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Was Fans über den Basketball-Pokal wissen müssen

An diesem Wochenende beginnt der Pokalwettbewerb des deutschen Basketballs. Die Morgenpost beantwortet die wichtigsten Fragen dazu.

Bamberger Jubel nach dem Pokalsieg 2019 – im Finale gegen Alba Berlin.

Bamberger Jubel nach dem Pokalsieg 2019 – im Finale gegen Alba Berlin.

Foto: Nicolas Armer / dpa

Berlin. Zum zweiten Mal findet der Pokalwettbewerb der Basketball-Bundesliga (BBL) in der aktuellen Form mit 16 Mannschaften statt. Warum das so ist, was es zu verdienen gibt und woran noch gefeilt wird: Darauf gibt die Berliner Morgenpost Antworten.

Warum gibt es kein Final Four mehr?

Von 1993 bis 2018 gab es ein solches Vierer-Turnier als Abschluss des Wettbewerbs. Mal fand es mehrere Male in Folge an demselben Ort statt, dann wieder jedes Jahr in einer anderen Stadt. Doch in der Öffentlichkeit wurde das Final Four nie so angenommen wie erhofft. Zumal in den vergangenen Jahren ein einziger Sieg reichte, es zu erreichen. Und der Ausrichter sich sogar dieses Spiel noch sparen konnte, weil er gesetzt war.

Wann wurde der Modus verändert?

Vor der Saison 2018/19. Das Final Four wurde abgeschafft. Seitdem nehmen 16 Teams teil; das sind jene 16, die in der Spielzeit zuvor in der Bundesliga dabei waren und nicht abgestiegen sind. Achtelfinale, Viertelfinale, Halbfinale und selbst das Endspiel (da nur, wer Heimrecht hat) werden jeweils ausgelost. Die Runden werden in einer Partie ausgetragen, also nicht mit Hin- und Rückspiel. Wer verliert, ist aus dem Rennen.

Was gibt es zu verdienen?

Seit vergangener Saison unterstützt die Deutsche Telekom die BBL mit insgesamt rund einer Million Euro für den Pokalwettbewerb. Die Mannschaften, die reisen müssen, erhalten pro Spiel rund 10.000 Euro Zuschuss; beim Finale sind es 15.000 Euro. Außerdem gibt es Erfolgsprämien. Die exakten Summen wurden nicht veröffentlicht. Laut BBL gibt es für das Erreichen des Viertelfinales und des Halbfinales jeweils einen mittleren fünfstelligen Betrag, für den Einzug ins Finale einen unteren sechsstelligen und für den Pokalsieg diesen Betrag noch einmal. Man kann davon ausgehen, dass Brose Bamberg für seinen Erfolg 2019 insgesamt gut 300.000 Euro erhalten hat. Hinzu kommen allerdings noch die Ticketeinnahmen bei den Heimspielen.

Gibt es Kritik? Und was soll verändert werden?

Es gibt mehr Lob als Kritik, weil der Pokalwettbewerb vom sportlichen Wert her eindeutig dazugewonnen hat. Das loben alle BBL-Klubs. Weniger positiv aufgenommen wird, dass auch der Finalort ausgelost wird, was natürlich für den Gastgeber im wichtigsten Spiel ein riesiger Vorteil ist. Deshalb hat unter anderen Alba Berlins Geschäftsführer Marco Baldi vorgeschlagen, das Finale an einen festen Ort zu vergeben – wie zum Beispiel im Fußball. Bayern-Manager Uli Hoeneß rät dazu, Hin- und Rückspiel auszutragen, was wegen der Zuschauereinnahmen auch finanziell ein großer Gewinn für alle wäre. Die BBL hat noch keine Entscheidung getroffen, erwägt aber, von der Saison 2020/2021 an einen der beiden Vorschläge aufzunehmen und umzusetzen. Ab dieser Saison soll der Gastverein 1000 Tickets vom Kartenkontingent erhalten und fünfzig Prozent von der Nettoeinnahme behalten dürfen. Nicht viel, aber besser als (bisher) nichts.

Wer sind die Favoriten?

Der Pokal hat seine eigenen Gesetze – zum Beispiel das Losglück. Aber die meistgenannten Favoriten sind natürlich jene Teams, die auch in der Meisterschaft an erster Stelle genannt werden, also die Euroleague-Teilnehmer Bayern München und Alba Berlin. Allerdings werden auch Cupverteidiger Brose Bamberg, den EWE Baskets Oldenburg und Ratiopharm Ulm gute Chancen eingeräumt.

Wer hat den deutschen Pokal am häufigsten gewonnen?

Ein Klub, der momentan in der Zweiten Liga spielt: Die Bayer Giants Leverkusen mit zehn Titeln (1970, 1971, 1974, 1976, 1986, 1987, 1990, 1991, 1993, 1995), dicht gefolgt von Alba Berlin, das mit seinen neun Pokalsiegen erst begann, als die Westdeutschen damit aufgehört hatten, nämlich 1997, 1999, 2002, 2003, 2006, 2009, 2013, 2014, 2016. Sechs Mal hat Brose Bamberg den Wettbewerb gewonnen: 1992, 2010, 2011, 2012, 2017, 2019.