Basketball

Alba gelingt glänzende Generalprobe für die Euroleague

Vier Tage nach dem Erfolg im Pokal gewann Alba Berlin auch sein erstes Spiel in der Bundesliga gegen Vechta mit 101:78 (50:43).

Trainer Aito Reneses und Alba-Kapitän Niels Giffey können mit dem Saisonstart nach zwei Siegen zufrieden sein.

Trainer Aito Reneses und Alba-Kapitän Niels Giffey können mit dem Saisonstart nach zwei Siegen zufrieden sein.

Foto: Annegret Hilse / dpa

Berlin. Zwei Tage vor dem ersten Auftritt in der Basketball-Euroleague seit fünf Jahren gegen Zenit St. Petersburg am Freitag (20 Uhr; Mercedes-Benz Arena/Magentasport) hat Alba Berlin eine überaus gelungene Generalprobe hingelegt. Der achtmalige deutsche Meister gewann nach seinem Einzug ins Pokal-Viertelfinale auch sein Bundesliga-Auftaktspiel gegen Rasta Vechta mit 101:78 (50:43). „Das war unser erstes Spiel“, sagte Center Landry Nnoko, „und dabei sind wir für Freitag gut in den Rhythmus gekommen.“

Verletzungssorgen trüben die Freude

Allerdings ist die Personalsituation bei den Berlinern derzeit alles andere als erfreulich, und das könnte gegen die Russen zu einem Problem werden. Obwohl die Saison gerade erst begonnen hat, sind mittlerweile schon drei Profis verletzt. Spielmacher Peyton Siva (Wade) und Center Johannes Thiemann (Leiste) fehlten ja bereits beim 92:81-Pokalerfolg gegen Würzburg. Vor der Partie am Mittwoch meldete sich mit Zugang Makai Mason ein weiterer Point Guard angeschlagen und nicht spielfähig. Der 24-Jährige leidet unter Fußproblemen.

Gegen die Niedersachsen ließ sich das aber noch verschmerzen. Die 7377 Zuschauer in der Mercedes-Benz Arena sahen vor allem im ersten Viertel ein flottes Spielchen mit erstklassigen Trefferquoten auf beiden Seiten. Nur die Verteidigung wurde ein bisschen vergessen. So wurde eben aus freien Situationen aus allen Rohren geschossen - und getroffen. Bei den Berlinern besonders vom Schweden Markus Eriksson, bei den Gästen hatte Trevis Simpson ein sehr sicheres Händchen.

Alba zuzuschauen, macht Freude

Im zweiten Abschnitt legte Alba jedoch einen Zahn in der Defensive zu, und schon kam Vechta in Schwierigkeiten. Leise und vorsichtig arbeitete die Mannschaft von Trainer Aito Reneses einen kleinen Vorsprung heraus; in der 16. Minute stand es nach einem Distanztreffer von Kenneth Ogbe 39:31. Rasta-Coach Pedro Calles nahm eine Auszeit, doch Alba war jetzt in seinem Rhythmus. Die Feldwurfquote war auch nach zwanzig Minuten mit 59 Prozent bei den Hausherren recht hoch. Bis auf Rokas Giedraitis hatte auch jeder eingesetzte Alba-Spieler schon gepunktet. Es sah freundlich aus für Alba und machte Freude zuzuschauen.

Das wurde noch viel besser nach der Halbzeit. Immer besser lief jetzt der Ball durch die Alba-Reihen. Rasta wirkte angesichts der zupackenden Berliner Verteidigung und der sich noch weiter steigernden Offensive jetzt kopflos. Und die Gastgeber nutzten dies, durch einen 27:6-Punktelauf auf 77:49 davonzuziehen. Zu Beginn des Schlussabschnitts konnte Reneses es sich leisten, den erst 18-jährigen Malte Delow einzusetzen, der sein Bundesliga-Debüt gab. Und wie: Misslang seine erste Wurfaktion noch, nutzte er eben die zweite zu einem Dreier. In der Verteidigung ließ er einen Block gegen Max di Leo folgen, die Zuschauer johlten. Erst recht, als Jonas Mattisseck seinen Center Landry Nnoko mit einem Alley-oop bediente.

Giffey macht den „Hunderter“ perfekt

Jetzt war Party in der riesigen Arena. Delows nächster Dreier folgte, fast jeder Pass ein kleines Kunststück, fast jeder Schuss in Treffer. Und als Niels Giffey 32 Sekunden mit seinem Treffer zum 101:76 den ersten „Hunderter“ dieser Saison perfekt machte, kannte der Jubel kaum Grenzen. Beste Alba-Werfer waren Giffey (14 Punkte), Eriksson (13), Nnoko (12) und Tim Schneider (10). Hermannsson überzeugte mit elf Korbvorlagen. Kapitän Giffey resumierte: „Nach der Pause war unser Selbstwertgefühl klarer und Vechta dann nicht mehr im Spiel. Meine erste Bilanz ist sehr positiv. Es ist nur schade, dass wir gegen St.Petersburg nicht mit dem kompletten Kader antreten können.“