Basketball

Verletzungsprobleme: Alba Berlin gehen die Spieler aus

Mit Johannes Thiemann fällt ein weiterer Profi bei Alba Berlin vorerst aus. Das erschwert die Aufgabe am Donnerstag gegen Olympiakos Piräus.

Johannes Thiemann blieb nach einem Zusammenstoß mit seinem Gegenspieler Michael Ojo benommen am Boden liegen und wurde von Albas medizinischer Abteilung versorgt.

Johannes Thiemann blieb nach einem Zusammenstoß mit seinem Gegenspieler Michael Ojo benommen am Boden liegen und wurde von Albas medizinischer Abteilung versorgt.

Foto: O.Behrendt via www.imago-images.de / imago images/Contrast

Berlin. Bei Alba Berlin wich die Befürchtung am Morgen nach dem beeindruckenden 93:80 gegen Roter Stern Belgrad in der Basketball-Euroleague der Gewissheit. Auf seiner Homepage bestätigte Alba Berlin, dass Center Johannes Thiemann, der in seinen Duellen mit dem Nigerianer Michael Ojo viel einstecken musste, eine Gehirnerschütterung erlitt. Dass er auch noch einen Teil eines Schneidezahns verlor, geriet da schon zur Bagatelle. Fest steht, dass Thiemann an diesem Donnerstag (20 Uhr, Magentasport) in der Mercedes-Benz Arena gegen Olympiakos Piräus ausfällt. „Wir haben ein Problem“, sagte Manager Marco Baldi.

Alba Berlin hat damit nur noch elf einsatzfähige Profis

Der Kreis der Verletzten bei Alba erreicht allmählich Ausmaße, die sich nicht mehr kompensieren lassen. Es fehlen die Spielmacher Stefan Peno (Knie, Rückkehr nicht in diesem Jahr), Peyton Siva (Oberschenkelverletzung, vielleicht nächste Woche), Malte Delow (Außenbandanriss), die Center Thiemann (beide mehrere Wochen) und Tyler Cavanaugh (Bänderriss am Knöchel, drei Monate). Nachwuchs-Center Kresimir Nikic hatte ein Hämatom am Oberschenkel, steigt jetzt erst ins Training ein. Flügelspieler Marcus Eriksson hat gerade eine Oberschenkelblessur überstanden und braucht eine Weile, seinen Rhythmus wieder aufzubauen. So wie es allen Rückkehrern geht.

„Ich will jetzt nichts dramatisieren“, sagte Baldi, „aber wir sind durchaus in einer prekären Situation.“ Der schöne Plan, mit einem Kader von 17 Spielern, dem größten aller Zeiten, die extreme Belastung aus mindestens 32 Bundesliga- und 34 Europaliga-Partien zu bewältigen (zuzüglich Play-off, Pokal und Nationalmannschaften), bricht in sich zusammen, wenn wie jetzt nur noch elf einsatzfähige Profis zur Verfügung stehen. Alba geht auf dem Zahnfleisch. „Ich weiß, was das heißt, ich sehe, was wir vor der Brust haben“, so Baldi, „wie spielen bis Ende nächster Woche im Zwei-Tages-Rhythmus. Doch Energie ist endlich.“

Sikma und Hermannsson machen Alba Berlin Mut

Die Gefahr sei groß, dass in diesem Wettbewerbs-Marathon weitere Federn gelassen würden. Jemand wie Thiemann verpasst durch den engen Spielplan ja nicht ein oder zwei Spiele, sondern vielleicht gleich ein halbes Dutzend. Aber es gehe „schon gar nicht mehr so darum, ob man ein Spiel gewinnt oder verliert. Es geht ums Überstehen.“ Um das Meistern einer sehr schwierigen Situation, irgendwie und möglichst so, dass sich nicht weitere Leute verletzen. Und die Misere noch verschlimmern.

Tapfer versuchen die verbliebenen Leistungsträger wie Luke Sikma („Andere Teams haben auch verletzte Spieler“) oder Martin Hermannsson („Unsere Müdigkeit darf keine Ausrede sein“), die Laune aufrecht zu halten. Doch die beste Medizin in diesen Momenten sind Erfolgserlebnisse. Wie am Dienstag gegen Belgrad. „Das war heute eine sehr, sehr gute Leistung und ein wichtiger Sieg“, freute sich Baldi. „Gewinnen ist immer besser“, ergänzte Trainer Aito Garcia Reneses, der die „Einstellung und die Anstrengungen“ lobte, die seine Spieler allen Problemen zum Trotz gezeigt hätten.

Olympiakos ist anders als Alba Berlin Stammgast in der Eliteklasse

Es wäre zu schön für Alba, wenn nun gegen Piräus ein weiterer Sieg folgen würde, nicht allein, weil sich die Berliner damit unverhofft nach zehn Spielen im Mittelfeld der 18 besten Teams Europas tummeln würden. Doch die Griechen, die am Dienstag bei Bayern München lange führten und doch 82:85 unterlagen, werden etwas dagegen haben. Taylor Rochestie und Will Cherry haben früher das Alba-Trikot getragen und kennen die Arena am Ostbahnhof gut. Bekannt sind auch die Hellas-Veteranen Vassilis Spanoulis (37) und Georgios Printezis (34), der schon seine 15. Saison für Olympiakos bestreitet.

Piräus ist anders als Alba Stammgast in der Eliteklasse, hat sie 1997, 2012 und 2013 gewonnen, war zwölf Mal griechischer Meister. Davon ist Olympiakos momentan weit entfernt. Weil der Klub sich weigerte, zu einem Spiel gegen Panathinaikos Athen anzutreten, musste er in die zweite Liga zwangsabsteigen, wo jetzt eine B-Mannschaft antritt. Manche schaffen es eben sogar, sich selbst Verletzungen zuzufügen.

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