Basketball

Albas Niederlage: Der falsche Abend für eine Sensation

Alba Berlin hat in der Basketball-Euroleague gegen Titelverteidiger ZSKA Moskau mit 66:82 eine klare Niederlage kassiert.

Albas Peyton Siva (l.) versucht an Mike James von ZSKA Moskau vorbei zu dribbeln.

Albas Peyton Siva (l.) versucht an Mike James von ZSKA Moskau vorbei zu dribbeln.

Foto: Andreas Gora / dpa

Berlin. Die Fans von Alba Berlin eröffneten die Partie mit einer großen Choreographie, auf der stand: „30 Jahre – Alba ist eine Legende, eine Geschichte, die niemals endet“. Die Atmosphäre in der Mercedes-Benz Arena war prickelnd, 13.212 Zuschauer drängten sich auf den Tribünen.

Die Freude auf dieses Aufeinandertreffen mit ZSKA Moskau, der besten Basketball-Mannschaft des Kontinents, war groß, und nur zu gern hätten die Berliner Spieler dem Favoriten ganz legendär ein Bein gestellt.

Doch obwohl sie eine Halbzeit lang auf Augenhöhe waren und gut mithielten: Es war nicht der Abend für eine Sensation. Der Titelverteidiger aus der russischen Hauptstadt, 17 Mal in Folge Meister seines Landes und Stammgast im Final Four der Euroleague, war für Alba noch eine Nummer zu groß und gewann 82:66 (39:34). Für Moskau war es der vierte Sieg im vierten Spiel, für Berlin die dritte Niederlage.

Bis zum 23:21 nach 14 Minuten sah es gut aus

Das Team von Trainer Aito Garcia Reneses begann mutig, zugleich konzentriert und bot den Zuschauern ein Spektakel. Es begann mit einem Alley-oop von Peyton Siva auf Luke Sikma zum umjubelten 2:0. Die Gastgeber verteidigten gut, leisteten sich wenige Ballverluste. Gerade die Deutschen Niels Giffey, Kenneth Ogbe, Tim Schneider oder Jonas Mattisseck zeigten keine Scheu vor ihrem großen Gegner. So sah es bis zum 23:21 nach 14 Minuten gut aus.

Aber zwei gravierende Schwächen offenbarte Alba: Die Dreierquote, in den vergangenen Wochen ein Garant für die Erfolge, war schlecht, auch unter dem Korb wurden viele Chancen vergeben, selbst viele Freiwürfe. Moskau traf besser. Dazu waren bei den Rebounds die Gäste viel wacher. 26 vom Korb abspringende Bälle griffen sie sich allein in der ersten Halbzeit, Alba nur 14. So erklärte sich Moskaus Führung zur Halbzeit, obwohl sich ZSKA zwölf Ballverluste geleistet hatte (Alba nur 2). Und obwohl der Titelverteidiger einen seiner Stars, Will Clyburn, mit einer Knieverletzung früh verlor.

Alba konnte kaum noch einen Angriff wie geplant zu Ende spielen

Bei Alba wurde Martin Hermannsson wegen eines Magen-Darm-Infekts vermisst, dafür kehrten Marcus Eriksson nach seiner Muskelverletzung und Johannes Thiemann (Leiste) zurück ins Team. Aber in der zweiten Hälfte machte Moskau schnell ernst, gewann das dritte Viertel 22:8. Mike James (22 Punkte) tanzte durch die Alba-Abwehr, wie es ihm beliebte, Darrun Hilliard (21) zermürbte Berlin mit seinen Distanzwürfen, Joel Bolomboy (12) gelang ein Rückwärts-Dunking.

Die Köpfe der Berliner Spieler sanken. Das lag auch daran, dass ihr Gegner jetzt so gut verteidigte, dass Alba kaum noch einen Angriff wie geplant zu Ende spielen konnte. Und immer wieder wurden Chancen vergeben.

In den letzten zehn Minuten kämpfte Alba unverdrossen weiter, doch die cleveren Favoriten ließen sich ihren bis auf fast 20 Punkte gewachsenen Vorsprung nicht mehr abjagen. „Moskau hat unsere Fehler sofort bestraft“, sagte Alba-Sportdirektor Himar Ojeda. „Wir haben nicht getroffen wie in letzter Zeit“, ärgerte sich Flügelspieler Rokas Giedraitis, „wenn du nicht triffst, ist es schwer zu gewinnen.“ Am Dienstag (20 Uhr, Magentasport) an selber Stelle gegen Mailand können die Berliner es besser machen.