Debatte um Tänzerinnen

Cheerleader beim Sport: Wenn, dann nur mit Quote!

Alba Berlin schafft seine Cheerleader ab. Uta Keseling findet das richtig. Es sei denn, es gibt bald eine Cheerleader-Quote.

Warum gibt es eigentlich kaum männliche Cheerleader, fragt Uta Keseling

Warum gibt es eigentlich kaum männliche Cheerleader, fragt Uta Keseling

Foto: Sören Stache/dpa/Reto Klar/BM Montage

Berlin. Herzlichen Glückwunsch – vor 25 Jahren gehörte Alba Berlin zu den ersten Basketballteams in Deutschland, die Cheerleader auftreten ließen, jetzt gehen sie voran und sagen: Nicht mehr zeitgemäß. Was ich verstehe: Für die Tänzerinnen ist es schade. Denn sie sind Sportlerinnen wie die Spieler auf dem Platz auch und haben Publikum und Beifall verdient. Auf der anderen Seite: Wieso treten sie dann nur am Rande der Männer-Teams auf?

Als Fünftklässlerin habe ich in Marburg (Hessen) in der C-Jugend begonnen, Basketball zu spielen. Cheerleader kannten wir gar nicht, obwohl unser Verein in der Bundesliga spielte. Die Stimmung bei den Spielen war trotzdem super, das Team sowieso. Der Unterschied zu Alba: In Marburg standen die Frauen nicht im Bikini auf dem Feld, sondern im Trikot, als Spielerinnen. Bis heute sind in Marburg die erfolgreicheren Basketballer die Frauen.

Die Gegenmeinung: Wer die Alba Dancers abschafft, verachtet die eigenen Fans

In den USA wird über Cheerleader schon länger diskutiert, wenn auch nicht allein wegen des antiquierten Frauenbildes, für das sie stehen. Möglich, dass auch die Metoo-Debatte dazu beigetragen hat, jedenfalls enthüllten in den vergangenen Jahren immer wieder Profi-Cheerleader bigotte Vorschriften, die für sie gelten. Einerseits durften die Frauen, die traditionell in einer Art Bikini auftreten, nicht zunehmen, sie sollten nicht mit den Spielern sprechen, sogar für die Intimpflege gab es Regeln. Sie wurden teils zu aufreizenden Posen genötigt. Andererseits bekamen sie Ärger, wenn sie selbst freizügige Fotos in sozialen Netzwerken teilten.

Also: Abschaffen oder nicht? Aus dem US-Football sind die Tanzeinlagen kaum wegzudenken, räumen selbst Kritiker ein. Im vergangenen Februar ging man deswegen einen anderen Weg: Beim Super Bowl, dem Finale der US-amerikanischen Footballliga NFL, traten erstmals auch männliche Tänzer auf. Zwar waren es zunächst nur zwei. Aber vielleicht wäre ja eine Quote die Lösung?