. Aus der Berliner 42:37-Führung zur Pause wurde jedoch in den folgenden zehn Minuten ein 57:62. Alba kam zwar durch Dreier von Marcus Eriksson, Rokas Giedraitis und Makai Mason noch mal auf 69:72 heran (35.), kippen ließ sich die Partie aber nicht mehr.

„Wir haben anfangs sehr gut getroffen“, erklärt Luke Sikma. „Valencia hatte sich darauf in der zweiten Halbzeit deutlich besser eingestellt und mit den eigenen Fans im Rücken viel aggressiver verteidigt.“ Was zur Folge hatte, dass die Spanier das Tempo aus dem Spiel der Berliner nahmen und sie zu insgesamt 19 Ballverlusten zwangen. Zudem dominierten sie durch Alberto Abalde, Mike Tobey und Bojan Dubljevic aus bekannten Gründen immer öfter unter den Körben, erkämpften sich so durch 15 Offensivrebounds zweite Wurfchancen.

Nach der Hinrunde ist Alba Berlin Vorletzter

Die Partie in Valencia war das letzte Spiel der Hinrunde, und zur Halbzeit liegt Alba in der Euroleague mit 5:12 Siegen auf dem vorletzten, dem 17. Platz. Was ein wenig schade ist, wenn man bedenkt, dass drei Partien erst nach Verlängerungen verloren gingen und die Berliner – wie in Valencia – in acht Begegnungen zur Halbzeit führten, zum anderen aber nach einem Rückstand zur Pause noch kein Spiel auf Sieg drehen konnten. Aus verschiedenen Gründen, wie Sikma erklärt.

„Alle Teams in dieser Liga haben die Qualität, sich, wenn wir gut starten, während des Spiels besser auf unseren Stil einzustellen“, sagt Albas Power Forward, der 2017 aus Valencia nach Berlin gewechselt war. „Zum anderen spielt sicherlich auch Müdigkeit eine Rolle. Bei dem Rhythmus, in dem wir Woche für Woche reisen und spielen, merkst du natürlich, wenn viele Spieler verletzt fehlen. Eigentlich wird jeder in jedem Spiel gebraucht.“

Tyler Cavanaughs Rückkehr gibt Zuversicht

Was die überraschend frühe Rückkehr Cavanaughs umso erfreulicher macht. „Der Fuß hat auf alles, was die Ärzte und Physios getan haben, wirklich gut reagiert“, sagt der US-Center. „Ich liebe Basketball und das war eine harte Zeit. Ich hatte schon eine gute Woche mit dem Team trainiert. Der Fuß war stabil und fühlte sich gut an. Was ich jetzt brauche, ist Spielpraxis“.

Kann er haben, gleich an diesem Sonntag, in Göttingen (15 Uhr, Magentasport).