BBL-Pokal

Alba zittert sich ins Pokal-Halbfinale

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Dietmar Wenck
Albas Landry Nnoko (l.) im Zweikampf mit Strahinja Micovic vom Mitteldeutschen BC.

Albas Landry Nnoko (l.) im Zweikampf mit Strahinja Micovic vom Mitteldeutschen BC.

Foto: Andreas Gora / picture alliance / Andreas Gora

Alba entgeht im Pokal gegen den Liga-Letzten MBC nur knapp einer Blamage und zieht ins Halbfinale ein. Dort wartet ein harter Brocken

Berlin. „Wer bis jetzt noch nicht wusste, was Pokal ist, der hat es heute erleben können“, sagte Marco Baldi, noch leicht gezeichnet von der Dramatik des vorangegangenen Basketballspiels, das Alba Berlin im BBL-Pokal-Viertelfinale 82:77 (27:39) gegen den Mitteldeutschen BC gewonnen hatte.

Der Manager des neunmaligen Cupsiegers hatte genauso wie 8344 Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena eine bis in die letzten Sekunden offene Partie gesehen. „Ein klassisches Pokalspiel“, fand auch Kapitän Niels Giffey, „das am Ende über die Energie gewonnen wurde. Wir haben die tiefere Bank und sind mental stark geblieben.“

Was gar nicht so einfach war. Denn nach gutem Start und einer 9:5-Führung kam Alba schon früh in große Probleme. „Der MBC war sehr stark“, sagte Berlins Trainer Aito Garcia Reneses, „und wir haben in der ersten Halbzeit oft falsche Entscheidungen getroffen, wann wir besser werfen oder passen sollten.“

Alba Berlin mit teils kläglichen Fehlwürfen

Sein Team traf vor allem den Korb nicht mehr, egal, ob aus kurzer oder langer Distanz, „überhaupt nichts“, wie Giffey hervorhob. Die Gäste nutzten dies nach einer 12:0-Punkte-Serie zu einem 20:11-Vorsprung. Besonders die sonst bei den Berlinern so sicheren Würfe von außen verfehlten auf teils klägliche Weise ihr Ziel, erst der neunte Dreier von Markus Eriksson landete im Korb (14. Minute).

Von einem gebrochenen Bann konnte jedoch nicht die Rede sein. In den ersten acht Minuten des zweiten Viertels blieben diese Punkte des Schweden das einzig zählbare Ergebnis. Die Mitteldeutschen waren weiterhin wacher im Rebound und besser im Abschluss, lagen in der 19. Minute nach einem Dunking von David Brembly sogar 37:22 vorn.

Alba agierte hektisch in der Offensive, die gewohnte Selbstverständlichkeit im Zusammenspiel war dahin, und hätte nicht wenigstens die Abwehr gehalten, alle Pokalträume hätten sich jetzt schon in Luft aufgelöst.

Alba Berlin bewahrt die Ruhe

Doch dann folgte zunächst eine imponierende Aufholjagd. Aus einem 27:42-Rückstand wurde innerhalb von nur sechs Minuten eine 48:47-Führung Albas. Peyton Siva führte gut Regie, Eriksson (18 Punkte) traf endlich wie gewohnt, auch Rokas Giedraitis (13), Niels Giffey (12) und Landry Nnoko (10) setzten den Mitteldeutschen zu.

Doch gebrochen war der Gegner noch nicht. Angeführt vom treffsicheren Kanadier Kaza Kajami-Keane (28 Punkte) blieb der MBC immer dran, wollte sich auch von Albas 76:70 drei Minuten vor Schluss durch Nnoko nicht entmutigen lassen. Nur ließen die Kräfte und in der Defensive spürbar ihre Konzentration nach.

Der Favorit zeigte dagegen die Stärke, trotz der schwachen Wurfquote zu Beginn „beim eigenen Spiel zu bleiben und die Ruhe zu bewahren“, wie Baldi lobte. So wurde der Tabellenletzte der Bundesliga schließlich in die Knie gezwungen, aber wird in der Form vom dritten Advent sicher nichts mit dem Abstieg zu tun bekommen.

Im zweiten Sonntagsspiel unterlagen die Telekom Baskets Bonn den EWE Baskets Oldenburg 81:88 (34:36). Alba trifft nun im Halbfinale am 12. Januar in Bamberg auf Titelverteidiger Brose Baskets in einer Neuauflage des vergangenen Finales. Außerdem hat Ulm gegen Oldenburg Heimrecht.