Basketball

Alba hat kaum Zeit zum Genießen

Nach vielen knappen Niederlagen kann Alba sein Erfolgserlebnis in Athen nach zwei Verlängerungen nur kurz genießen.

Alba bejubelt einen außergewöhnlichen Sieg beim sechsmaligen Euroleague-Champion Panathinaikos Athen.

Alba bejubelt einen außergewöhnlichen Sieg beim sechsmaligen Euroleague-Champion Panathinaikos Athen.

Foto: Angelos Tzortzinis / dpa

Berlin. Natürlich war das ein Befreiungsschlag, und der Abend in Athen endete auch mit Balsam auf geschundenen Seelen. Mit geflügelten Worten ließe sich jedoch jeder Sieg Albas in der Basketball-Euroleague bilanzieren, nachdem zuvor sechs Mal in Folge verloren worden war. Für das 106:105 nach zwei Verlängerungen beim sechsmaligen Champion Panathinaikos greifen „Befreiungsschlag“ und „Balsam“ aber zu kurz. Das Team von Aito Reneses hat die Chance genutzt, die es ohne die verletzten Peyton Siva, Tyler Cavenaugh, Marcus Eriksson und einen Virus-geschwächten Landry Nnoko nie hatte. „Paukenschlag“ und „Sensation“ sind ausnahmsweise erlaubt.

Alba genießt extrem wichtigen Sieg

„Auf einem der traditionsreichsten Parketts des Basketballs überhaupt ein so exzellentes Team besiegt zu haben, das setzt jede Menge Emotionen frei“ freute sich Martin Hermannsson. Sicherlich sei er „hundemüde, aber das ist egal, dieser Sieg ist für uns extrem wichtig“, gestand Albas Isländer am Morgen danach auf dem Weg zum Team-Meeting um 10.15 Uhr im Athener Hotel. Das Gefühl, mit dem sich Alba in der vergangenen Saison bis ins Finale des Eurocups gekämpft hatte, nämlich jeden schlagen zu können, sei nach dem überraschenden Triumph in der Athener Olympia-Halle ein Stück weit zurück.

Hermannsson gelang mit 20 Punkten und zehn Assists wie auch Luke Sikma (14 Punkte, zehn Rebounds) ein Double-Double. Genau so wichtig war jedoch, dass beide damit den Rest ihres Teams keineswegs in den Schatten stellten. Nnoko (17 Zähler), Rokas Giedraitis (15), Niels Giffey (15) und Johannes Thiemann (11) punkteten ebenfalls zweistellig. Selbst der 18-jährige Malte Delow durfte das Athener Star-Ensemble 4:19 Minuten lang ärgern. Das Rebound-Duell gewann Alba gegen den weitaus athletischeren Gegner mit 42:40. Der Erfolg war vollauf verdient.

Reneses voll des Lobes für sein Team

Sein Team werde jetzt wohl „die Euroleague nicht gewinnen“, erklärte Coach Aito Reneses. Er freute sich jedoch, dass seine Mannschaft viel gelernt habe. Vor allem, „dass sie in das, was sie tut, auch unter größten Schwierigkeiten Vertrauen haben kann“. Sie hätte nahezu die ganzen 50 Minuten lang „in der Verteidigung und auch im Angriff als Team gut zusammengespielt“.

Eine Berliner 58:49-Führung zur Halbzeit, dann 88:88 und 98:98 – wie jede Partie, die zweimal verlängert werden muss, war Albas Krimi bei Panathinaikos eine Achterbahnfahrt. Auf beiden Seiten Ballverluste, Fehlwürfe, nicht gepfiffene Fouls – das Übliche. Erst acht Sekunden vor Ende der zweiten Verlängerung machte Sikma per Kraftakt-Korbleger und anschließendem Freiwurf alles klar. „Darauf bin ich schon stolz, viel mehr aber noch auf die Leistung des gesamten Teams“, sagte der 30-Jährige.

Keine Pause, denn jetzt wartet Ludwigsburg

Man würde es ihm und der Mannschaft gönnen, ihren Coup noch ein paar Tage zu genießen. Geht aber nicht: Alba tritt am Sonntag (18 Uhr, Magentasport) in der Bundesliga bei den Riesen Ludwigsburg an, die wie auch die Berliner national erst eine Niederlage kassiert haben.