Basketball

Rassismus-Eklat: Alba verurteilt jede Diskriminierung

Alba stellt sich nach Rassismus-Eklat gegen Diskriminierung jedweder Art. Die Niederlage gegen Bayern muss schnell abgehakt werden.

Der Bayern-Spieler Greg Monroe (l.) wurde am Mittwochabend während des Spiels gegen Alba Berlin von einem Zuschauer rassistisch beleidigt.

Der Bayern-Spieler Greg Monroe (l.) wurde am Mittwochabend während des Spiels gegen Alba Berlin von einem Zuschauer rassistisch beleidigt.

Foto: Andreas Gora / picture alliance/dpa

Berlin. Marco Baldi brauchte erst einmal ein Bier. Doch auch danach fiel es dem Manager von Alba Berlin schwer, die Niederlage in der Euroleague gegen Bayern München in Worte zu fassen. „Ich habe gerade keine richtige Erklärung“, meinte er nach dem bitteren 76:77 nach Verlängerung am späten Mittwochabend, bei dem seine Mannschaft bis kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit nah dran war an der großen Sensation.

15 Sekunden vor Schluss führte Alba gegen den Favoriten mit vier Punkten, ehe unter anderen Münchens Maodo Lo mit zwei Dreiern die Verlängerung erzwang und dort kurz darauf von der Freiwurflinie den Sieg für den deutschen Meister perfekt machte. Baldi sprach von einem schmerzhaften Abend, wobei er sich zu diesem Zeitpunkt noch rein auf das Geschehen auf dem Feld bezog. Erst am Donnerstag wurde bekannt, dass Bayern-Spieler Greg Monroe während der Partie von den Rängen von einem 18-Jährigen rassistisch beleidigt wurde.

Alba Berlin reagiert bestürzt auf den Vorfall

Der Amerikaner hatte den Vorfall im Spiel selbst nicht mitbekommen. Andere Besucher meldeten dem Ordnungsdienst aber das Verhalten des Pöblers, der anschließend Hausverbot bekam. Die Polizei wurde eingeschaltet, und Monroe unterschrieb nach der Partie ein offizielles Papier für einen Strafantrag. Alba lobte die Fans, „die aufmerksam waren und beispielhaft reagiert haben“. Man sei bestürzt und verurteile den Vorfall in aller Schärfe, teilte der Klub mit. „Diskriminierung jedweder Art hat weder bei uns noch in der Gesellschaft etwas zu suchen und wird von uns konsequent geahndet und strafrechtlich verfolgt.“

Aus sportlicher Sicht ging es nach dem Spiel vor allem um die Frage, ob die Berliner in den Schlusssekunden nicht besser gefoult hätten, anstatt Maodo Lo noch die Chance zum Dreier zu bieten. „Wir haben uns dagegen entschieden, aber das birgt immer ein gewisses Risiko“, sagte Niels Giffey. Im Nachhinein hätte man zumindest den zweiten Wurf verhindern müssen. So kassierte Alba bereits die dritte Niederlage nach Verlängerung in der laufenden Euroleague-Saison. „Das Spiel wogte die ganze Zeit hin und her, es hatte so viele verschiedene Rhythmen, so viele verschiedene Möglichkeiten, in die eine oder andere Richtung auszuschlagen. Es war ein wirkliches Drama“, sagte Baldi. Ein Drama, bei dem am Ende wieder einmal die Bayern das bessere Ende für sich hatten.

Für Alba Berlin ist es die sechste Pleite in Folge gegen Bayern

Für Berlin war es bereits die sechste Niederlage in Folge gegen den FCB, von den vergangenen neun Spielen konnten die Albatrosse nur eines gewinnen. Nach der erneuten Pleite kam sich Luke Sikma deshalb vor wie im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“, bei dem der Hauptdarsteller in einer Zeitschleife festsitzt und immer wieder dasselbe erleiden muss. „Wir müssen das Spiel jetzt schnell abhaken“, sagte Sikma.

Bereits am Freitag (20.45 Uhr, Magentasport) treten die Berliner in der Euroleague bei Asvel Villeurbanne an. Ob der gegen München so starke Makai Mason mitwirken kann, ist offen – er war am Mittwoch umgeknickt. Noch schlechter sieht es für einen Einsatz von Spielmacher Peyton Siva aus, der sich gegen die Bayern wohl eine Muskelverletzung zugezogen hat. „Ein Unglück kommt selten allein“, meinte Marco Baldi.

Mehr über Alba Berlin lesen Sie hier.