Basketball

„Bei Alba hatte ich die schönsten Jahre meiner Karriere“

Fünf Jahre spielte Akeem Vargas bei Alba. Jetzt kehrt er mit Frankfurt nach Berlin zurück und freut sich auf das Wiedersehen.

Von Berlin nach Frankfurt: Akeem Vargas (r.) spielt jetzt für die Fraport Skyliners.

Von Berlin nach Frankfurt: Akeem Vargas (r.) spielt jetzt für die Fraport Skyliners.

Foto: Juergen Schwarz via www.imago-images.de / imago images/Jürgen Schwarz

Berlin. Der Applaus wird deutlich mehr als nur wohlwollend sein, wenn an diesem Dienstag bei Albas Bundesliga-Spiel gegen Frankfurt (19 Uhr, Magentasport) die Nummer 8 der Skyliners das Parkett der Mercedes-Benz Arena betritt. Denn die trägt Akeem Vargas, der sich schon seit Tagen auf diesen Moment freut. „Weil ich an den Ort zurückkehre, an dem ich die bislang schönsten Jahre meiner Karriere verbracht habe“, erklärt der 29-Jährige. „Ich liebe die Alba-Fans, weil sie honoriert haben, dass ich immer mit Leib und Seele gespielt und mir den A…. aufgerissen habe.“

Schade sei nur, dass viel zu wenig Zeit bleiben werde, all die, die seinen Weg in Berlin begleitet haben, zu treffen. Wozu wahrscheinlich auch keine ganze Woche reichen würde, denn Vargas spielte fünf Jahre für Alba, bestritt 308 Spiele, ohne auch nur ein einziges zu versäumen. In der ewigen Spielerliste seines Ex-Klubs hat er nur Henrik Rödl (512 Spiele), Teoman Öztürk (489), Marko Pesic (382), Wendell Alexis (341) und Jörg Lütcke (324) vor sich. Für so einen kann man schon mal in die Hände klatschen.

Vargas wechselte im Sommer 2018 nach Frankfurt

Vargas ging im Sommer 2018 nach Frankfurt, nachdem Alba eine Option wahrgenommen hatte, aus dem noch laufenden Vertrag mit ihm auszusteigen. Damals suchten die Berliner „auf seiner Position einen Spieler mit anderen Charakteristiken“, wie es Sportdirektor Himar Ojeda formulierte. Er wäre sicherlich gern geblieben, kehre jetzt aber mit nichts anderem als Freude zurück. „So ist das Geschäft halt manchmal“, sagt der ehemalige Berliner. Und er muss es wissen, denn während seiner Berliner Zeit absolvierte er das Studium im Fach Sport- und Eventmanagement in der Regelzeit und mit der Note 1,0.

Nach mehreren Muskelfaserrissen in seiner ersten Saison für die Skyliners stand der 1,93 Meter große Defensivspezialist in den ersten drei Partien dieser Spielzeit jeweils in der Ersten Fünf der Frankfurter und spielte mit stocksoliden Statistiken durchschnittlich deutlich mehr als 30 Minuten. Der Haken an der Sache: Alle drei Partien, im Pokal gegen Göttingen (74:79), in Bonn (76:77) und mit 77:81 hauchdünn gegen den FC Bayern, gingen verloren. „Ich habe den Sommer wirklich hart trainiert und bin so fit, dass ich so giftig spielen kann, wie man es von mir gewohnt und es auch mein eigener Anspruch ist“, erzählt Vargas. „Aber wer mich kennt, weiß, dass ich mit schlechteren Statistiken gut leben könnten, wenn wir dafür gewonnen hätten.“

Mit Alba wartet der nächste Liga-Riese auf Frankfurt

Zum Auftakt gegen Göttingen seien alle ganz einfach noch nicht bereit gewesen, sein Fazit der beiden anderen Niederlagen ist aber durchaus positiv. „In Bonn hatten wir 26 Ballverluste und dennoch eine Siegchance, das heißt, wir haben vieles richtig gemacht. Gegen die Bayern haben wir uns dann noch einmal deutlich verbessert.“ Ein ähnliches Fazit würde der ehemalige Nationalspieler auch gern nach seinem Gastspiel in Berlin ziehen. Aber natürlich weiß er, dass mit Alba der nächste Liga-Riese wartet „und es gerade auswärts sehr schwer werden wird“.

Anders als in den gefühlten 100 Jahren zuvor wird ein anderer als Gordon Herbert am Dienstag an der Seitenlinie der Skyliners stehen. Geschäftsführer Gunnar Wöbke hat seinen Lieblingscoach für ein Jahr ziehen lassen, damit der versuchen kann, als Trainer der kanadischen Nationalmannschaft bei den Spielen 2020 in Japan dabei zu sein. „Ein Lebenstraum“ für den 60-Jährigen, nachdem der sein Land 1984 bereits als Spieler bei Olympia vertreten hatte. Für Herbert ist der erst 35 Jahre alte Sebastian Gleim von den Juniors zum Cheftrainer aufgestiegen, und wenn man Vargas glauben darf, macht der einen Riesenjob.

Einsatz von Spielmacher Hermannsson ist fraglich

„Sebastian ist sehr strukturiert und lebt im Training die Energie vor, mit der wir spielen wollen. Er gibt alles, was er hat und bringt uns so vielleicht auch dazu, noch zwei, drei Prozent mehr zu geben“, sagt der Spieler Vargas, um dann als zukünftiger Manager fortzufahren. „Es ist schön zu sehen, dass junge deutsche Coaches wie er oder auch Thomas Päch, die jungen Spielern eine Chance geben, oben angekommen sind“, eine Botschaft, findet er, die für die Liga durchweg positiv ist – genauso wie auch die Entwicklung von Jonas Mattisseck (19) bei Alba.

Mit Albas jungem Linkshänder könnte es Vargas bei seiner Rückkehr in die Mercedes-Benz Arena ohne Weiteres im direkten Duell zu tun bekommen, mit Marcus Eriksson wegen einer Oberschenkelverletzung definitiv nicht. Der Einsatz von Martin Hermannsson, der beim 105:106 nach Verlängerung am Freitag in Istanbul einen Schlag auf die Wade bekam, ist fraglich. Auf Berlins Regisseur Peyton Siva, der sich in Istanbul gerade rechtzeitig gesund und fit zurückgemeldet hat, darf sich Vargas hingegen freuen.