Basketball

Makai Mason wird bei Alba immer wichtiger

Weil Peyton Siva verletzt fehlt, müssen andere den Alba-Spielmacher vertreten. Auch Makai Masons Rolle ist dadurch größer geworden.

Makai Mason (r.) hat es in seiner ersten Alba-Saison gleich mit europäischen Topstars zu tun, wie hier mit Nick Calathes von Panathinaikos Athen.

Makai Mason (r.) hat es in seiner ersten Alba-Saison gleich mit europäischen Topstars zu tun, wie hier mit Nick Calathes von Panathinaikos Athen.

Foto: Angelos Tzortzinis / picture alliance/dpa

Berlin. Frisch ans Werk, mit müden Knochen. So in etwa könnte Albas Motto lauten, wenn die Mannschaft von Aito Reneses an diesem Sonntag bei den Riesen in Ludwigsburg (18 Uhr, Magentasport) auflaufen wird. Für Berlins Basketballteam ist es das vierte Auswärtsspiel in elf Tagen. Erst am Donnerstagabend war Alba mit dem 106:105 nach zwei Verlängerungen bei Panathinaikos in Athen eine der großen Sensationen dieser Euroleague-Saison gelungen.

Alba hat in Athen viel Kraft verloren

Die Spieler um Kapitän Niels Giffey dürfte in dem gewohnt feindlichen Ludwigsburger Ambiente nach ihrem Kraftakt vor allem die Milchsäure in ihrer Muskulatur an den Riesen-Coup erinnern. Weit hilfreicher wäre allerdings, wenn der Rückenwind aus Athen alle weiter beflügeln könnte, denn sowohl die Schwaben, die nicht in Europa aktiv sind und sich die ganze Woche über vorbereiten konnten, als auch die gestressten Berliner haben erst eine Niederlage auf dem Konto. Beide wollen in der Bundesliga den Anschluss zu Tabellenführer Bayern München halten.

Alba gewann beim sechsmaligen Champion Europas, obwohl mit Peyton Siva, Tyler Cavanaugh und Marcus Eriksson drei Stammkräfte fehlten. Besonders Sivas erneute Verletzung stellt die Berliner vor große Probleme. Schließlich ist er nicht nur Albas erster Dirigent, sondern auch einer, der verlässlich punktet. Wie zuvor hatten Jonas Mattisseck (19) und Martin Hermannsson (25) abwechselnd Sivas Part übernommen. Wirklich möglich wurde das „Wunder von Athen“ aber erst, weil auch Makai Mason (24), im Sommer frisch vom College aus den USA nach Berlin gekommen, als dritter Spielmacher sein bislang bestes Spiel im Alba-Trikot machte – und zwar mit Abstand.

Mason gewöhnt sich an europäischen Stil

Neun Punkte in 14 Minuten, eine Trefferquote von 50 Prozent, beide Freiwürfe drin, ein Rebound, zwei Assists und nur ein Ballverlust belegen eine grundsolide Vorstellung. Und auch einen großen Schritt nach vorn, denn bei der Niederlage beim FC Bayern vier Tage zuvor (80:84) stand in Masons Statistik außer der Zwei bei den Ballverlusten alles auf Null.

Der Unterschied zum College-Basketball sei gewaltig, erklärt Albas neuer Spielmacher: „Das Spiel ist wesentlich physischer, und es ist deutlich mehr Kontakt zum Gegenspieler erlaubt.“ Sich daran zu gewöhnen, zu lernen und gleichzeitig der Mannschaft zu helfen, sei nicht immer einfach – und kurioserweise bei Alba eventuell komplizierter, als es bei anderen Klubs wäre. „In Europa wird ja ohnehin mehr Team-Basketball gespielt als in den USA, wo mehr der Einzelne im Vordergrund steht“, erzählt Kenneth Ogbe (24), der ein Jahr zuvor in der gleichen Situation wie Mason war, als er vom College kommend bei Alba seinen ersten Profi-Vertrag unterschrieben hatte.

In Ludwigsburg erneut auf dem Prüfstand

Unter Coach Aito Reneses sei „das Zusammenspiel als Mannschaft noch mal wichtiger als woanders. Du musst das Spiel lesen können und viel mehr eigene Entscheidungen treffen.“ Und das in nur 24 Sekunden Angriffszeit anstatt der 30, die im College-Basketball erlaubt sind. Über all das würde er mit Mason oft sprechen, „und Makai ist die ganze Zeit positiv geblieben“, erklärt Ogbe. Was sich in Athen am Ende ganz offensichtlich ausgezahlt hat. Die große Hoffnung ist, dass er seinen Weg jetzt gefunden hat. Nächster Halt: Ludwigsburg.