Basketball

Alba-Sportdirektor Ojeda: „Natürlich wollen wir Titel“

Alba steht vor der ersten Euroleague-Saison seit fünf Jahren. Die Herausforderungen sind groß, aber das Selbstvertrauen ist es auch

Alba-Coach Aito Reneses (l.) und Sportdirektor Himar Ojeda (r.) mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Axel Schweitzer.

Alba-Coach Aito Reneses (l.) und Sportdirektor Himar Ojeda (r.) mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Axel Schweitzer.

Foto: Tom Weller / dpa

Berlin.  Der erste Schritt nach vorn ist zugleich einer in die Vergangenheit: Am Sonnabend in einer Woche startet Alba an alter Stätte in in die neue Saison. In der Max-Schmeling-Halle steht mit dem Pokal-Achtelfinale gegen Würzburg (18 Uhr) gleich ein Alles-oder-Nichts-Spiel an. Am Mittwoch darauf spielt Berlins Basketballteam dann wie gewohnt in der Mercedes-Benz Arena gegen Vechta (20.30 Uhr), zwei Tage später zum Auftakt der Euroleague (20 Uhr) gegen St. Petersburg. Abermals keine 48 Stunden später tritt Alba in Bamberg an, und salopp formuliert geht es genau so bis Anfang Mai 2020 weiter. 34 Mal in der Königsklasse, 32 Mal gegen die nationale Konkurrenz.

Mindestens. Denn, wenn Schnee und Eis längst vergessen sind, beginnt in der Bundesliga mit dem Viertelfinale das Play-off, und alle bei Alba hoffen, dass dann – wie auch zuvor im Pokal – noch ein paar Spiele hinzukommen. Und vielleicht endlich auch ein Titel, nachdem die Mannschaft unter Spaniens Trainerlegende Aito Reneses (72) in den vergangenen zwei Jahren in fünf Endspielen stand, sich aber sowohl im Eurocup als auch in Meisterschaft und Pokal kurz vor dem Ziel geschlagen geben musste.

Etat wächst um ein Fünftel

„Wir stehen vor großen Herausforderungen“, sagt Sportdirektor Himar Ojeda mit Blick auf die „schwierige Saison“, die seinem Team bevorsteht. Erstmals seit der Spielzeit 2014/2015 treten die Berliner wieder in Europas bester Liga an. „Und nachdem wir fünf Mal Zweiter waren, wollen wir natürlich auch Titel gewinnen“, sagt Albas Sportdirektor. Sein Klub, der in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen feiert (Vorgängerverein BG Charlottenburg wurde 1989 gegründet), werde dafür aber keinesfalls die „Werte und Identität“, für die man steht, über Bord werfen.

Axel Schweitzer, seit 2006 Vorsitzender des Aufsichtsrates, erklärt, Alba werde seinem Weg treu bleiben und „weiter nachhaltig und kontinuierlich wachsen“. Den Etat bezeichnet er als um ein Fünftel höher als zuvor, ohne allerdings die zum Weiterrechnen entscheidende Bezugsgröße zu nennen. Aber egal. Wichtig sei doch, dass „wir damit die Spieler an uns binden konnten, die wir behalten wollten und mit den Vierjahres-Verträgen für Luke Sikma, Jonas Mattisseck und Marcus Eriksson auch Zeichen der Kontinuität gesetzt haben“, so Schweitzer. Zudem hätten sechs Spieler im Kader Albas Jugendprogramm durchlaufen, in dem Woche für Woche rund 10.000 Kinder in Schulen oder Kitas Basketball spielen. Um Titel zu spielen und in der Breite eine Institution zu sein – genau das sei Albas Weg.

Zugang Eriksson: „Bei Siegen nicht zu hoch fliegen“

Dass dieser Spagat für das Profiteam in der bevorstehenden Saison um einiges anspruchsvoller werden wird, ist allen klar angesichts der sportlich und finanziell teils übermächtigen Konkurrenz. „Wir werden sicherlich lernen müssen, damit umzugehen, dass wir nicht so oft gewinnen werden“, ahnt Ojeda.

Diese Erfahrung hat sein neuer Dreier-Spezialist, Marcus Eriksson, in der vergangenen Saison gemacht, als er mit Gran Canaria in der Königsklasse nur acht der insgesamt 30 Spiele gewann. „Bei drei Spielen pro Woche ist es wichtig, bei Erfolgen nicht zu hoch zu fliegen und nach Niederlagen nicht zu tief zu fallen“, erklärt der 25-jährige Schwede. Aber das wisse doch jeder bei Alba, fügt er hinzu, gerade auch das aktuelle Team, das ja in großen Teilen zusammengeblieben ist.

Stimmt. Das nämlich bestritt in der vergangenen Saison 71 Pflichtspiele in drei Wettbewerben und stand jeweils im Finale – auch das ist zweifelsfrei Kontinuität.