Euroleague

Alba Berlin verpasst Überraschung bei Fenerbahce Istanbul

| Lesedauer: 3 Minuten
Luke Sikma (l.) von Alba  versucht Kostas Sloukas von Fenerbahce Istanbul zu blocken.

Luke Sikma (l.) von Alba versucht Kostas Sloukas von Fenerbahce Istanbul zu blocken.

Foto: imago images/Seskim Photo

Trotz einer couragierten Leistung hat Basketball-Bundesligist Alba Berlin in der Euroleague seine achte Niederlage kassiert.

Istanbul. Wieder die türkische Hauptstadt, wieder ein Basketball-Drama und wieder eine knappe Niederlage für Alba Berlin: Die Mannschaft von Trainer Aito Garcia Reneses unterlag knapp zwei Monate nach dem 105:106 nach Verlängerung bei Efes Istanbul auch dessen Lokalrivalen Fenerbahce in der Extrazeit mit 102:107 (40:41, 88:88) – trotz einer erneut bravourösen Leistung und vieler verletzter Spieler. In der Euroleague liegen die Berliner jetzt bei vier Siegen und acht Niederlagen, Fenerbahce hat fünf Mal gewonnen und sieben Mal verloren.

Die Türken haben in den vergangenen fünf Saisons immer das Final Four der Königsklasse erreicht, sie 2017 gewonnen. Doch in diesem Jahr haben sie erhebliche Probleme, ihren Rhythmus zu finden, auch wegen verletzter Spieler. Am Freitag allerdings waren wieder fast alle an Bord, und so begann das Team von Trainer-Legende Zeljko Obradovic auch. Im ersten Viertel wurde Alba mit 30:16 förmlich überrollt.

Dann jedoch wehrten sich die Gäste besser, fanden ihr Spiel und Wege, ihren Gegner aus dem Spielfluss zu bringen. Punkt um Punkt holten sie auf, hatten nach 18 Minuten ihren Rückstand nicht nur wettgemacht, sondern gingen durch den Schweden Marcus Eriksson sogar 35:34 in Führung. Von einem „schrecklichen Viertel“ sprach Obradovic später. Alba um seinen Besten, Luke Sikma (18 Punkte/8 Rebounds), war von jetzt an auf Augenhöhe mit dem hohen Favoriten. Als Scharfschütze Rokas Giedraitis (19 Punkte) in der 24. Minute zum 52:44 traf, schien die Sensation greifbar. Bis kurz vor dem Ende lag Alba auch meist vorn, dann übernahm Fenerbahce zum 86:83 durch Derrick Williams, der einen Dreier-Versuch von Niels Giffey (12 Punkte) blockte und den Schnellangriff erfolgreich abschloss. Die Berliner gaben sich nicht geschlagen, glichen mit sieben Sekunden auf der Spieluhr aus. Sikma verwertete einen Offensivrebound zum 88:88.

In der Verlängerung jedoch wurden die Berliner müder und kassierten für sie ärgerliche Fouls. Erst erhielt Peyton Siva sein fünftes, dann auch noch Martin Hermannsson – Reneses musste Makai Mason als Spielmacher aufs Feld schicken, der bis dahin noch keine Sekunde Einsatzzeit hatte. Der Deutsch-Amerikaner machte seine Sache nicht einmal schlecht, erzielte vier Punkte. Doch als er einen Distanzwurf vergab, hatte Fenerbahce endgültig die Hoheit gewonnen und brachte den Sieg routiniert nach Hause. „Es war hart, wir wussten, dass sie nie aufgeben“, sagte Kostas Sloukas, mit 23 Punkten und zehn Assists der Mann des Abends. Sikma sagte: „Unser schlechter Start war am Ende der Grund für die Niederlage – und dass wir nicht so eine tief besetzte Bank haben wie Fenerbahce.“ Trotzdem konnten er und sein Team stolz sein. Sie hatten den Champion von 2017 sehr nah am Rand einer Niederlage.

( diw )