Basketball

Alba Berlin überrollt in der Euroleague Baskonia Vitoria

Die Hauptstädter fertigen in der Euroleague überraschend schwache Spanier mit 81:57 ab. Der Sieg hätte noch höher ausfallen können.

Mit 18 Punkten Albas bester Werfer: Martin Hermannsson (r.) im Zweikampf mit Pierria Henry von Baskonia Vitoria.

Mit 18 Punkten Albas bester Werfer: Martin Hermannsson (r.) im Zweikampf mit Pierria Henry von Baskonia Vitoria.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Keine Mannschaft beendet gern mit einer Niederlage ein Jahr. Auch Alba Berlin nicht, das zuvor vier Mal in Folge in der Basketball-Euroleague verloren hatte. Doch am zweiten Weihnachtsfeiertag fand diese Serie ein Ende.

Gegen Baskonia Vitoria-Gasteiz gewann die Mannschaft von Trainer Aito Garcia Reneses vor 8818 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena mit 81:57 (41:26). Insgesamt war das der fünfte Sieg der Berliner im 15. Spiel in der Königsklasse. „Wir haben Baskonia ja förmlich überrollt“, freute sich Alba-Spieler Tim Schneider.

Die Gäste, die für sie enttäuschend nur einen Sieg mehr als Alba auf dem Konto haben, hatten in einer Hauruck-Aktion ihre aktuelle sportliche Misere zu überwinden versucht. Am Freitag entließen sie ihren kroatischen Trainer Velimir Perasovic, am Heiligabend ersetzte ihn Dusko Ivanovic, der im Baskenland mit großer Freude empfangen wurde.

Spanier bleiben weit hinter ihren Möglichkeiten

Denn der Montenegriner hat 2002 und 2010 zwei der drei spanischen Meistertitel in der Baskonia-Historie gewonnen. Doch womöglich wird es noch eine Weile brauchen, bis sein Team verstanden hat, was er von ihm erwartet. Gegen Alba bot Vitoria eine schwache Vorstellung.

Ihr Topscorer Tornike Shengelia, der pro Spiel im Durchschnitt bisher 18 Punkte markierte, war bei Luke Sikma in guten Händen und kam nur auf einen Zähler. Wie die gesamte Mannschaft hinter ihren Möglichkeiten blieb.

Viele Ballverluste, noch mehr Fehlwürfe, schlechte Entscheidungen in der Offensive – die gut eingestellten Berliner hatten leichtes Spiel und hätten eigentlich noch höher als mit 15 Punkten zur Pause führen können.

Nicht nur Giedraitis und Nnoko stellen Gäste vor Probleme

Vor allem der emsige Rokas Giedraitis (17 Punkte), Center Landry Nnoko (11 Punkte/11 Rebounds) und der gewohnt solide Sikma (10 Punkte, 4 Rebounds, 5 Assists) stellten Vitoria bis dahin vor sehr große Probleme. Nach dem Wechsel kamen noch Martin Hermannsson (18) und Marcus Eriksson (11) in Schwung – zu viel für die Spanier.

Jedes Viertel ging an die Gastgeber.„Ich weiß nicht, ob es unsere beste Leistung in der Euroleague war, aber in jedem Fall war es unsere beste Defense-Leistung“, sagte Giedraitis, „das war exzellent. Ich hätte so ein klares Ergebnis nicht erwartet.“

Am Silvestertag geht es gegen den Mitteldeutschen BC

Es war keineswegs so, dass die Gäste in der zweiten Halbzeit mehr Energie gehabt, mehr Gegenwehr geleistet hätten. „Das war ein großes Problem“, beklagte Ivanovic. Alba-Kapitän Niels Giffey war ebenfalls von der Leistung seines Teams überzeugt, erkannte aber auch: „Die sind gerade ein bisschen angeschlagen. Das haben wir gut gemacht, dass wir sie gar nicht erst in ihren Rhythmus haben kommen lassen.“

„Das war ein großer Sieg für uns“, sagte Reneses, „vor allem über unsere Verteidigung in der ersten Halbzeit bin ich sehr glücklich.“ Am Silvestertag (15 Uhr, Mercedes-Benz Arena) gegen den Mitteldeutschen BC hat Alba die Gelegenheit, auch das Jahr in der Bundesliga mit einem guten Gefühl zu beenden.