Basketball

Albas schwerste Aufgabe: Positiv bleiben

Alba hat von 14 Saisonspielen die Hälfte verloren und dazu großes Verletzungspech. Neue Spieler sollen trotzdem nicht geholt werden.

Peyton Siva (Archivaufnahme) hat es mal wieder erwischt: Der Alba-Spielmacher wird verletzt wochenlang zuschauen müssen.

Peyton Siva (Archivaufnahme) hat es mal wieder erwischt: Der Alba-Spielmacher wird verletzt wochenlang zuschauen müssen.

Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Daniel Lakomskipicture alliance / Beautiful Sports

Berlin. Himar Ojeda hatte es schon vor Monaten vorausgesagt, noch bevor ein Ball gespielt worden war. Es werde eine Zeit geben, in der sich die Mannschaft von Alba Berlin daran gewöhnen müsse, mehr zu verlieren als gewohnt. Der Saisonstart schien den Sportdirektor Lügen zu strafen, denn das Team von Trainer Aito Garcia Reneses gewann und gewann: im Pokal gegen Würzburg, in der Bundesliga gegen Vechta und in Bamberg und sogar in der Basketball-Euroleague gegen St. Petersburg. Doch der Begeisterung folgte mittlerweile die Ernüchterung: Inzwischen kassierte das Team im internationalen Wettbewerb sechs Niederlagen und verlor am Sonntag auch die Bundesliga-Tabellenführung beim FC Bayern München durch ein 80:84.

Schwere Aufgaben in Athen und Ludwigsburg

Nun mahnt der Manager, nicht in Frustration zu verfallen. „Natürlich sind wir enttäuscht“, sagt Ojeda, „aber das Schlimmste, was jetzt passieren kann: dass wir denken, wir sind nicht gut genug. Wir stehen immer noch am Anfang. Wir müssen geduldig bleiben, uns weiterentwickeln. Dann sehen wir, was am Ende daraus wird. Wir müssen den Glauben behalten und positiv bleiben.“ Was natürlich nicht leicht fällt, schon bei Betrachtung der nackten Zahlen. Nach 14 Spielen lautet die Bilanz sieben Siege und sieben Niederlagen. Es warten als nächstes die schweren Aufgaben bei Panathinaikos Athen (Donnerstag, 20 Uhr) und den Riesen Ludwigsburg (Sonntag, 18 Uhr).

Erschwerend kommt hinzu, dass jetzt das Verletzungspech bei den Berlinern erbarmungslos zuschlägt. Am Sonnabend im Training erwischte es gleich zwei US-Profis. Beide wurden am Montagnachmittag genau untersucht. Peyton Siva fehlt wegen einer Oberschenkelblessur mindestens zwei Wochen lang. Der rechte Knöchel des umgeknickten Tyler Cavanaugh sah noch schlimmer aus, und die Befürchtungen wurden in seinem Fall übertroffen: Alba teilte mit, der Center könne bis zu drei Monate zum Zuschauen verurteilt sein.

Verstärkungen will der Manager nicht holen

Der Schwede Marcus Eriksson bräuchte eigentlich noch etwas Pause, muss aber wegen der schwierigen Personalsituation vielleicht schon Donnerstag in Athen ran. Die Rückkehr von Stefan Peno, nach seiner Knie-Operation seit Monaten Rekonvaleszent, ist ein langwieriger Prozess. Läuft der Serbe noch in diesem Jahr wieder auf, wäre das eine sehr positive Überraschung.

Wäre es nicht an der Zeit, den Spielermarkt zu sondieren und Verstärkung zu verpflichten, zumindest für ein paar Monate? „Nein“, antwortet Himar Ojeda, „so langwierig sind die Verletzungen ja nicht, und wir haben immer noch 14 Leute, die spielen können. Das sind mehr als vergangene Saison.“ Da zählt er Eriksson schon mit, außerdem die Doppellizenzler Malte Delow, Lorenz Brenneke und Kresimir Nikic, die noch nicht viele Einsatzzeiten bei Alba bekamen.

Alba hat bisher nur gegen Topteams verloren

Der Spanier war auch nicht todunglücklich über die Alba-Vorstellung in München. „Das Spiel beim Meister ist sicher eines, das man verlieren kann“, sagte er, „wir haben wieder gezeigt, dass wir dran sind, wettbewerbsfähig.“ Ebenso müsse man die Resultate in der Euroleague betrachten. „Wir haben nur Spiele gegen Teams aus den Top Acht der Tabelle verloren.“ Nur zwei dieser Konkurrenten aus der oberen Tabellenhälfte fehlen noch. Der eine ist Panathinaikos Athen.