Basketball

Alba vergibt die große Chance, die Bayern zu schlagen

Die Berliner Basketballer verlieren trotz kämpferisch starker Leistung das deutsche Euroleague-Duell in der Verlängerung mit 76:77.

Albas Peyton Siva (l.) im Duell mit Bayern-Profi DeMarcus Nelson.

Albas Peyton Siva (l.) im Duell mit Bayern-Profi DeMarcus Nelson.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Als Nihad Djedovic mit seinem ersten Wurf noch nicht einmal den Ring traf, hatte der Anhang von Alba Berlin noch hämisch applaudiert. Ein solcher Airball unterläuft dem Star des FC Bayern schließlich auch nicht alle Tage. Kurz darauf bekam Djedovic erneut den Ball und traf. Und dieses Mal war er es, der eine Botschaft für das Publikum hatte. Der Serbe legte den Finger auf den Mund, so als wollte er sagen: Freut euch nicht zu früh – abgerechnet wird am Ende.

Er sollte leider recht behalten. Bis wenige Augenblicke vor Ablauf der regulären Spielzeit schnupperten die Berliner vor 11.229 Zuschauern in der Mercedes-Benz Arena an der Sensation. Letztlich aber setzte sich Münchens größere Cleverness durch.

Der deutsche Meister rettete sich durch einen Dreier von Maodo Lo 2,8 Sekunden vor Schluss zunächst in die Verlängerung und hatte dann auch dort das bessere Ende für sich. Die Gäste gewannen mit 77:76 (28:30, 72:72) und feierten damit wettbewerbsübergreifend den sechsten Sieg in Serie gegen die Albatrosse. „Das ist eine unglückliche Niederlage, wir hatten genügend Möglichkeiten zu gewinnen“, so Trainer Aito Reneses.

Beide Klubs starten zäh in der brisante Duell

Die Treffen zwischen den Klubs sind längst ein Klassiker im deutschen Basketball. 51 Mal standen sich beide Teams gegenüber, seit die Bayern 2011 in die Bundesliga aufgestiegen sind, man kennt sich also zur Genüge. Trotzdem waren die Umstände beim jüngsten Duell ganz anders als sonst. Zum ersten Mal traf man sich in Europas wichtigstem Klubwettbewerb, wobei der Druck bei den Bayern lag, die im Falle einer Niederlage ihr Saisonziel Euroleague-Play-off wohl hätten abschreiben müssen.

Nicht nur deshalb war das deutsch-deutsche Gipfeltreffen in der Euroleague mit Spannung erwartet worden. Der Beginn gestaltete sich jedoch auf beiden Seiten äußerst zäh. Erst nach etwas mehr als zweieinhalb Minuten erzielte Rokas Giedraitis per Freiwurf die ersten Punkte des Spiels. Bis Mitte des ersten Viertels hatten beide Mannschaften zusammen gerade einmal neun Zähler gesammelt.

Ein Berliner entscheidet das Spiel für die Münchner

Berlin verteidigte zunächst gut, ließ am anderen Ende aber zu viele Chancen ungenutzt. Das nutzten die Gäste mit ihrer größeren Erfahrung eiskalt aus, die nach ebenfalls mauem Beginn zunehmend das Zepter übernahmen und damit ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden schienen.

Berlin hingegen war in dieser Phase in den entscheidenden Momenten oft zu hektisch und durfte sich bei Luke Sikma bedanken, dass man zur Halbzeit nur mit zwei Zählern zurücklag. Hochklassig war das Spiel auch danach nur selten, dafür blieb es bis zuletzt spannend.

Zwar zogen die Bayern nach der Pause zunächst wieder davon und führten zwischenzeitlich mit zwölf Punkten, doch Alba gab sich nie geschlagen. Jetzt war es vor allem Makai Mason, der immer besser ins Spiel fand – mit 17 Punkten war er am Ende bester Berliner.

Zu Beginn des Schlussabschnitts hatte Alba die Partie gedreht, doch München hatte mit Maodo Lo noch ein Ass im Ärmel. Ausgerechnet der gebürtige Berliner war es, der zunächst den Dreier zur Verlängerung versenkte und dort dann die entscheidenden Freiwürfe. Als Albas letzter Wurf durch Niels Giffey daneben ging, sah man Nihad Djedovic leise in sich hineinlächeln.

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